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Flussmuschel wird gehegt und gepflegt

 

Schwäbische Zeitung Markdorf, Samstag, 03.11.2007


Flussmuschel wird gehegt und gepflegt

MARKDORF (hbe) Die Kleine Flussmuschel hat früher in großer Zahl in Baden-Württemberg gelebt. Mittlerweile steht sie auf der Roten Liste und ist vom Aussterben bedroht. Doch nun gab der Umweltverband BUND bekannt, dass die Flussmuschel - entgegen der landesweiten Entwicklung - in Markdorf noch zahlreich zu finden ist.


"Markdorf beherbergt etwa 53 Prozent des Gesamtbestandes der Kleinen Flussmuschel im Regierungsbezirk Tübingen", sagte gestern während eines Pressegesprächs vor Ort, am Bildbach, Franz Beer, der Vorsitzende der BUND-Ortsgruppe Markdorf. "Wir haben im vergangenen Jahr eine Untersuchung in Auftrag gegeben, die zu diesem erfreulichen Ergebnis kommt." Diplom-Ingenieur Stefan Heitz vom Büro für Artenschutz und Landschaftsplanung in Konstanz hat die Untersuchung geleitet und das Gutachten erstellt. "Für Markdorf heißt dies, dass die Grabensysteme, in denen die Kleine Flussmuschel gefunden wurde, zum Naturschutzgebiet nach der FFH-Richtlinie der EU erklärt werden können", erläuterte Beer.

Die Richtlinie Flora-Fauna-Habitat (FFH) ist eine Naturschutzrichtlinie der EU, die wild lebende Tierarten und ihre Lebensräume schützen will. Bis die Gewässer in Markdorf - neben dem Bildbach der Lipbach, der Espengraben, der Breitenriedgraben, der Riedgraben und der Stehlinsweiler Bach - als FFH-Schutzgebiete anerkannt werden, könne aufgrund der langwierigen Antragsverfahren noch einige Zeit ins Land gehen. Dann aber bestehe die Möglichkeit, für die Gewässer Pflegepläne aufzustellen und für die Einhaltung dieser Pläne Fördergelder der EU zu beantragen.

Doch auch bereits jetzt bemühen sich die Stadt und die Naturschützer gemeinsam, den Lebensraum für die Kleine Flussmuschel zu schützen: "Hier in Markdorf werden an den Bächen die Räumungen und Entkrautungen sowieso bereits sehr schonend vorgenommen. Dies ist neben der Gewässerbepflanzungen des BUND auch der Grund, warum die Kleine Flussmuschel bei uns noch so zahlreich lebt", erklärte Beer. Für die Gewässerunterhaltung in Markdorf ist der Bauhof zuständig. "Wir benutzen ausschließlich solche Geräte, welche naturschonende Gewässerpflege möglich machen", bestätigte Karl Wegis, der Leiter des Bauhofs. "Da das Gutachten des Büros für Artenschutz allerdings auch zeigt, an welchen Stellen der Gewässer die Muschelbestände gering sind, wollen wir nun herausfinden, welche Ursachen hier zugrunde liegen. Dementsprechend wollen wir dann gemeinsam mit der Stadt an diesen Stellen die Gewässerpflege anpassen" , erläuterte Franz Beer die Ziele des BUND.

 

 

(Stand: 03.11.2007)

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