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Totholz lockt Spechte und Fledermäuse an
Die meisten kaufen seit Jahren ihre Obstbäume beim BUND, sagt Elli Miller. Insgesamt hat der BUND mit seinen Hochstammaktionen in den vergangenen 15 Jahren 16.500 Bäume unter die Leute gebracht. "Die Streuobstwiesen sind ein einmaliger Biotop-Typ", betont Naturschützerin Miller. "Wenn der verloren ginge, würde uns etwas fehlen." Der BUND setzt sich für die Streuobstwiesen ein, weil sie das Landschaftsbild prägen und Lebensraum für viele Tiere sind. Im Interesse dieser Tiere sollte man den Pflegeschnitt der Bäume nicht übertreiben, sagt Elli Miller. Denn im morsch, dürren und toten Holz von Obstbäumen leben unzählige verschiedene Käferarten und andere Insekten. Und die sind lebenswichtig für den Specht: Wenn er nicht die Käfer aus den morschen Ästen picken könnte, würde der Insekten fressende Vogel den Winter in Mitteleuropa nicht überleben. Und wo Spechte ihre Höhlen anlegen, finden auch Gartenrotschwänze, Meisen, Kleiber und Wiedehopf einen Platz zum Schlafen und Brüten. Diese Vogelarten brauchen zwar Höhlen, können sie aber nicht selbst anlegen. Auch Fledermäuse und Siebenschläfer besiedeln gern eine Spechthöhle. Elli Miller schlägt sogar vor, einen alten, abgestorbenen Baum stehen zu lassen und den neuen daneben zu pflanzen. "Das macht bei den Nachbarn vielleicht keinen guten Eindruck", räumt sie ein. Aber auf beweideten Flächen zum Beispiel würde ihrer Ansicht nach ein solcher Spechtbaum nicht stören. Zeitgleich mit der Hochstammaktion hat der BUND zur Förderung der Pflanzenwelt in Markdorf am Bildungszentrum rund 150 Sträucher an interessierte Gartenbesitzer ausgegeben. Von Hasel, Hundsrose, Liguster, Pfaffenhütchen, Hartriegel und Kornelkirsche profitieren auch wieder viele Tiere. Die Sträucher werden vor allem von Schmetterlingen und Bienen sehr geschätzt. Und die dornigen Äste der Hundsrose bieten kleinen Vögeln einen sicheren Unterschlupf.
Elke Oberländer
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