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Fast 850 Bäume und Sträucher abgegeben
Hochstamm- und Sträucheraktion des BUND Markdorf wieder gut angenommen
488 Hochstämme und 356 Sträucher verkauft - das ist die Bilanz der diesjährigen Hochstamm- und Sträucheraktionen, die der BUND Ortsverband Markdorf jedes Jahr im Herbst durchführt.
An den letzten zwei Freitagnachmittagen herrschte einmal auf dem Hof der Familie Steidle in Mennwangen und einmal am Busbahnhof des Bildungszentrums emsiges Treiben: Pflanzen wurden angeliefert, abgeladen, nach Sorten gruppiert, die bestellten Mengen herausgesucht, kassiert und dann ihren neuen Besitzern übergeben.
„Früher bestimmten Streuobstwiesen das Bild unserer Kulturlandschaft.” berichtet eine aktive BUNDlerin. „Bis zur Umstellung auf den Intensivobstanbau in Niederstammanlagen waren viele unserer Dörfer von einem Gürtel hochstämmiger Obstbäume umgeben.” Streuobstwiesen gewährten neben ihrem beliebten Anblick Schutz vor Wind, speicherten Wasser und regulierten somit das Kleinklima. Darüber hinaus schaffe man mit dem Erhalt der Streuobstwiesen für Vögel wie den Grünspecht, den Wendehals und den Baumläufer, für Wildbienen und Hornissen, für unzählige Käferarten und andere Insekten, für Fledermäuse und Siebenschläfer sowie für Flechten und Moose beste Voraussetzungen.
Zu den Abnehmern für Hochstämme zählten nicht nur Landwirte, auch bei Privatpersonen seien Streuobstbäume in den Hausgärten beliebt. „Nach den ganzen Lebensmittelskandalen weiß ich kaum noch, welche Erzeugnisse ich bedenkenlos kaufen kann.”, meint eine Mutter, die gerade einen Gravensteiner-Baum auflädt. „Meine Kinder sollen gesunde, ungespritzte Äpfel essen - und wie sagt doch das alte Sprichwort: 'Ein Apfel pro Tag hält den Arzt fern'.” Zu den weiteren Käufern zählten auch Bauern, die für das BUND-Apfelsaftprojekt produzieren und ihre Streuobstbestände ergänzen wollten.

Sträucheraktion 2003, Qual der Wahl: Vor der Abgabe am BZM-Busbahnhof (hier im Bild) mussten die Sträucher bestellt werden. 20 Sorten standen insgesamt zur Auswahl. Foto: Tobias Polzer
Doch nicht nur bei der Hochstammaktion war einiges los, die Sträucheraktion stand ihr kaum nach. „Mit dieser Aktion möchte der BUND möchte mehr Natur in die Zier- und Hausgarten bringen und Lebensraum für viele verschiedene Tiere schaffen.”, so stand es in der Pressemitteilung zur Sträucheraktion. Abgegeben wurden ausschließlich Sträucher, die in unserer Region heimisch sind. Eingewanderte Pflanzen wie beispielsweise den Sanddorn, dem die Straßensalzung im Winter nichts ausmacht und der daher häufig an den Rändern vorzufinden sind, suchte man in der Angebotsliste daher vergebens.
Der BUND ermunterte auch ausdrücklich zu Heckenpflanzungen, dienen diese doch zahlreichen heimischen Vogelarten als Lebensraum und Nistplatz. Dornige Sträucher wie Schlehe, Hundsrose oder Kreuzdorn sind bei den gefiederten Nützlingen nämlich besonders beliebt. Und die Beerenfrüchte der Gehölze sind eine willkommene Nahrung im Winter. In einem Faltblatt, das der BUND jedem Käufer mit nach Hause gab, waren detallierte Informationen zu den einzelnen Sträuchern und wie sie gepflanzt und gepflegt werden sollten, aufgeführt. Damit dürfte auch für weniger erfahrene Hobbygärtner das Anpflanzen kein Problem mehr sein.
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