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Südkurier (Ausgabe Markdorf), Donnerstag, 03.03.2005


Schüler helfen den Störchen

7. Klässler der Pestalozzischule entbuschen im Eisweihergebiet

 

MARKDORF - Wenn die Zugvögel nach dieser Kälteperiode wieder zurückkehren, hoffen sie ihre altgewohnten Nahrungs- und Brutgebiete wiederzufinden. Störche, Kiebitze, Brachvögel und Bekassinen brauchen eine freie Fläche für ihre Nahrungssuche einerseits, andererseits Gebüsch, in dem sie sich schützen und ihren Nachwuchs aufziehen können. Diese Kulturflächen mit zu erhalten war Ziel eines Arbeitseinsatzes der 7. Klässler der Pestalozzischule in Markdorf.

 

Mit ihrer Entbuschungsaktion bereiten die Pestalozzischüler Nist- und Schutzplätze für die heimkehrenden Zugvögel vor. Bild: privat

 

Vor Wochen hatte Franz Beer vom BUND bei einer Begehung am Eisweiher den Schülern das Naturschutzgebiet näher gebracht und die Notwendigkeit aufgezeigt, dieses für die Tierwelt wichtige Kulturgebiet zu erhalten. Weil die Weiden und das Schilf stets zuwachsen, muss regelmäßig ausgedünnt werden, da das Biotop sonst total zuwachsen würde.

 

Diesen Vorgang nennt man " Entbuschen". Die dicken Weidenstämme werden mit einer Motorsäge gefällt, die Äste und die entsprechenden Zweige werden mit Sägen und Gartenscheren klein geschnitten, gesammelt und zu einem Wall aufgebaut, der den Tieren als Schutz dient. Kleintiere wie Dung- und Laufkäfer, Käferlarven, Heuschrecken, Grillen, Ohrwürmer, Raupen, kleine Spinnen, Tausendfüßler und Asseln stehen auf dem Speiseplan der Vögel ganz oben. Wobei sie kleine Frösche und Kröten, Eidechsen, Jungvögel und Kleinnager nicht verachten.

 

Wenn ein Storchenpaar Kinder hat, muss es täglich rund ein Kilo Käfer, Würmer oder Frösche sammeln um die Brut satt zu bekommen. Wenn sie dafür kilometerweit zur Nahrungssuche weg fliegen müssten, gäbe es in Markdorf bald keine Störche mehr. So entstand die Idee bei den Pestalozzischülern aktiv beim Naturschutz mitzumachen.

 

"Es ist für die Schüler besser durch eigenes Handeln Dinge zu erfahren und dadurch zu lernen als dies im Unterricht durch Schautafeln und Bücher übermittelt zu bekommen", unterstützte die Klassenlehrerin M. Wosnitzka die Aktion.

 

So trafen sie sich bei noch niedrigen Temperaturen beim Eisweiher, um unter Anleitung von H. Münch vom BUND und dem Zivildienstleitenden Florian Niedermann einen Teil de Gebietes zu entbuschen. Trotz der Kälte kamen die Schüler ganz gehörig ins Schwitzen. Über drei Stunden arbeiteten sie und waren danach stolz auf das Ergebnis.

 

Natürlich gab es als Arbeitsvesper eine Brezel und heißen Tee. Appetit bekamen die Schüler auch durch ihre Aktion auf das Ergebnis ihrer Arbeit. Eine Begehung des Naturschutzgebietes ist geplant.

Auch sind die Pestalozzischüler gespannt, ob man im Herbst noch etwas von ihrer Entbuschungsarbeit sehen kann, wenn sie sich erneut zum Helfen einfinden wollen.(gl)

 

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