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Südkurier (Ausgabe Überlingen), Sonntag,
13.03.2004, 06:01
Ein Angebot für Adebar
Störche bekommen weitere Nisthilfe in Frickingen − Nur noch zwei Junge pro Paar
FRICKINGEN − Auf den Wiesen liegt noch Schnee, doch die Störche sind schon da. Doch was heißt hier schon? Längst halten sich viele nicht mehr an ihre ursprüngliche genetische Programmierung auf wärmere Regionen und verzichten faul auf ihre „Miles & More”-Ansprüche.
Machen den Störchen in Frickingen ein weiteres Angebot: Franz Beer (BUND Markdorf), Bürgermeister Joachim Böttinger und Gabriele Lindner (BUND Salem) bei der Aufstellung einer Nisthilfe gegenüber der Schule. Bild: Walter
Entsprechend häufiger begegnet uns Adebar inzwischen in der Region auch fern vom Storchenweiher des Affenbergs. Doch gesicherte Wildbestände in Oberschwaben und am Bodensee gibt es noch längst nicht, wie Storchenexperte Franz Beer vom BUND Markdorf bei der Aufstellung einer Nisthilfe in Frickingen betonte.
Optimale Witterung habe es im Vorjahr gegeben, sagt Beer. Doch im Durchschnitt brachten es die Brutpaare im Raum Oberschwaben/Bodensee gerade mal auf zwei Junge. „Das ist aber das absolute Minimum, damit der Bestand gesichert ist”, sagt der Biologe. Vor zwei Jahren brütete ein Storchenpaar auf dem Dach der Frickinger Grundschule. Dass die Jungen nicht überlebten und die Eltern im Vorjahr dieses Nest nicht mehr besetzten, führt Beer möglicherweise auf tierische Fremdeinwirkung zurück. „Das riecht nach Steinmarder”, vermutet er aufgrund anderweitiger Erfahrungen.
Vor Jahresfrist hatten sich die Störche auf der anderen Straßenseite niedergelassen - auf einem Strommast der EnBW, der inzwischen entfernt wurde. Für eine Alternative zum Schuldach setzte sich Gabriele Lindner vom BUND Salem ein und fand die Unterstützung der Gemeinde Frickingen. „Wir wollen auf Nummer sicher gehen”, begründet Franz Beer die Maßnahme.
Auch Bürgermeister Joachim Böttinger liegt die Ansiedlung der Störche am Herzen. Deshalb stellt die Gemeinde auch die Mittel zur Aufstellung der neuen Nisthilfe bereit, die beim BUND Markdorf angefertigt worden war. Den Mast selbst hatte die EnBW zur Verfügung gestellt.
Die Nestgrundlage ist bereit, nun heißt es warten - ob das Angebot auf Gegenliebe stößt, ein Paar brütet und auch satt wird. Zwar gibt es die nahe gelegenen Riedwiesen, doch ist es um das Nahrungsangebot für die Tiere noch nicht sehr gut bestellt. „Schon die Aufweitung einiger Gräben könnte hier eine wichtige Verbesserung sein”, erklärte Franz Beer und regte im Gespräch mit Bürgermeister Böttinger entsprechende Maßnahmen an.
Hanspeter Walter
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