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Schwäbische Zeitung (Ausgabe Markdorf), Mittwoch, 01.06.2005


Naturschützer rätseln über Storchentod

MARKDORF - Das Storchenprojekt des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat in diesem Frühjahr einen herben Rückschlag erlitten. Die komplette Brut ist tot. Am Eisweiher entdeckten BUND-Mitglieder vier tote Jungvögel und im Hepach-Leimbacher Ried verließen die Altstörche ihr Nest und ließen die Eier zurück.

 

Von Thomas Werz

 

Franz Beer, Vorsitzender des BUND Markdorf, kann sich nicht erklären, warum die Jungtiere gestorben sind und die Eltern ihre Brut zurückgelassen haben. "So ein Verhalten hat noch niemand beobachtet", sagt Beer.



Im Naturschutzgebiet Hepach-Leimbacher Ried lagen die Eier statt in der Mitte des Nests ganz am Rand, eines lag auf der Erde, berichtet der Zivildienstleistende Florian Niedermann. "Zuerst vermuteten wir, dass die Eier steril waren und die Altstörche sie deshalb zurückgelassen haben." Doch in einem Ei, das geöffnet wurde, fanden die BUND-Mitglieder einen kleinen Vogel, der offenbar kurz vor dem Schlüpfen war. "Das seltsame Verhalten stellt uns vor ein Rätsel", sagt Niedermann.

 

Im Naturschutzgebiet Eisweiher fand Beer drei tote Jungtiere am Boden, eines lag leblos im Nest. Auch hier hatten die Eltern das Nest verlassen. "Ein Tier war neun Tage alt und wog 350 Gramm. Vom ersten Eindruck her war es in einem guten Ernährungszustand", sagt Niedermann. Waren die Jungstörche wie vor zwei Jahren an Gummiringen von den Erdbeerfeldern gestorben? Beer schnitt eines der Tiere auf - fand jedoch keinen Gummiring.

 

Woran die kleinen Störche gestorben sind, ist unklar. "Vielleicht starben sie an einer Infektion." Er hat die Mägen herausgenommen und will sie und ein Tier einschicken, damit die Todesursache von Experten festgestellt werden kann. "Wir tappen im Dunkeln und hoffen auf vernünftige Antworten", sagt Beer.

 

Franz Beer vom BUND hält einen toten Storch in seinen Händen. Er kann sich nicht erklären, warum die jungen Tiere tot sind. Foto: privat

 

 

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