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Schwäbische Zeitung Markdorf,
Mittwoch, 28.11.2007 Am Anfang
waren die Bauern misstrauisch
EGGENHAUSERTAL (elo) Gelöste Stimmung
im Saftlager: Mitglieder der Gruppen Markdorf, Deggenhausertal und Salem des Bundes
für Umwelt- und Naturschutz (BUND) haben am Samstag das 20-jährige Bestehen
ihres Apfelsaftprojekts gefeiert. In der Mosterei Kopp in Obersiggingen schwelgten
sie in Erinnerungen. Zum Schutz vor der Kälte ist das Schiebetor dicht
geschlossen. Drinnen drängen sich rund 35 Menschen an den Biertischen und
wärmen sich an Punsch, Glühmost und den Erinnerungen an die Zeit vor
20 Jahren, als sie sich erkundigt haben, wer denn Saft von heimischen Streuobstwiesen
überhaupt kaufen würde. Wie sie damals im Deggenhausertal von Tür
zu Tür gegangen sind und die Landwirte gefragt haben, ob sie ihr Mostobst
verkaufen würden. 40 Mark wollten die BUNDler pro 100 Kilogramm Mostobst
zahlen - mehr als den üblichen Marktpreis, aber unter der Bedingung, dass
es von Streuobstwiesen stammt und dass die Bäume weder gespritzt noch mineralisch
gedüngt werden. Die alten Mostobstsorten sind auch wichtig für
den Apfelsaft. Die Kelterer brauchen sie als Beimengung, erklärt Elli Miller:
"Der Plantagensaft ist viel zu süß." Ihren ersten eigenen
Streuobstsaft haben die BUNDler bei der Mosterei Kopp in Obersiggingen pressen
lassen. "16000 Liter haben wir im ersten Jahr verkauft", berichtet Wilfried
Löderbusch. Mit leuchtenden Augen erzählen Kollegen vom roten Lastwagen,
mit dem sie den Projektsaft ausgeliefert haben. Die Erinnerung der Umweltschützer
verklärt selbst die gigantischen schwarzen Rauchwolken, die das 18 Jahre
alte Gefährt aus dem Auspuff blies. (Stand: 28.11.2007) |  |