Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)
Regionalverband Mittlerer Oberrhein

Straßenbau am Rhein: belastende Fehlplanungen
Die Region verträgt keinen weiteren
Fern- und Schwerlastverkehr

Etwa vier geplante „Lückenschlüsse“ im Straßenbau würden der Region Oberrhein, insbesondere dem Raum Wörth, einen albtraumartigen Quantensprung in der Verkehrsbelastung bescheren. Nicht die versprochenen Entlastungen würden eintreten, vielmehr würden enorme neue Verkehrsströme ins Land geschleust werden. Dies stellen BUND, zahlreiche Naturschutzverbände, Bürgerinitiativen, Bürgervereine und Interessengemeinschaften aus der Region Südpfalz, dem nördlichen Elsass und dem Raum Karlsruhe fest.

Die "Bürgerinitiative gegen den vierspurigen Ausbau der B 10" verweist auf die prognostizierte Erhöhung des Verkehrsaufkommens von zur Zeit noch etwa 20.000 Kfz pro Tag auf bis zu 45.000 Kfz bei Realisierung des vierspurigen Ausbaus zwischen Pirmasens und Landau. Ein Großteil des zusätzlichen Verkehrsaufkommens würde voraussichtlich über die A 65 in Richtung Wörth/Karlsruhe fließen.

Alsace Nature erläutert den drohenden Bau einer Westumgehung bei Strassburg: Er würde zu einer starken Verkehrszunahme auf der CD 300 von Strassburg nach Lauterburg und in der Südpfalz führen. Dies insbesondere bei einem "Autobahn-Lückenschluss" im Bienwald, wie er vom "Bündnis gegen die Bienwaldautobahn" bekämpft wird.

Die Karlsruher Bürgervereine Knielingen und Neureut stellen dar, dass bei dem heute auf der Rheinbrücke z.T. schon auftretenden Verkehrsaufkommen von bis zu 100.000 Kfz pro Tag eine zweite Rheinbrücke mit einer Nordtangente um Karlsruhe etwa 40.000 Kfz pro Tag aufnehmen würde. Dabei käme es auf der vorhandenen Rheinbrücke nur zu einer Entlastung von etwa 10.000 Kfz pro Tag. Zusätzlich kämen 30.000 Kfz neu in die Region.

Der vierspurige Ausbau der B 10, eine zweite Rheinbrücke mit Nordtangente Karlsruhe, eine Westumgehung von Strassburg als auch ein "Lückenschluss" im Bienwald würden in der Region Oberrhein und hier vor allem im Bereich von Wörth und Karlsruhe zu einer massiven Verkehrszunahme führen. Jeder einzelne der genannten "Lückenschlüsse" würde über die Schaffung neuer Verkehrsaufkommen den Druck zur Durchführung der übrigen stark erhöhen. Insofern ist jede der diskutierten Straßenbaumaßnahmen auch für alle anderen von Relevanz.

Die von den Straßenplanern oft versprochene Entlastung existierender Verkehrswege - so auch der vorhandenen Rheinbrücke - wird, wenn überhaupt, minimal ausfallen, wohingegen über die neuen Straßen enorme neue Verkehrsströme in die Region geleitet werden. Die Region verträgt jedoch keine weitere Zunahme des Fern- und Schwerlastverkehrs auf der Straße.

Die überregionale Verkehrsentwicklung in den Einzelplanungen wird von Straßenplanern und Politikern bisher oft vollkommen vernachlässigt. Jüngstes Negativbeispiel ist das - aufgrund seiner vielen Mängel ausgesetzte - Raumordnungsverfahren zur Bienwaldautobahn. Zu erklären ist dies nur mit fehlender Weitsicht oder Taktik zur Verschleierung der langfristigen Auswirkungen des Straßenbaus. Beides ist inakzeptabel! Man bedenke nur die nach den genannten "Lückenschlüssen" zu erwartenden Folgen im schon jetzt sehr stark schadstoffbelasteten Raum Wörth/Karlsruhe.

Eigentlich geht es um die Lösung von Transport- und Mobilitätsproblemen. Die Möglichkeiten des umweltfreundlichen Schienenverkehrs liegen - gerade im Südpfälzer Raum, aber auch in der Region Oberrhein insgesamt - bis heute noch in großem Umfang brach. Ohne wesentliche neue Belastungen für Mensch und Umwelt wären hier noch riesige Reserven zu aktivieren. Dies im Vergleich zum Straßenbau oft sogar noch deutlich kostengünstiger.

Zukunftsfähige Verkehrsentwicklung in der Grenzregion - Resolution von Knielingen

Argumente gegen die Karlsruher Nordtangente

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BUND-Ortsgruppe Karlsruhe, Leitseite