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Schwäbische Zeitung (Ausgabe Markdorf), Samstag, 15.05.1999


Ruderwanzen und Wasserskorpione

Der neue Teich am Rand des Naturschutzgebietes "Eisweiher" soll Amphibien ein neues Zuhause bieten und Kindern die Natur nahebringen. SZ-Foto: nz


MARKDORF (nz) - Am Mittwoch präsentierte der BUND das Ergebnis eines neuen Projekts: ein Teich am Rande des Schutzgebietes "Eisweiher", der erst wenige Tage zuvor aus dem Erdreich gehoben wurde. Dort werden sich künftig nicht nur geschützte Amphibien wohlfühlen. Das künstliche Biotop soll vor allem auch Kindern den Weg "zurück zur Natur" ermöglichen.


Den Weg kann man - darauf wurde bei dem Projekt Rücksicht genommen - ohne lange Fußmärsche einschlagen. Wenige Schritte nur in Verlängerung der Oberen Gallusstraße sind nötig, um das jungfräuliche Gewässer zu begutachten.
Von Bagger und Lkw, die die Humusschicht abgetragen und -transportiert haben, ist nichts mehr zu sehen. Schon hat sich, Dauerregen sei Dank, ein großer Tümpel über dem lehmigen Untergrund aufgestaut.
Franz Beer vom BUND Markdorf rechnet mit einer raschen Besiedlung des neuen Biotops durch Wasserkäfer, Libellen, Ruderwanzen, Wasserskorpione aber auch Amphibien wie Frösche und Molche. "Laich wird mit Sicherheit im nächsten Frühjahr hier zu finden sein", schaut der Umweltschützer voraus.
Im Gegensatz zum streng geschützten Kern des Gewanns "Eisweiher", das sich zur linken des Spazierweges erstreckt, störe man hier keine seltenen Brutvögel, hebt Beer die Lage des Beobachtungsteiches als Puffer zwischen Natur- und Landschaftsschutzgebiet hervor.
Die Begehung des Mini-Biotops durch junge und fortgeschrittene Naturfreunde ist dabei nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht. Eigens hierfür modellierte "Beobachtungsinseln" fügen sich harmonisch ins Geamtbild. Zusammen mit dem Verzicht auf eine spezielle Uferbepflanzung geht das doppelte Anliegen des BUND somit hoffentlich bald auf. Das formuliert Beer so: "Für den Erhalt der Natur muss man sich gerade auch da engagieren, wo man sie erleben kann."
Das scheint der Landkreis genauso zu sehen. Vor dort flossen Fördermittel zu den Spendengeldern, mit denen das Projekt finanziert wurde.

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