![]() |
||||||
Bund für
Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)
Regionalverband Mittlerer Oberrhein
| Gift
gegen Maikäfer schädigt andere Arten
Der BUND lehnt den Pestizideinsatz zur Bekämpfung des Waldmaikäfers im Hardtwald entschieden ab und begründet dies wie folgt: 1. Das zur Verwendung vorgesehene Insektizid Dimethoat wirkt grundsätzlich gegen alle Insekten und weist auch für Wirbeltiere eine hohe Giftigkeit auf. „Kollateralschäden“ sind deshalb unvermeidbar. Die Schädigung anderer Arten würde sich nur dann weitgehend vermeiden lassen, wenn so zurückhaltend gespritzt wird, dass auch keine wesentliche Dezimierung der Maikäfer erfolgt. Dies würde den Gifteinsatz ad absurdum führen. 2. Der Pestizideinsatz in dem nach europäischem Recht geschützten „Natura 2000“-Gebiet ist naturschutzfachlich unsinnig. Selbst wenn es durch den Maikäfer auf großer Fläche zu einem mehrjährigen Totalausfall aller Eichenjungkulturen käme, würde dies den Baumbestand aufgrund der sehr langen natürlichen Lebenserwartung von Eichen langfristig nicht ernsthaft gefährden. Von solch einem Schreckensszenario sind wir weit entfernt. Im Hardtwald gibt es zahlreiche Flächen mit erfolgreicher Eichenverjüngung: mehr als 60 % der von der Forstverwaltung gepflanzten Eichen werden groß. Dies mag im Hinblick auf die Holzverkaufsziele unbefriedigend sein - für den langfristigen Erhalt der Eiche im Hardtwald ist es völlig ausreichend. Der Pestizideinsatz ist also zum Erhalt des „NATURA 2000“-Gebietes Hardtwald nicht erforderlich. Auf Grund der erwartenden Beeinträchtigung besonders und streng geschützter Arten ist er sogar unzulässig. Soweit eine Bekämpfung des Waldmaikäfers zur Sicherung des Holzertrags geboten scheint, müssen alternative, schonende Methoden eingesetzt werden, so etwa durch weitere Versuche mit dem Beauveria-Pilz. |