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Bund für
Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)
Regionalverband Mittlerer Oberrhein
| Endlagerausstellung
verharmlost Atommüll-Problem Kritik an der Präsentation des Bundes in Karlsruhe (10.9.2009) Deutliche Kritik gibt es seitens des Bund für Umwelt- und Naturschutz, Regionalverband Mittlerer Oberrhein, für die Ausstellung des Bundesamtes für Strahlenschutz zum Thema Atommüll-Endlagerung bis zum 11. September auf dem Karlsruher Marktplatz. Wie Armin Gabler, BUND-Regionalvorsitzender, hervorhebt, geht es dabei vor allem um den Grundtenor der Ausstellung, die sich unter anderem mit den potentiellen oder einst angedachten Atommüll-Endlagern in Deutschland beschäftigt. „Probleme wie z.B. die einsturzgefährdete Schachtanlage Asse, in die ab 1967 Abfälle deutscher Atomkraftwerke eingelagert wurden und in die nun radioaktive Lauge einsickert, werden durchaus thematisiert. Umso erstaunlicher ist es, dass die Ausstellung den Eindruck erweckt, die Endlagerung sei ein rein technisches und mit viel Blei, Glas und Beton lösbares Problem.“ Nach Ansicht des BUND zeige gerade das Beispiel der Asse, aber auch die Historie des bisherigen Erkundungsbergwerkes Gorleben, dass bisher Milliarden von Euro für eine hinsichtlich der Standortauswahl viel zu stark eingeschränkte Endlagersuche verschwendet wurden. „Bisher gibt es weltweit noch kein Atommüll-Endlager. Auch die deutsche Politik muss endlich aufhören, den Leuten vorzumachen, dass für den Weiterbetrieb von Atomkraftwerken nur noch das angeblich so winzige Problem der Endlagerung mal eben gelöst werden müsse“, forderte Gabler. Jüngste Äußerungen von Ministerpräsident Günther Oettinger und Umweltministerin Tanja Gönner deuten eher darauf hin, dass Baden-Württemberg nach dem Sankt-Florians-Prinzip handelt: während es einen hohen Atomstrom-Anteil im Energiemix gibt, besteht keinerlei Bereitschaft, sich auf die ergebnisoffene Endlagersuche einzulassen. Nach Ansicht des BUND ist der Ausstieg aus der Atomkraft die einzige Lösung aus der Misere. „Für den bis dahin angefallenen Müll muss eine ergebnisoffene Prüfung von Alternativstandorten her, die keine Rücksicht auf die Befindlichkeiten einzelner Bundesländer nimmt. Kriterien für die Standortwahl dürfen ausschließlich sicherheitstechnische sein. Ansonsten gilt: wer den Müll produziert, ist auch dafür verantwortlich“, macht Gabler klar. Solange muss der Müll dort gelagert werden, wo er auch tatsächlich anfällt, anstatt ihn auf lange Transportwege zu schicken und dann in Lagerstätten unterzubringen, die sich im Nachhinein als völlig ungeeignet erweisen. „Die Forderung des Bundesumweltministers, ein Endlager müsse eine Million Jahre lang auch tatsächlich sicher sein, klingt ja erstmal sehr beruhigend. Sie wird allerdings paradox, wenn man bedenkt, dass wir bisher noch nicht mal eine 40 Jahre währende Lösung für unsere Atommüllprobleme gefunden haben, die sich als verlässlich erwies“, so Gabler. Einig sind der BUND und Wolfram König, Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz, sich allerdings darin, dass der Einstieg in die Atomkraft als Risikotechnologie am besten niemals erfolgt wäre. |