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Südkurier (Ausgabe Markdorf),
Freitag, 22.04.2005
Schwarzmilane starben an Gift
Bei Untersuchung Insektizid festgestellt - BUND vermutet gezieltes
Vorgehen
MARKDORF - Zwei tote Schwarzmilane hat Franz Beer von der BUND-Ortsgruppe
Markdorf im vergangenen Jahr im Hepbacher-Leimbacher Ried gefunden und
einen davon untersuchen lassen. Jetzt liegt das Ergebnis vor. "Es
handelt sich eindeutig um ein hochgiftiges Insektizid mit dem Namen Carbofuran.
Nachgewiesen wurde es in geschnittenen Fleischstücken, die sich im
Kropf des Greifvogels fanden.

Imposanter Greifvogel: Der Schwarzmnilan hat eine Spannweite von bis zu
1,2 Metern.
Franz Beer wurde selbst Augenzeuge des Milan-Todes. Das Tier habe mit
ausgebreiteten Flügeln auf einer Pappel gesessen. "Zehn Minuten
später kippte es um und konnte sich noch kurze Zeit mit dem Schnabel
festhalten, bevor es in die Brunnisach stürzte", schildert der
BUND-Mann seine Beobachtung. Er barg es und übergab es einem Tierarzt,
der im Kropf des Vogels klein geschnittene Fleischstücke sicherte.
Die wiederum untersuchte der Greifvogelschützer Dr. Dieter Haas aus
Albstadt. Jetzt liegt das Ergebnis vor: Das Tier wurde mit Carbofuran
vergiftet. Das Insektizid ist hochgiftig. In manchen Ländern, so
Beer, werde es in der Landwirtschaft zur "Schadvogelbekämpfung"
eingesetzt. Bereits ein 30 Kilo schweres Kind könnte 0,1 Gramm nicht
überleben. Und der Wirkstoff wird auch über die Haut aufgenommen.
Beer vermutet, dass die Giftköder gezielt ausgelegt wurden. Der
Täter müsse über gute Kenntnisse verfügen. Da sich
damit auch Kinder, Hunde oder Katzen vergiften könnten, spricht er
von "einem kriminellen Tatbestand".
Auf dem selben Baum beobachtete ein Bekannter Beers eine Stunde später
das Sterben eines zweiten Schwarzmilans. Da diese Raubvögel ihre
Beute in einem begrenzten Radius greifen, tippt Franz Beer auf einen "Tatort"
zwischen Markdorf und Oberteuringen.
Der BUND bittet nun Personen, die tote Greifvögel finden,
sich unter Telefon 07544-5162 zu melden.
Winfried Thum
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