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Südkurier (Ausgabe Überlingen), Donnerstag, 08.04.2004


Gelungene Kooperation unter Froschessern


Quellgeister und BUND Markdorf starten Storchenprojekt − Nest in Heiligenberg-Echbeck wird schon bewohnt

ÜBERLINGEN − Man könnte darüber spekulieren, ob es wohl die gleichen kulinarischen Vorlieben sind, die die Echbecker „Quellgeister” dazu bewegt haben, sich mit Störchen solidarisch zu zeigen und ihnen ein neues Zuhause zu schaffen. Schließlich ziert die Maske der „Quellgeister” ein Frosch, der eben verspeist wird. Doch die Fasnacht ist ja längst vorbei, die Masken sind wieder im Schrank. Glaubt man dem Vorsitzenden der „Quellgeister”, Martin Elkmann, so haben Störche eine Storchennest-Aktion in Echbeck selbst heraufbeschworen. Hier stolzierten sie in letzter Zeit nämlich auffallend oft auf den Dächern und in den Teichen herum.

 

 

„Die Idee, ein Storchennest zu bauen, entstand bereits im vergangenen Sommer, als wir auf der Suche nach einer spannenden Aktion für die Heiligenberger Kinderferienspiele waren”, erklärt Martin Elkmann. Schon damals habe man Kontakt zur Markdorfer BUND Ortsgruppe aufgenommen, die in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Aktionen zum Erhalt des Storchs unterstützt. Allerdings hatten die Störche ihre Brutzeit Ende August beendet, und bereiteten sich auf ihre Reise in den Süden vor. Momentan jedoch melden sie sich zurück und suchen geeignete Brutplätze. In Echbeck nutzte man also die Gunst der Stunde, trommelte ein paar Vereinsmitglieder zusammen und begann mit dem Bau eines Nests. Mit Unterstützung der Zimmerei Walter Stengele entstand in wenigen Stunden ein dicker, stabiler Reisigring von etwa 1,20 Meter Durchmesser samt passendem Unterbau, der das Nest tragen und für den Halt auf dem Dach sorgen sollte.

 

Doch mit dem Bau des Nests war das Werk noch lange nicht beendet. Schließlich musste es ja noch irgendwie auf den Dachfirst eines Echbecker Bauernhauses gelangen. Kurzerhand nahm man erneut Kontakt mit der BUND Ortsgruppe Markdorf auf.

 

„Die Kooperation war klasserdquo;, erklärt Martin Elkmann. Vorsitzender Franz Beer war gerade im Hepacher Ried im Einsatz, wo ebenfalls ein Storchennest installiert wurde. Den dort eingesetzten Spezialkran der Firma „Liede Baumpflege” schickte er kurzerhand weiter nach Echbeck und auch er selbst kam, um vor Ort mit anzupacken. Das Nest wurde mit Hackschnitzeln gefüllt und mit weißer Deckfarbe bemalt, damit es benutzt und in den Augen der Störche noch attraktiver wirkte. Dann endlich war es fertig zum „Abflug” hoch auf den Dachfirst. Während die Nestkonstruktion an Schnüren nach oben balanciert wurde, stand den Helfern die Hoffnung, sie möge auch tatsächlich auf das Dach passen, ins Gesicht geschrieben. Und ihre Einsatzfreude wurde belohnt. Nicht nur, als das Nest kurze Zeit später niet- und nagelfest auf dem Dachfirst prangte, sondern auch, als am nächsten Morgen der erste Storch stolz aus der neuen Behausung heraus blickte! Angst um seine Nahrung braucht der Quellgeist im übrigen nicht zu haben: Störche ernähren sich entgegen der allgemeinen Meinung eher von Würmern, Mäusen und Insekten als von Fröschen.

 

 

Eva Amann

 

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