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Schwäbische Zeitung (Ausgabe Markdorf), Donnerstag, 28.06.2001
Drei neue Teiche bringen Leben ins Ried
Amphibienbereiche als Lehrbiotop

Franz Beer, BUND-Kreisvorsitzender, Gerhard Schwaderer
von der BUND-Ortsgruppe Friedrichhafen und Willi Schöllhorn vom Umweltschutzamt
(von links) vor der Holzplattform am neuen Lehrbiotop. SZ-Foto: Flotow
FRIEDRICHSHAFEN - Auf dem kreiseigenen Grundstück westlich des Mittelbertgs
bei Raderach werden schon bald wieder die Frösche quaken. Als Teil
eines Naturlehrpfades, der in den kommenden Jahren entsteht, wurden drei
Biotopteiche geschaffen. Eine Bereicherung für das Hepbacher-Leimbacher
Ried.
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Von unserem Mitarbeiter Gunnar M. Flotow
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Das neue Lehrbiotop hat eine Wasserfläche von 600 Quadratmeter und
eine Tiefe von ungefähr zwei Metern. Nutzen sollen es künftig
Spaziergänger, aber auch Schulklassen. Flach- und Tiefenzonen geben
dem Besucher Einblicke in die Pflanzen und Tierwelt eines Stillgewässers,
wie er sie sonst selten zu sehen bekommt.
Zunächst stellt sich das neue Amphibienbiotop dem Besucher als lehmige
Kraterlandschaft dar, dies hat aber seinen Sinn und Zweck. "Auf die
Ansiedlung von Pflanzen und Tieren wird bewußt verzichtet"
erklärt Willi Schöllhorn vom Umweltschutzamt. "Dieser Rohbereich
soll sich selber besiedeln."
Die Natur wird sich selbst überlassen
Der tonige Lehmboden werde noch lange offen bleiben und die Vegetation
werde sich zunächst nur sprlich entwickeln. Dies sei aber eine wichtige
Voraussetzung für die Ansiedlung von sogenannten Pionierarten, meint
Schöllhorn. Die Umweltschützer hoffen, dass sich schon bald
erste Vorreiter wie Libellenlarven und Wasserläufer einfinden. Günstige
Strukturen seien in der Umgebung vorhanden. In der Nähe des Biotops
wurden Kammolchpopulationen nachgewiesen; man ist guter Dinge, dass auch
dieses Amphibium bald den Weg zu den neuen Teichen findet. "Wenn
wir Glück haben, tauchen schon im Mai die ersten Laubfrösche
auf", ergänzt Franz Beer, Vorsitzender des BUND-Kreisverbandes.
Besonderheit des Lehrbiotops ist eine zehn Meter lange und 2,50 Meter
Holzplazzform, die den Besucher an das Wasser heranführt und von
der am Teich beobachtet werden kann. "Wir haben das Plattform absichtlich
so groß gemacht, damit auch eine ganze Schulklasse darauf Platz
findet," sagt Willi Schollhörn, "außerdem dient sie
dazu, dass der Mensch so gering wie möglich als Störfaktor auftritt."
Der Mensch als Betrachter, nicht als Störenfried
Planung und Bauleitung sowohl der Teiche asl auch der Holzplattform führte
das Umweltschutzamt des Bodenseekreises aus. Finanziert wurde das Lehrbiotop
durch Patengelder der BUND-Verbände Markdorf, Friedrichshafen und
Kluftern.
Solch ein Biotop, wie es westlich des Mittelbergs geschaffen wurde, gibt
es normalerweise nur in der Nähe von großen Flüssen. Da
heutzutage fast alle Flüsse und Bäche begradigt worden sind
und sich nicht mehr selbst entwickeln können, musste man der Natur
ein wenig nachhelfen. "Bei unserem Lehrbiotop handelt es sich sozusagen
um die Imitation eines naturnahen Flussuferbereiches", verrät
Gerhard SChwaderer von der BUND Ortsgruppe Friedrichshafen. "So etwas
kann nur durch eine Überflutung entstehen, die aber heute nicht mehr
möglich ist." Die Lebensdauer der Teiche wird von den Umweltschützern
auf 30 bis 50 Jahre geschätzt, danach werden sie wieder verlanden.
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