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Schwäbische Zeitung (Ausgabe Markdorf), Samstag,11.06.2005


Schüler erforschen Störche

FRICKINGEN (sz) In Frickingen haben fünf Storchpaare ihre Nester bezogen. Eine Frickinger Schülergruppe hat die Störche beobachtet. Jetzt konnte sie erste Ergebnisse präsentieren.

 

Die Gemeinde Frickingen kann sich dieser Tage mit zweierlei Rekorden rühmen: Fünf Storchenpaare bereichern seit zwei Monaten das Ortsbild der Gemeinde. Damit hält Frickingen den oberschwäbischen Storchenrekord.

Acht Schüler beobachten die Störche dabei, wie sie sich aufopferungsvoll um ihren Nachwuchs kümmern. Die Schüler wollen sich mit ihren Untersuchungen dafür einsetzen, dass die Störche auch weiterhin Gefallen an ihrer neu gewonnenen Heimat finden.

 

"Das Wissen über das Verhalten der Störche bei der Nahrungssuche, über die Vorlieben bei der Wahl ihres Nistplatzes oder über die Gewohnheiten bei der Pflege ihres Nachwuchses ist eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung und Umsetzung lokaler Schutzmaßnahmen für den imposanten Langstreckenflieger", sagt Franz Beer vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Markdorf.

 

Von besonderem Interesse für die Schüler sind bevorzugte Nahrungsreviere der Vögel. Deshalb durchstreifen sie regelmäßig umliegende Wiesenflächen auf der Suche nach Meister Adebar. Wird ein Storch gesichtet, wird das auf einer Karte vermerkt. Hier arbeiten die jungen Storchenforscher streng wissenschaftlich: So lasse das Verhältnis der Pick- und Schluckbewegungen der Tiere Rückschlüsse auf die Ergiebigkeit der Wiesen als Nahrungsquelle zu. Als erstes Ergebnis liegen vor: Die Schüler konnten Wiesenflächen im Süden von Frickingen als bevorzugte Nahrungsreviere der Störche benennen.

 

Kamera überträgt aus dem Horst

 

Jedoch nicht nur auf der freien Fläche sind die Schüler den Störchen auf der Spur, sondern auch innerhalb der Ortschaft. Je zwei Schüler beobachten einen Storchenhorst und können Auskunft über die Anzahl und den Entwicklungsstand der seit einigen Wochen oder Tagen geschlüpften Jungtiere geben. Zu einem faszinierenden Erlebnis wird die Beobachtung des Horstes auf dem Schuldach. Eine dort angebrachte Kamera, erlaubt Einblicke der besonderen Art. Ein in der Schulaula aufgestellter Monitor überträgt live aus der Kinderstube der Störche.

 

Unterstützt wird dieses Schülerprojekt von der Grundschule Frickingen, dem Storchen-Projekt des Affenbergs und den BUND Ortsverbänden Salem und Markdorf. Christoph Niemöller, Mitarbeiter der Affenberg GmbH, der die Horste betreut, prognostiziert: "Es kann im Schnitt von zwei Jungstörchen pro Nest ausgegangen werden, die diesen Herbst in den Süden aufbrechen." Davor wird Christoph Niemöller sie noch beringen. Ein Ereignis das die Schüler natürlich nicht verpassen wollen.

 

 

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