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Brunnisach sucht neues Bett

 

Südkurier Markdorf, Freitag, 19.10.2007


Brunnisaach sucht neues Bett

Markdorf (büj) Baggerschaufelweise wurde das Renaturierungsprojekt im Leimbacher-Hepbacher Ried gestern vorangetrieben. In dem Naturschutzgebiet nimmt die Brunnisaach seither auf 800 Metern Länge einen anderen Verlauf. Statt im geraden Kanal-Bett fließt sie nun wieder in Schlingen durch die Niedermoorlandschaft zwischen Markdorf und Oberteuringen. "Dank der Fördergelder aus EU-Töpfen", erklärte Wilfried Franke, Dezernent Umwelt und Technik im Landratsamt Bodenseekreis.

 

Baggerschaufelweise wurde das Renaturierungsprojekt im Leimbacher-Hepbacher Ried gestern vorangetrieben. In dem Naturschutzgebiet nimmt die Brunnisaach seither auf 800 m Länge einen anderen Verlauf.

"Rein mit eigenen Mitteln hätten wir das nicht geschafft", erläutert der Naturschutz-Chef des Kreises. Die Gelder kamen im Rahmen des so genannten "Interreg III A-Projekts". Dessen Ziel ist es, in grenznahen Regionen die nationalen Naturschutzbemühungen aufeinander abzustimmen. "Für uns hat das bedeutet", erläuterte Kreis-Umwelt-Dezernent Franke, "dass wir unser bereits in den 80er Jahren begonnenen Ried-Projekt hier" maßgeblich voranbringen konnten. Seit 20 Jahren kaufe der Kreis den örtlichen Bauern Land ab. Dies mit dem Ziel, es aus der intensiven Nutzung herauszunehmen. In enger Kooperation mit den den Gemeinden, mit Markdorf, mit dessen Teilort Riedheim und mit Oberteuringen erfolgte sodann die allmähliche Umgestaltung der Gräben. Die dienten davor zur Entwässerung. Sie entzogen, was die ursprünglich viel feuchtere Riedlandschaft ausmacht.

Weitere Unterstützung habe das Kreis-Umwelt-Amt durch den "Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland Deutschland" (BUND) bekommen. Dessen Mitglieder trieben die Entbuschung voran. Sie halfen bei der Renaturierung der Brunnisaach und sie betrieben das Monitoring von Flora und Fauna.

Dass der Weißstorch inzwischen wieder zurückgekehrt ist ins Ried, wertet Franke als ein positives Zeichen. Es zeige, dass die 250000 Euro Interreg-Geld gut investiert seien. Unter anderem flossen sie nun in die neuen Informationstafeln bei der Beobachtungshütte, auf denen sich die Ried-Besucher sowohl über die Naturschutzmaßnahmen wie auch über die unterdessen wieder heimisch gewordenen Pflanzen und Tiere informieren können, erläuterte Dieter Schmid, der zuständige Projektleiter.

Das Ried wird künftig als Rückhalteraum bei Überschwemmungen dienen. Markdorfs Stadtbaumeister Gebhard Geiger betonte in diesem Zusammenhang, dass die südlich des Rieds arbeitenden Landwirte keinerlei Beeinträchtigungen zu fürchten haben. "Das stellt hier einen erstes Schritt zu umfassenderen Gewässerentwicklungen dar", so hob Wilfried Franke den Modellcharakter des Ried-Projekts hervor.

 

 

(Stand: 19.10.2007 02:15)

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