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Schwäbische Zeitung (Ausgabe Markdorf), Dienstag, 03.12.2002


Junges Holz als Futter für Ur-Rinder

MARKDORF - Knöcheltief warten die Helfer mit Motorsäge und Astschere im Matsch. Ohne Gummistiefel geht gar nichts beim Pflegeeinsatz des Markdorfer Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) am Samstag im Hepbach-Leimbacher Ried.

 


Bahn frei: Mit Säge und Astschere rücken die Männer vom BUND dem Dickicht zuleibe, danach
gibt es mehr Platz für Tiere und bessere Beobachtungsmöglichkeiten für Naturfreunde.


Neun ehrenamtliche Helfer sind am Wochenende im Hepbach-Leimbacher Ried zusammmengekommen, Bäume und Büsche noch vor dem Wintereinbruch zu stutzen.

"Das ist harte Arbeit, körperlich anstrengend",sagt Helmut Bauhuis vom BUND Markdorf, der den Pflegetrupp anführt. Warum nehmen die Leute diese Schufterei bei Kälte und Nieselregen auf sich?

"Wir wollen offene, freie Flächen im Ried",sagt Bauhuis. "Wenn man nichts macht, wächst das ganze Gebiet zu." Die Störche, die dieses Jahr erstmals wieder im Ried gebrütet haben, brauchen die freien Flächen zur Nahrungssuche. Das gilt auch für die anderen Wiesenvögel,

die hier früher rasteten oder brüteten und auf deren Rückkehr die BUNDler hoffen: Bekassine, Silberreiher, Kranich und großer Brachvogel.

Für Naturfreunde und Spaziergänger hat die Entbuschungsaktion den Vorteil, dass von der Beobachtungshütte aus die Teiche wieder besser zu sehen sind und auch die Heckrinder nicht mehr ganz so tief im Dickicht verschwinden. Die gestutzten Sträucher treiben von unten wieder frisch aus und liefern den Ur-Rindern junges Holz als Winterfutter. Selbst die abgesägten Baumstämme und Büsche erfüllen noch eine ökologische Funktion: Während sie als Haufen verrotten, bieten sie Kleintieren Unterschlupf.

Die Riedfläche, in die der BUND so viel Arbeit steckt, gehören dem Landkreis. "Wir hoffen, dass wir das renaturierte Gebiet durch Flächentausch mit den benachbarten Landwirten noch vergrößern können", sagt Bauhuis. Damit würde das Gebiet für die Störche noch attraktiver.

 

Elke Oberländer

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