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Die Altlast im Schweriner Burgsee

Der Schweriner Burgsee ist im südlichen Bereich in den Jahren 1968 bis 1980 mit dem Abrißmaterial in der Nähe befindlicher Fachwerhäuser verfüllt worden. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts bis ca. 1921 sind auch Verfüllungen mit Hausmüll vorgenommen worden, die sich nach den Untersuchungen zum BUGA-Vorhaben im Bereich des 2. Grundwasserleiters befinden. Dabei fanden sich immer wieder bislang nicht bekannte „Schadstoffnester“, von denen auch nach den Probeschürfen von 2006 weitere vermutet werden müssen. Die bisherigen Untersuchungen ergaben hohe Belastungen des fraglichen Bereiches mit giftigen Schwermetallen (Quecksilber, Blei, Cadmium, Nickel, Zinn, Arsen) und krebserregenden PAKs (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe). Die PAKs sind auf die im Abbruchmaterial enthaltene Teerpappe und die mit Teeröl behandelten Bauhölzer zurückzuführen. Die Gruppe der PAKs setzt sich aus einer Vielzahl von Einzelstoffen mit sehr unterschiedlichem chemischen, physikalischen und toxikologischen Verhalten zusammen. Einige der PAKs sind wasserlöslich.

Diese Altlast soll für das BUGA-Projekt nicht vollständig entfernt werden, sondern nur ca. 2m tief abgebaggert werden und dann über mehr als 34.000 Quadratmetern mit einem GEOTEXTIl genannten Filtervlies abgedeckt werden. Darüber soll eine 20 cm starke Sandschicht geschüttet werden. Es wird mit fast 90.000 Kubikmeter belastetem Baggergut gerechnet, welches in Kammern auf dem Gelände der zukünftigem „Schwimmenden Wiese“ gelagert und dort gefiltert werden muss. Der Vorgang ist hochaufwendig und muß die ganze Zeit fachtechnisch überwacht und beprobt werden. Selbst die Genehmigungsbehörde gibt zu, daß es zu „geringfügigen Schadstoffeinträgen“ in den Burgsee / Schweriner See kommen kann. Zugegeben wird schon jetzt, daß im Laufe der Zeit Wurzeln der verbleibenden Vegetation das Vlies durchdringen werden. Fraglich ist dann die Funktion der Schadstoffsperre zur Abdeckung der Altlast.

Im gegenwärtigen Zustand sind die Schadstoffe nach Gutachterangaben durch die jahrzehntelange Sedimentation fest eingebunden und schwemmen nicht aus. Die Altlast ist wie eine gesicherte Deponie zu bewerten.

Quelle: Genehmigungsunterlagen, „Wasserbauliche Maßnahmen“ und Gutachten GIG (Gesellschaft für Ingenieurgeologie mbH, Schwerin) zur Burgseeerweiterung, 2006

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Autor dieser Seiten: BUND Mecklenburg-Vorpommern e.V.