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Erfolgsgeschichte in Flaschen

 

Südkurier Markdorf, Mittwoch, 28.11.2007


Erfolgsgeschichte in Flaschen

Markdorf - Die BUND-Gruppen Markdorf, Salem und Deggenhausertal haben mit der Mosterei Kopp 20 Jahre BUND-Apfelsaft im Saftlager der Mosterei in Obersiggingen gefeiert. Durch den Vortrag von Wilfried Löderbusch, damals Angestellter des Naturschutzbundes BUND, wurden die alten Zeiten um die Entstehung des Apfelsaftprojekts wieder lebendig.

 

Bei der Mosterei Kopp in Obersiggingen konnten die Besucher erfahren, wie der BUND-Apfelsaft entsteht.

Beim BUND wollte man nicht tatenlos dem Verschwinden schöner alter Hochstammbäume zusehen. Schnell war klar, dass der Mostobstpreis ein entscheidender Grund für das Verschwinden der Bäume war. Nun ging man daran, Abnehmer für den Saft und Bauern für die Obstlieferung zu finden. Und schlussendlich musste eine Mosterei gefunden und der Saft ausgeliefert werden.

Im ersten Jahr wurden gleich 16000 Liter Saft bestellt. Die Bauern waren anfänglich eher skeptisch, aber sie haben mitgemacht und Siegfried Kopp hat damals noch mit einer Packpresse den Apfelsaft hergestellt. Beim Abfüllen und Etikettieren halfen BUND-Mitglieder und Schulklassen, ausgefahren wurde er mit einem roten Lastwagen vom damaligen Zivi Tommi Gittner und Praktikanten. Im gleichen Jahr erhielt das Projekt den Europäischen Umweltpreis für die vorbildliche Verknüpfung von Ökologie und Ökonomie.

In vielen anderen Orten/Regionen wurde dieses Aufpreismodell inzwischen initiiert, meist unter Federführung einer BUND- oder NABU-Gruppe, so auch in Ravensburg und Überlingen. Ziel aller Naturschutzgruppen war, möglichst viele Streuobstbäume zu erhalten. Dies bedeutete den Saft zu bewerben und den Fachhandel für den Saft zu gewinnen. Hierfür mussten entsprechende Werbematerialien und ein Logo geschaffen werden. Aus diesen Überlegungen heraus entstand 1995 "das Apfelsaftprojekt" mit den Keltereien Kopp, Sinner, Stiefel, Schlenkerhof und den Naturschutzverbänden BUND und NABU mit Unterstützung von Bodenseestiftung und Modellprojekt. Inzwischen sind 260 Landwirte unter Vertrag und rund 650000 Liter Apfelsaft werden hergestellt.

Damit die Obstlieferung auch in Zukunft gewährleistet ist, muss für abgängige Bäume nachgepflanzt werden. Anfang der neunziger Jahre war es schwierig, Hochstammbäume zu bekommen. Alljährlich im November gibt der BUND nach Bestellung der verschiedenen Sorten diese verbilligt ab. Bei jeder Aktion ist der Brettacher der meist bestellte Baum. Dass die alten Sorten nicht verschwunden sind, dafür hat Edgar Friedrich gesorgt. Als Obstbautechniker in der Versuchsstation für Obstbau in Bavendorf war er mit Bonitierungen betraut und bei dieser Arbeit entstand die Idee, alte Sorten zu sammeln. 280 alte Obstsorten können heute im KOB besichtigt werden. Nach dem Vortrag von Edgar Friedrich waren sich die Anwesenden einig, dass sein Wissen bekannter werden müsste.

 

 

(Stand: 28.11.2007 04:06)

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