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Schwäbische Zeitung Markdorf,
Mittwoch, 31.10.2007
Anlieger protestieren gegen Fluglärm
MARKDORF (ako) Der Aero Modellclub Graf Zeppelin Friedrichshafen will
im Hepbacher-Leimbacher Ried seinen Flugbetrieb ausweiten. Das ruft Mitglieder
des BUND und Anlieger des Modellflugplatzes auf den Plan. Sie wollen die
Erweiterung verhindern und haben deshalb gestern am Wegesrand Protestschilder
aufgehängt.
Nach der Oberteuringer Gemeinderatssitzung Mitte Oktober wurde lediglich
bekannt, dass der Modellclub die Erhöhung des maximalen Abfluggewichts
von 10 auf 25 Kilo beantragen will. Dass der Klub sein Fluggebiet um das
Dreifache erweitern möchte, davon wusste vorerst niemand etwas. Dabei
war dem Verein bekannt, dass die Ausweitung des Flugraums notwendig wird,
sobald der Antrag auf das erhöhte Abfluggewicht genehmigt wird. Ein
Gutachten reichte der Verein zeitgleich mit dem Antrag bei der Gemeinde
ein. Jedoch muss dieses Vorhaben vom Regierungspräsidium Tübingen
genehmigt werden, was erst passieren wird, wenn die betroffenen Kommunen
und Naturschützer des Landratsamtes sich dazu geäußert
haben. Da die Erweiterung des Flugplatzes an Markdorfs Grenze rührt,
müsste auch die Stadt Markdorf in diese Anhörung eingebunden
werden. Der Stadt liegt nach Angaben des BUND bislang keinerlei Information
zu dem Vorgang vor.
Der Gemeinderat Oberteuringen wollte bei einem nichtöffentlichen
Vor-Ort-Termin über die Ausweitungspläne diskutieren. Als betroffene
Anwohner unerwartet heftige Kritik äußerten, wurde die Entscheidung
vertagt. Gestern trafen sich Mitglieder des BUND und Anwohner, um Protestschilder
am Gelände des Modellflugplatzes aufzustellen. Franz Beer, Vorsitzender
des BUND Markdorf, machte darauf aufmerksam, dass durch den geplanten
Flugsektor ein Wanderweg führt. "Künftig wird hier ein
Schild mit der Aufschrift 'Achtung Flugbetrieb' stehen. Dieses Vorhaben
wird hässliche Auswirkungen haben." Im Falle einer Erweiterung
könnten sechs Flugzeuge gleichzeitig durch die Luft donnern und das
von Montag bis Sonntag am Rande des FFH-Gebiets, ein von der EU als schützenswert
ausgewiesenes Gebiet.
Die angesiedelten Störche nutzen das Gebiet zur Nahrungssuche und
viele andere Vögel überwintern hier. "Die Silhouette der
Modellflugzeuge, vor allem wenn sie künftig noch größer
werden, verunsichert die Störche", erklärte Beer weiter.
Fluglärm und Abgasbelastung sind ebenso ein Thema für den BUND
wie für die Anlieger. Sie halten diesen Antrag für maßlos
und befürchten, dass die Intensität der bisherigen Unannehmlichkeiten
deutlich zunehmen wird. Vor allem die Landwirte fühlen sich jetzt
schon gestört und verstehen nicht, weshalb das bisher vorhandene
Privileg, in diesem äußerst sensiblen Gebiet einen Modellflugplatz
nutzen zu dürfen, nicht mehr ausreichend sei. Man könne weiter
die Jugend auf diesem Platz ausbilden. Wer höher und weiter fliegen
wolle, der habe die Möglichkeit, auf Modellflugplätze der Nachbargemeinden
auszuweichen. Die Gegner stellen ein vom Verein vorgelegtes Gutachten
in Frage. Ihrer Ansicht nach berufen sich die Modellflieger auf eine veraltete
Karte. Die Anlieger prüfen jetzt, ob sie eine Handhabe gegen die
Erweiterung des Flugbetriebs haben.
Der Vereinsvorsitzende Walter Kolb war gestern nicht für eine Stellungnahme
zu erreichen
(Stand: 31.10.2007)
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