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Protest gegen Erweiterung formiert sich

 

Südkurier Markdorf, Mittwoch, 31.10.2007


Protest gegen Erweiterung formiert sich

Zahlreiche Anwohner, die von der beantragten Erweiterung des Modellflugplatzes betroffen sind, haben sich gestern am Rand von Unterteuringen getroffen. Hier, in der Nähe des Modellfliegergeländes, tauschten sie mit dem Vorsitzenden des BUND Markdorf, Franz Beer, Argumente aus.

 

Am Rand Unterteuringens formiert sich der Protest gegen die geplante Erweiterung des Modellflugplatzes. Betroffene Angrenzer ließen sich von Franz Beer über die Stellungnahme des BUND Markdorf informieren.

Markdorf/Oberteuringen - Die Stellungnahme vom Bund für Umwelt und Naturschutz zu dieser geplanten Erweiterung fiel komplett negativ aus. Beer räumte ein, dass selbst der Markdorfer BUND-Gruppe die bislang geltenden Flugsektorgrenzen nicht geläufig waren. "Sonst hätten wir schon mehrfach in der Vergangenheit protestiert", sagte Beer zu den von Angrenzern und in dem Areal tätigen Landwirten geschilderten Verstößen.

Sie alle sprachen sich vehement dagegen aus, wenn gleichzeitig mit der Anhebung des Abfluggewichts von 10 auf 25 Kilogramm auch der Flugsektor um das vier- bis fünffache vergrößert werde. Schon jetzt sei es nur schwer auszuhalten, wenn an sieben Tagen in der Woche von früh bis spät die Flieger ihren Krach verbreiteten. Das sei mit dem Lärm einer Straße oder dem eines Rasenmähers nicht vergleichbar, sagte auch Franz Beer.

Befremdet zeigten sich die Betroffenen auch darüber, dass die Genehmigung zur Erweiterung "auf die Schnelle von Oberteuringens Bürgermeister Beck durchgewinkt" hätte werden sollen, so ein Anlieger. "Mit uns hat niemand gesprochen. Wir haben von den Plänen erst aus der Zeitung erfahren", beschwerte sich eine Anwohnerin.

Auch dem BUND komme das Tempo im Genehmigungsverfahren "überschnell" vor. Selbst wenn das Regierungspräsidium sein Einverständnis zum Antrag des AeMC Graf Zeppelin signalisieren würde, stünden verschiedene Stellungnahmen - nicht zuletzt auch der Stadt Markdorf, auf deren Gemarkung ein vergrößerter Flugsektor hineinreichen würde - noch aus. Zudem basiere das laut Beer "nicht zur Gänze verständliche" Gutachten von Kurt Schock aus Heiningen auf überholten Besiedlungsplänen. So seien etwa drei Privatanwesen direkt an der Grenze des Flugsektors nicht eingezeichnet. Wie man bei der Gemeinde Oberteuringen diesen Umstand übersehen könne, sei ihm schleierhaft, sagte Beer.

Doch nicht nur der Lärm macht den Naturschützern Sorgen. Auch die Silhouetten der Fluggeräte stellen vor allem für die Kleinvögel im Ried einen erheblichen Stressfaktor dar. Auch ein Storchenpaar sei in den vergangenen Jahren erfolgreich im Hepbacher-Leimbacher Ried angesiedelt worden - mit der zu erwartenden Zunahme an Flugbewegungen in direkter Nachbarschaft zum Landschafts- und Naturschutzgebiet sei an eine weitere Ansiedlung nicht zu denken, sagte Beer. Nachdem sich die von den Plänen direkt Betroffenen aufs Schärfste gegen die Erweiterung ausgesprochen hätten, müsse das den Entscheidungsträgern zu denken geben. Vorstellbar sei einzig die Beibehaltung der jetzigen Flugzone. Beer: "Ich sehe da keinerlei Kompromissmöglichkeiten."

 

 

(Stand: 31.10.2007 03:31)

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