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Schwäbische Zeitung (Ausgabe
Markdorf), Samstag, 19.02.2005
Südumfahrungs-Gegner machen mobil
MARKDORF - Vier Tage vor der nächsten Weichenstellung für
die Südumfahrung des Markdorfer Gemeinderats versuchen die Kritiker
das Ruder rumzureißen. "Auch das Ergänzungsgutachten vom
Januar liefert keine ausreichende Datengrundlage für Beschlüsse
zum weiteren Vorgehen", heißt es in einem offenen Brief.
"Uns treiben da schon die Sorgen", sagt Franz Beer, Vorsitzender
der Markdorfer BUND-Ortsgruppe. "Die Situation vor dem Bürgerentscheid
ist nur noch in Resten geblieben." Die unbeantwortete Kernfrage lautet
laut Beer: "Wann wird was realisiert?" Vor dem Bürgerentscheid
sei immer von "zeitnah" die Rede gewesen. Jetzt sei der Planungsfall
7 "so ziemlich auf den Sankt Nimmerleinstag" verschoben, Friedrichshafen
West dauere wahrscheinlich noch sehr lange und Kluftern sei "total
dagegen". Außerdem sei weit und breit keine Ent- und Belastungsbilanz
zu erkennen.
"Leider wurden auch in der neuesten Veröffentlichung vom Januar
wieder keine Zahlen für die Verkehrsbelastung der Ortsdurchfahrt
Markdorf im Zwischenstand ohne Anbindung an die B 31/B 30 in Friedrichshafen
vorgelegt", sagt Beer. "Es ärgert uns, dass die Fakten
des Eingriffs nicht auf dem Tisch liegen, bevor Pflöcke eingeschlagen
werden." Dies sei um so unverständlicher, weil dieser so genannte
Zwischenstand die Menschen in Markdorf möglicherweise "auf Jahrzehnte"
beschäftigen werde.
Grobe Einschätzungen und Hinweise auf Lärmobergrenzen seien
wenig hilfreich. Das sei in Kluftern offensichtlich verstanden worden,
lobt Beer das vehemente Nein der Klufterner Bevölkerung und des Klufterner
Ortschaftsrats gegen den Weiterbau der Markdorfer Südumfahrung.
Es sei an der Zeit, mit neuen Ideen an die Verkehrsproblematik heranzugehen,
ergänzt BUND-Mitstreiter Jörg Münch. Beim Stichwort Öffentlicher
Personen-Nah-Verkehr (ÖPNV) seien nicht nur die Kommunalpolitiker
gefordert. Jeder Einzelne müsse einen Beitrag leisten - die Wirtschaft
mit Werksbussen oder kostenpflichtigen Parkplätzen eingeschlossen.
In den Augen der Aktionsgemeinschaft Südumfahrung Markdorf, einem
Zusammenschluss von Umfahrungskritikers, wirft das Fehlen der Straßenanbindung
im Osten das Gesamtkonzept "völlig über den Haufen".
Es entstehe vielmehr der Eindruck, dass die Straßenbauer durch den
"vorschnellen alleinigen Bau der Südumfahrung Fakten schaffen
und ein Verkehrschaos vor der Haustür des Nachbarn Kluftern"
anrichten wollen, um damit die Notwendigkeit weiterer Straßenbauprojekte
später begründen zu können.
Umweltgruppe stellt Fragen
Die Markdorfer Umweltgruppe, mit sieben Mandatsträgern im 25-köpfigen
Gemeinderat vertreten, fordert vor der Abstimmung am kommenden Dienstag
eindeutige Antworten auf fünf konkrete Fragen. Dabei geht es zum
Beispiel um die Kosten für den Ausbau des Aldi-Kreisels, des Kreisels
an der Einmündung zur Riedheimer Straße und den Anschluss der
Gaußstraße an die B 33. Eine andere Frage lautet: "Welche
verkehrsmindernden Beschränkungen auf der B 33 (Rückbau) sind
auf Grundlage der jetzigen Planung definitiv möglich und zu welchem
Zeitpunkt können sie realisiert werden?"
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