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Südkurier (Ausgabe Markdorf), Donnerstag,
08.04.2004
Frühjahrsputz für Wandervögel
BUND-Ortsgruppe reinigt Mehlschwalbenkolonie am Gehrenbergzentrum
MARKDORF (msp) − Die Osterferien werden von vielen Menschen dazu genutzt, in den eigenen vier Wänden alles wieder auf Vordermann zu bringen. Auch bei den Mehlschwalben am Gehrenbergzentrum war Reinemachen angesagt, und dazu rückte die Ortsgruppe des Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) mit einer Hebebühne an, um die Brutstätten unter dem Dach zu reinigen.
Mit Bunsenbrenner und Hebebühne rücken die Naturschützer den Parasiten und Keimen in der Mehlschwalbenkolonie am Gehrenbergzentrum zu Leibe. Bild: Schopf
Gleich nach dem Bau des Gehrenbergzentrums an der Kreuzung zwischen Ravensburger- und Zeppelinstraße hätten sich Mehlschwalben dort niedergelassen, erzählt Franz Beer, Vorsitzender der BUND-Ortsgruppe. Damals hätten die Vögel auch rund um das Gebäude noch genügend Material gefunden, um sich ein Nest zu bauen. Doch mit der zunehmenden Versiegelung der Flächen sei das Baumaterial Mangelware geworden. „Wir haben uns dann gedacht, wenn die Schwalben schon mal einen Platz von sich aus aussuchen, dann sollte man ihn auch erhalten”, erklärt Beer. Deshalb habe man unter dem Dachtrauf Betonnester angebracht.
„Natürliche Nester fallen alle paar Jahre von allein ab und die Schwalben bauen sich dann neue”, berichtet Beer. Auf diese Weise würde die Natur für hygienische Nester sorgen. Da aber die Beton-Nistplätze nicht abfallen, müssen sie alle paar Jahre gereinigt werden, damit sich Parasiten nicht zu sehr vermehren.
Was daheim mit Schrubber und Spülmittel erledigt wird, passiert in der „Schwalben-Reihenhaussiedlung” mit einem Bunsenbrenner. Jedes Nest wird einzeln abgenommen und ausgebrannt, damit kein schädlicher Keim den Schwalben in die Quere kommt, wenn sie zwischen Mitte April und Mitte Mai wieder in ihre Behausungen einziehen wollen.
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