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Wir pflanzen Faulbäume für die Bienen!
Das nahmen wir uns vor, nachdem wir im Sommer den Imker Müller und seine Bienen in Bermatingen besucht hatten. Wir, das sind die Kinder und Leiterinnen der Naturkindergruppe „Eichhörnchen” des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Markdorf.
Herrn Müllers Bienenkästen stehen unter schönen alten Obst- und Weidenbäumen. Er hat viele für Bienen wertvolle Blütenpflanzen ausgesät. Auch Weidengebüsch wächst in der Hecke rund um das Gelände. Weiden sind für Bienen die erste Nahrungsquelle im Jahr. Der Imker zeigte uns die Faulbäume, die er dazwischen gepflanzt hat und sagte, dass sie immer seltener in Gartenhecken und in der freien Natur vorkommen.
Faulbäume haben eine lange Blütezeit von Mai bis August. Sie blühen in einem Zeitraum, in dem die meisten Frühblüher schon verblüht sind und die Sommerblüher noch nicht blühen. So schließen sie eine Lücke im Nahrungsangebot für Bienen. Wegen der Blütenform ist der Nektar frei zugänglich, das macht den Strauch zu einer Nektarquelle für verschiedene Bienenarten.
Wir überlegten, ob es am Namen liegt, dass so wenige Leute den Faulbaum pflanzen möchten. Er heißt so, weil seine Rinde, frisch abgezogen, leicht faulig riecht. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass seine Beeren für den Menschen giftig sind, oder an den unscheinbaren Blüten.
Als der BUND im November seine alljährliche Sträucheraktion startete, bestellten wir für uns drei Faulbaumsträucher. Den Eltern der Gruppenkinder boten wir an: „Wenn ihr Wildsträucher für euren Garten bestellt, kommen wir und pflanzen sie für euch ein.” Am Abgabetag holten wir unsere Faulbäume und wanderten mit Leiterwagen, Spaten, Grabgabel und Eimern ins Naturschutzgebiet Eisweiher. Dort suchten wir einen guten Standort, damit wir auch später beobachten können, wie die Sträucher wachsen und welche Tiere sie besuchen.
Das Graben war etwas mühseliger, als wir es uns vorgestellt hatten. Die dicke Grasdecke und der lehmige Boden waren eine große Herausforderung. Aber irgendwann waren die Löcher groß genug und die Faulbäume konnten eingepflanzt werden. Ein kleiner Trupp Kinder rannte gleich mit Eimern los, um im nächstgelegenen Teich Wasser zum Gießen zu holen. Den Gelbrandkäfer, der mit in den Eimer geriet, den haben wir alle betrachtet und ihm dann seine Freiheit zurückgegeben. Die Dämmerung war im Anmarsch und das Riedgras schon im Nebel verschwunden als wir schließlich heimzogen.

Schlehe, Weide, Kreuzdorn, Faulbaum, Kornelkirsche, und und und. Zehn Sträucher wurden von uns in einem Hausgarten eingepflanzt. Foto: Tobias Polzer
Zwei Wochen später sind wir dann wieder mit unseren Werkzeugen ausgerückt. Sebastians Mutter hatte zehn Sträucher bestellt, die wollten alle von uns eingepflanzt werden. Schlehen, Weiden, Kreuzdorn, Faulbaum, Kornelkirsche. Allesamt Sträucher, die viel Futter und Lebensraum für Insekten und Vögel bieten. Die Grabarbeit war diesmal ein Kinderspiel, denn viele Regenwürmer hatten den Boden schön locker gemacht. Aber nun mussten wir gut aufpassen, dass die Würmer nicht ein Opfer unseres Arbeitseifers wurden. Ein jämmerliches Ende unter einer Spatenschneide wollten wir den fleißigen Tierchen ersparen. Ein Helfer übernahm bereitwillig das Amt des Regenwurmretters und transportierte die Würmer in die gefahrenfreie Gartenzone.
Spaß hat die Arbeit in der fleißigen Mannschaft gemacht. Zum Abschluss gab es Kinderpunsch bei Sebastians Mutter, die heilfroh ist, dass wir ihr die Pflanzarbeit abgenommen haben. Nun hoffen wir, dass alle Sträucher gut anwachsen und vielleicht schon im kommenden Frühjahr die Bienen erste Blüten besuchen können.
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