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300 Meter mit herrlichem Ausblick

 

Südkurier Markdorf, Dienstag, 19.06.2007


300 Meter mit herrlichem Ausblick

Stadt eröffnet neuen naturkundlichen Rundweg am Eisweiher


Vorbei an blühenden Gräsern und weidenden Pferden bietet sich Spaziergängern am Markdorfer
Naturschutzgebiet "Eisweiher" ab sofort ein ganz neuer Blick: Ein Panorama über grüne Feuchtwiesen bis
hin zum Gehau. Den neuen Rundweg hat die Stadtverwaltung um Bürgermeister Bernd Gerber gestern
offiziell eröffnet.

 

Eröffneten gestern den neuen Rundweg am Eisweiher (von links): Naturschutzfachkraft Wilhelm Schöllhorn, Bürgermeister Bernd Gerber, Wolfgang Schmidberger von der unteren Naturschutzbehörde, BUND-Vorsitzender Franz Beer und Zweiter Vorsitzender Jörg Münch sowie Günther Klink vom Stadtbauamt.

Markdorf - Einst führte der Weg am Eisweiher von der Oberen Gallusstraße ausgehend direkt durch das Naturschutzgebiet. Seit die Heckrinder des BUND für die Beweidung sorgen, ist das nun vorbei. Die Stadt Markdorf, der Bodenseekreis und der BUND-Ortsverband entschlossen sich deshalb, das betroffene Wegstück an den Südhang des Azlenberges zu verlegen. Spaziergänger und Wanderer haben nun einen herrlichen Blick über die Feuchtwiesen bis hin zum Gehau, und können diesen sogar auf einer
Aussichtsbank genießen, die von der Beatrice Nolte Stiftung in Hamburg gesponsert wurde.

Die Idee, das Markdorfer Wander- und Radwegenetz derart aufzuwerten, kam von Wilhelm Schöllhorn, Naturschutzfachkraft der unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts Bodenseekreis. Zum größten Teil
verläuft der Rundweg auf bereits bestehenden Wegen. Aufgewertet wurde er jetzt zudem mit zwei Infotafeln, die Auskunft über das Projekt "Interreg III A", das sich um Lebensräume für Störche bemüht, erteilen und einen interessanten Einblick in die Fauna und Flora rund um das Naturschutzgebiet schaffen. Um Spaziergängern Raum für eigene Beobachtungen zu geben, wurden entlang der Wegstrecke einige
Büsche entfernt. Einmal mehr wurden diese Maßnahmen im Rahmen von Interreg III A zu 50 Prozent gefördert.
Die Baukosten für den neuen Weg und die dazugehörige Holzbrücke über den Wangener Dorfbach betragen rund 26000 Euro. Eine Hälfte davon trägt die Stadt selbst, die andere Hälfte wurde vom Land und vom Bodenseekreis anteilig über Zuschüsse finanziert. "Toll ist es auch, dass mehrere Landwirte Flächen zur Verfügung gestellt haben", dankte Bürgermeister Bernd Gerber bei der Eröffnung.

Besonderen Grund zur Freude hatte Franz Beer, Vorsitzender des BUND-Ortsvereins Markdorf: Mit dem gemütlichen Schotterweg entlang des Naturschutzgebietes konnte gleichzeitig der Lebensraum für Wiesenvögel und insbesondere für die Weißstörche erweitert werden. "Erst vor kurzem ist hier die Keilflecklibelle entdeckt worden, die bisher nur an drei oder vier Stellen in Baden-Württemberg gesehen wurde", erzählte er. Dies sei ein Signal, dass man auf dem richtigen Weg sei: Das Gebiet werde
interessant für sämtliche Tierarten, die in den Feuchtwiesen einen natürlichen Lebensraum finden.

Und so werden Spaziergänger - ob mit oder ohne Fernglas - bald einiges auf dem naturkundlichen Rundweg zu Gesicht bekommen: Die vier Heckrinder, die sich ihre große Weide mit drei Pferden teilen
beispielsweise. Blühende Orchideen, die am Eisweiher stetig Fuß fassen. Störche, die auf den Wiesen nach Nahrung suchen. Und während tagsüber die Grillen für eine nicht enden wollende Geräuschkulisse sorgen, gibt es des Nachts laut Franz Beer "gewaltige Laubfroschkonzerte".

 

Die Förderung

 

Im Rahmen des Projektes "Interreg III A" wurden die Entbuschung, die Aufweitungen der bestehenden Gräben, der Bau von Flachtümpeln, zwei Infotafeln, die Anlage des Weidezauns mit 2,4 Kilometern Länge sowie drei Heckrinder zu 50 Prozent gefördert.

Die Stiftung des Landesnaturschutzverbandes hat zu 100 Prozent eine Solarladestation des Weidezauns übernommen. Ein weiteres Heckrind sowie eine Bank und die dazugehörige Bepflanzung wurden zu 100 Prozent von der Beatrice-Nolte-Stiftung in Hamburg erstattet. Der BUND selbst hat 450 Arbeitsstunden in das Projekt investiert.

 

(Stand: 19.06.2007 02:01)

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