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BUND fordert zukunftsweisende Buga mit Visionen

„Buga in Schwerin droht das Aus“ und Leserbriefe in der SVZ vom 15./16.07.2006

Wie selten zuvor wird in der Stadt über die Buga diskutiert. Und gut, dass dabei wieder jemand gefunden wurde, der die Verantwortung trägt, wenn es nicht klappt mit der Bundesgartenschau 2009 in Schwerin. Der BUND soll mal wieder an allem Schuld sein.

 Leider wird nicht erwähnt, dass auch der BUND immer für diese Veranstaltung eingetreten ist, allerdings unter Berücksichtigung der erhaltens- und schützenswerten Natur auf dem Burgseegelände. Eine Umplanung würde alleine rund fünf Mio Euro für die Ausbaggerung einsparen. Geld, dass die Stadt ohne Gegenfinanzierung durch Fördermittel aufbringen muss und das bei vielen anderen wichtigen Projekten in Schwerin fehlt. Eine Umplanung mit wirklich zukunftsweisenden Visionen ist nach Ansicht des BUND immer noch möglich.

Immer wieder wird behauptet, es gehe um die Sanierung des Burgsees. Für die Ausbaggerung werden die Altlasten jedoch nur teilweise entfernt. Gerade soviel wie für die Herstellung der Gewässertiefe notwendig ist. Die verbleibenden Ablagerungen sollen lediglich durch eine Sandschicht und ein Vlies vom Oberflächenwasser getrennt werden, so dass die Gefahr von Schadstoffeinträgen in den Burgsee langfristig keinesfalls geringer erscheint als heute.

Von einer Erhaltung des geschützten Biotops am Burgsee kann nur gesprochen werden, wenn auch hinterher noch eine bestimmte Mindestgröße vorhanden ist. Ansonsten kann es keine Funktion mehr als Lebensraum für störungsempfindliche Arten erfüllen. Wenn zusätzlich die Gehölze immer wieder heruntergeschnitten werden sollen, um eine dauerhaften Blick auf das Schloss zu erhalten, kann man wohl nicht im Ernst von einem gelungenen Kompromiss sprechen, dem sich der BUND verweigere.

In einem Leserbrief wird behauptet, dass es mal wieder die Naturschützer von außerhalb sind, die gegen die BUGA-Planungen antreten. Die Schweriner BUND-Gruppe hat seit Beginn dieses Verfahrens seine kritische Haltung zu den Ausbauplänen geäußert und eine ablehende Stellungnahme im Planfeststellungsverfahren abgegeben. Die Meinung der BUND-Ortsgruppe steht somit in keinem Gegensatz zu der des BUND-Landesverbandes. Wenn es einige wenige `Renegaten` in den Reihen des BUND gibt, die sich jetzt plötzlich für die Ausbaupläne einsetzen, so sollte man wissen, dass sie alle aus dem direkten oder indirekten Umfeld der Buga GmbH kommen. Sie können also durchaus als befangen bezeichnet werden. Und ihren Wohnsitz haben alle diese Befürworter nicht in Schwerin.

Der BUND als anerkannte Naturschutzorganisation ist verpflichtet, über die Einhaltung von Naturschutzgesetzen zu wachen und in den gesetzlich vorgeschriebenen Beteiligungsverfahren, so wie beim Planfeststellungsverfahren zum Burgseeausbau, notwendigerweise seine Bedenken zu äußern. Wenn nun die Zeit für den Beginn der Bauarbeiten scheinbar knapp wird, so liegt dies nicht in der Verantwortung des BUND. Von ihm kann folglich nicht verlangt werden, seine Kritik fallen zu lassen und auf die Linie der Buga GmbH und der Stadt Schwerin einzuschwenken.

Der BUND stand und steht für Nachhaltigkeit. Aber nicht auf Kosten der Natur, sondern im Einklang mit der Natur. Darum setzt sich der BUND auch nach wie vor für eine wirklich zukunftsweisende Bundesgartenschau 2009 in Schwerin ein.

Kontakt: Jürgen Friedrich, BUND-Gruppe Schwerin, Tel.: 0385 715701, juergen.friedrich@bund.net

 

Autor dieser Seiten: BUND Mecklenburg-Vorpommern e.V.