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Südkurier (Ausgabe Markdorf), Mittwoch, 07.07.2004


Ein Hotel für Wildbienen


Markdorfer BUND-Kindergruppe "Eichhörnchen" baut im Eisweihergebiet Nisthilfen

MARKDORF − Eine kleine „Wildbienenhotelanlage” ist im Naturschutzgebiet Eisweiher eröffnet worden. Wenige Schritte neben dem Weg können interessierte Spaziergänger beobachten, wie Wildbienen von dem neuen, reizvollen Angebot Gebrauch machen. Gebaut wurden die fantasievollen Nisthilfen von der BUND-Naturkindergruppe „Eichhörnchen”.

 


Kaum waren die Nisthilfen an ihrem neuen Bestimmungsort angebracht, wurden sie von den Wildbienen schon genutzt. Dass dies so schnell geht, hätten die Kinder nie gedacht.
Bild: BUND Markdorf

 

Nisthilfen für Wildbienen können aus den unterschiedlichsten Materialien bestehen. So haben die Kinder mit viel Eifer hohle Stängel in passende Stücke geschnitten, gebündelt und in Blechdosen gesteckt. Eine dünne Lehmschicht auf dem Boden der Dose hält die Stängel fest und verhindert, dass Vögel sie hinausziehen können um an die leckere Wildbienenbrut zu gelangen.

 

Besonders viel Spaß machte das Arbeiten mit weichem, geschmeidigen Ton. Was modelliert wurde, blieb ganz der Fantasie der Kinder überlassen. Wichtig war, dass die zum Abschluss mit Stäben und Stricknadeln hineingebohrten Nistgänge sechs bis zehn Zentimeter lang waren. So sind etwa schöne kleine Häuschen mit herabgezogenen, schützenden Dächern und einem Schornstein entstanden. Ein kleiner Lastwagen steht bereit und bietet in seinem Inneren viel Platz für Wildbienennachwuchs. Am Balken hängt ein Luchs mit Pinselohren und freundlich lächelnder Schnauze. Hier dürfen Bienen ein- und ausfliegen und müssen keine Angst um ihr Leben haben.

 

Im Winter machten die Kinder ihr Gruppenzimmer zur Holzwerkstatt. In dicke Holzstücke verschiedener Arten wurden Gänge von unterschiedlichem Durchmesser gebohrt. Eine anstrengende Arbeit, aber jeder wollte die Bohrmaschinen betätigen.

 

Vor dem Frühlingsbeginn ging es dann ans Aufhängen der vielen geschaffenen Werke. Einige fanden ihren Platz an der Beobachtungshütte im Hepbacher-Leimbacher Ried. Andere wurden im März in die Apfelbäume einer Obstwiese und an die Südwand eines Pferdeunterstands gehängt. Die vielen, nun im Juli geschlossenen Löcher zeigen, dass Bienen ihre Eier in den Gängen abgelegt und den Eingang verschlossen haben, damit der Nachwuchs ungestört heranwachsen kann.

 

Einen Abschluss bildete das Aufstellen der Schauwand im Eisweihergebiet. Der BUND-Zivi Tobias Polzer hat sie für die Kindergruppe entworfen und gebaut. Sie ist nach Süden ausgerichtet, denn die Wildbienenbrut braucht für ihre Entwicklung viel Wärme. Die Nisthilfen können aufgehängt oder aufgestellt werden und es gibt noch viel zusätzlichen Raum für weitere Schöpfungen. So schön ist die kleine Anlage geworden, dass die Gruppe beschlossen hat, ihr den Namen „Wildbienenhotel Tobi” zu geben. Die Wildbienen sind zufrieden damit. Schon während des Fototermins konnten die Kinder beobachteten, wie sie in Nistgänge hineinschlüpften. Sie scheinen die Nisthilfen der Kindergruppe gerne anzunehmen.

 

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