Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)
Regionalverband Mittlerer Oberrhein

Stadtbahntunnel-Spatenstich ist Schauveranstaltung ohne Durchblick
Stadt Karlsruhe will offenbar Zukunft eines leistungsfähigen und bezahlbaren Bahnverkehrs begraben

Als Schauveranstaltung ohne Durchblick muss der so genannte Spatenstich für den geplanten Stadtbahntunnel in Karlsruhe am 21. Januar 2010 angesehen werden, so der Regionalverband Mittlerer Oberrhein des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Baden-Württemberg e.V. Ohne dass ein Zuschlag für den Rohbau des Tunnels erteilt wurde - und damit ohne Kenntnis der Kosten - inszeniert Oberbürgermeister Heinz Fenrich gemeinsam mit Ministerpräsident Günther Oettinger einen vermeintlichen Baubeginn, so Hartmut Weinrebe, Regionalgeschäftsführer des BUND. Während die Bahnen in Karlsruhe entweder Signalen folgen oder auf Sicht fahren, befindet sich die Stadt beim Bauvorhaben Stadtbahntunnel im Blindflug.

Dem BUND geht es um die Gewährleistung eines leistungsfähigen und bezahlbaren Öffentlichen Personenverkehrs in der Region Karlsruhe als Beitrag zum Klimaschutz und für die Luftreinhaltung. Die Stadt Karlsruhe ist offenbar willens, für ein Prestigeprojekt diese Perspektive zu begraben. Zum einen sind gutachtlich jährliche Folgekosten von 15 Millionen Euro prognostiziert - zum anderen soll mit dem Stadtbahntunnel ein die zukünftige Flexibilität und Leistungsfähigkeit des Liniennetzes begrenzendes Nadelöhr zementiert werden. Weiterhin hielte der BUND es für geboten, dass die Stadtverwaltung statt für die so genannte „U-Strab“ Schulden aufzunehmen und Zinsen zu bezahlen diese Mittel für Umwelt und Naturschutz einsetzt. Beispielsweise die energetische Gebäudesanierung trägt nicht nur zum aktiven Klimaschutz bei, sondern solche Baumaßnahmen sind auch förderfähig und schaffen Arbeitsplätze. Für den Bahnverkehr sollten hingegen kostengünstige und flexible oberirdische Entlastungen umgesetzt werden.

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