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Schwäbische Zeitung (Ausgabe Markdorf), Donnerstag, 28.10.1999

 

Staustufen sollen Wasserqualität verbessern

Wangener Dorfbach


Markdorf - Die Mitglieder des BUND Markdorf haben den "Wangener Dorfbach" auf Höhe der Oberen Gallusstraße renaturiert. Dabei wurden die Uferzonen abgeflacht und mehrere Staudämme angelegt.

Von unserem Mitarbeiter Stefan Steinhauer


Am Rande des Naturschutzzgebietes "Eisweiher" verläuft der Wangener Dorfbach. Um Felder und Wiesen zu entwässern, hatten die Bauern einst einen Graben gezogen, in dem sich das ablaufende Regen- und Oberflächenwasser sammeln sollte. Der auf diese Weise entstandene Bachlauf lag jedoch ungefähr eineinhalb Meter unterdem Flächenniveau der angrenzenden Felder.
Da der Bachlauf zudem ein recht starkes Gefälle aufwies, floss das Wasser mit sehr hoher Geschwindingkeit.Wasser reichert sich aber nur bei langsamer Fließgeschwindigkeit mit ausreichend Sauerstoff an. Die natürliche Selbstreinigung des Wangener Dorfbaches fiel somit buchstäblich ins Wasser.
Die Mitglieder des BUND Markdorf hatten die Idee, zusätzliche Staustufen in den Bachlauf einzubauen, damit das Wasser nicht so schnell abfließen kann. So rollte am vergangenen Montag ein großer Schaufel-Bagger an die Obere Gallusstraße, um insgesamt sechs Sohlschwellen anzulegen. Diese künstlichen Dämme wurden mittels großer Kieselsteine aufgehäuft. Bei der "Kleinarbeit" am Bachbett packten Friedrich Beran vom BUND und der Zivildienstleistende Niels Batke mit an.
Der Wasserspiegel vor den Staustufen konnte teilweise um 50 Zentimeter angehoben werden. "Die Verweildauer des Wassers konnte soweit erhöht werden, dass die Zeit zur Selbstreinigung nun ausreicht", erklärt BUND-Mitglied Friedrich Beran. Diese Erhöhung der Wasserqualität komme schließlich auch dem Bodensee zugute, in den das Wasser des Wangener Dorfbaches letzendlich fließe, erläutert der Umweltschützer. Der Einbau der Staustufen hat den BUND rund 3000 Mark bezahlt. Einen Zuschuss gab es von der Deutschen Umwelthilfe.

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