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Hochstamm- und Sträucheraktion wieder ein Erfolg
657 Hochstämme und 198 Sträucher - so lautet die Bilanz der diesjährigen Hochstamm- und Sträucheraktion, die der BUND Ortsverband Markdorf jedes Jahr im Herbst durchführt. An den Freitagen der letzten beiden Wochen fand die Verteilung der Bäume und Sträucher statt.
Der Verkauf von Hochstämmen fand auch dieses Jahr großen Anklang bei den Landwirten und privaten Grundstücksbesitzern. Dementsprechend stark war auch der Ansturm, den die ehrenamtlichen Helfer des BUND Markdorfs auf dem Hof der Familie Steidle in Mennwangen zu bewältigen hatten. Dort konnten die in der Woche zuvor bestellten Bäume abgeholt werden und gleichzeitig standen die BUND-Helfer mit Rat zur Seite, wenn Fragen zur Pflanzung und Pflege von Hochstämmen auftraten. Nicht immer leicht fiel die Auswahl der richtigen Sorte, so bestand die Möglichkeit zwischen 32 Apfel-, 13 Birnen-,5 Zwetschgen- und 5 Kirschsorten zu wählen. Darüber hinaus waren auch Wahlnussbäume im Programm. Als die beliebteste Wahl erwies sich der Brettacher, der mit 113 verkauften Exemplaren, die konkurrierenden Sorten weit hinter sich ließ.
Für den BUND Markdorf steht bei dieser Aktion der Schutz und die Förderung von Hochstammwiesen im Mittelpunkt. Zu früheren Zeiten waren sie bestimmend für das Bild unserer Kultur- und Naturlandschaft. Mit dem Erhalt dieses wertvollen Lebensraumes werden die besten Voraussetzungen für Vögel wie den Grünspecht, den Wendehals und den Baumläufer, für Wildbienen und Hornissen, für unzählige Käferarten und andere Insekten, für Fledermäuse und Siebenschläfer sowie für Flechten und Moose geschaffen. Die Umstellung auf den Intensivobstanbau hat vielerorts zu einer Vetreibung dieser Tiere und Pflanzen aus unserer Landschaft geführt, da Niederstammanlagen kaum die Ansprüche an ihren Lebensraum erfüllen. Auch der Sortenreichtum hat erheblich abgenommen. Von den einstmals mehreren tausend Sorten allein in Baden-Württemberg wird heute nur noch eine kleine Auswahl von nicht viel mehr als 20 Sorten angebaut.
Durch Bezuschussung von Bäumen und das Apfelsaftprojekt fördert der BUND Markdorf seit vielen Jahren den für diese Region typischen Streuobstanbau.
Doch nicht nur die Hochstammaktion war dieses Jahr wieder ein Erfolg, auch der Verkauf von heimischen Sträuchern erfreute sich beständiger Beliebtheit. Mit dieser Aktion bemüht sich der BUND darum, wieder mehr Sträucher in die Zier- und Hausgärten zu bringen. Ausgegeben wurden nur Sträucher, die in unserer Region heimisch sind. Der BUND ermunterte ausdrücklich zur Pflanzung von Hecken, die zahlreichen Vogelarten als Lebensraum und Nistplatz dienen. Dornige Sträucher wie Schlehe, Hundsrose oder Kreuzdorn sind bei den gefiederten Nützlingen besonders beliebt. Und die Beerenfrüchte der Gehölze sind eine willkommene Nahrung im Winter.
Die nächste Verkaufsaktion wird der BUND im Herbst 2005 durchführen. Nach rechtzeitiger Ankündigung der Termine und Sortenlisten in der Presse und im Internet (www.bund.net/markdorf) besteht für jedermann wieder die Möglichkeit sich mit dem Kauf von Hochstämmen und Sträuchern am Erhalt unserer ursprünglichen Kulturlandschaft zu beteiligen.
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