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Bund für
Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)
Regionalverband Mittlerer Oberrhein
| Aktionstag in Karlsruhe
16.2.2004 Streitfall Gentechnik: „WTO: Hände weg von unserer Nahrung!“
Mit einer fünf Meter großen Gen-Tomate haben Mitglieder des globalisierungskritischen Netzwerks Attac, des BUND, von Greenpeace und anderen Gruppen in Karlsruhe gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel protestiert. Aktuell ging es um den Angriff auf unsere Nahrung durch die Welthandelsorganisation WTO und das neue deutsche Gentechnik-Gesetz, mit dem verstärkt gentechnisch veränderte Pflanzen auf die Felder kommen können. Die Protestaktion auf dem Stephanplatz und dem Marktplatz war Teil der Kampagne „WTO: Hände weg von unserer Nahrung“, mit der Attac, BUND und BUNDjugend auf die gefährliche Macht der WTO hinweisen und für eine gentechnikfreie Landwirtschaft eintreten.
Hintergrund ist der Streit um die Zulassung gentechnisch veränderter Lebensmittel. In der Europäischen Union, wo mehr als 70 Prozent der Menschen Gen-Essen ablehnen, verhinderte ein Moratorium noch, dass Gentech-Lebensmittel in den Handel gelangten. Dies wollten die USA zusammen mit Argentinien und Kanada ändern: Weil sie ihre genmanipulierten Lebensmittel durch das Moratorium nicht in die EU exportieren konnten, haben sie Klage bei der Welthandelsorganisation WTO eingereicht. „Die USA nutzen die WTO, um uns genmanipuliertes Essen aufzuzwingen“, kritisierte Wolfram Treiber vom Karlsruher Aktionsbündnis. „Das ist ein Skandal. Wir wollen selbst entscheiden, was auf den Tisch kommt. Gesunde Nahrung darf nicht Profitinteressen zum Opfer fallen.“
Das Verfahren bei der WTO sollte auch andere Staaten - insbesondere die Entwicklungsländer - davon abschrecken, Beschränkungen der Gentechnik beizubehalten oder einzuführen. Attac und BUND fürchten außerdem, dass die USA nach einem Erfolg dieser Klage auch gegen die EU-weite Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Lebensmittel klagen könnten. "Die Welthandelsorganisation wird zum Handlanger der Gentechnik-Industrie und ignoriert die Wünsche der Verbraucher", kritisierte der BUND. Die Gentechnik in der Landwirtschaft berge viele Risiken: "Die Folgen der Gentechnik für Mensch, Tier und das Ökosystem sind viel zu wenig erforscht. Genmanipulierte Pflanzen können sich durch Pollenflug mit anderen Kultur- oder Wildpflanzen kreuzen. Zur Bekämpfung des Welthungers nützen sie nichts."
Inzwischen hat der Bundestag das neue Gentechnik-Gesetz beschlossen, nach dem grossflächig gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden können. Aber es ist immer noch möglich, dies zu verhindern.
Beteiligt:
Gentechnikfreie
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