BUND-Logo

Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland
Landesverband Mecklenburg-Vorpommern


BUNDregional
Geschäftsstellen und Gruppen
BUNDthemen
Alleen
BUNDpresse
Veröffentlichungen
BUNDhelfen
Unterstützen Sie uns!
BUNDjugend
Jugendorganisation des BUND
BUNDlinks
Verweise zu wichtigen Umweltseiten
Kontakt:
Landesgeschäftsstelle
bund.mv@bund.net
Tel.: 0385/565470
Fax: 0385/563661
Impressum

Alleenrundbrief Mecklenburg - Vorpommern
Winter 2006


Alleenpaten berichten

Bericht der Alleenpaten der Regionalen Schule in Dargun

Seit 2005 engagieren wir uns, die Schüler der jetzigen 7a, als Alleenpaten und damit für den Schutz und Erhalt des Lindenweges in Dargun. Die Allee besteht aus 58 Linden unterschiedlichen Alters, der größte Teil davon ist 100 Jahre alt.
Im Laufe des vergangenen Schuljahres haben wir die Kartierung der Alleebäume abgeschlossen. Durch die Mitarbeiter des Stadtbauhofes wurde der notwendige Pflegeschnitt im Herbst durchgeführt.

Man sollte meinen, unseren Bäumen müsste es gut gehen, denn sie stehen an einem unbefestigten Landweg zwischen Dargun und Brudersdorf. Salzeinflüssen im Winter sind sie nicht ausgesetzt, leiden aber doch unter Autoverkehr und vor allem im Wurzelbereich durch Eingriffe durch den benachbarten Ackerbau. Wir haben vor, uns demnächst mit dem zuständigen Agrarbetrieb in Verbindung zu setzen mit der Bitte, den Feldrand so zu verlegen, dass der Wurzelbereich der Linden geschützt wird.

Bärbel Lenz Projektleiterin

Vielen Dank den jungen Alleenpaten aus Dargun! Wir vom BUND M-V bieten an, an dem Gespräch mit dem Agrarbetrieb teilzunehmen. Außerdem wäre es bestimmt auch sinnvoll, der unteren Naturschutzbehörde in Demmin das Problem zu schildern und um Unterstützung zu bitten.

Ich wünsche allen Alleenpaten Freude beim Lesen des neuen Alleenrundbriefes. Über Anregungen und eigene Beiträge würde ich mich sehr freuen.

Allen Alleenfreunden ein frohes Weihnachtsfest und ein gesundes Neues Jahr.

Ihre Katharina Brückmann
Alleenprojekt BUND Mecklenburg-Vorpommern


Steckbrief "Linde" (Lat. Tilia) ), der Baum Des Jahres 1991

Beschreibung

Bei den Linden wird hauptsächlich in Winterlinde (Tilia cordata), Sommerlinde ((Tilia platyphyllos) und Silberlinde (Tilia tomentosa) unterschieden. Je nach Art werden Linden zwischen 20 und 40 Meter hoch und erreichen einen Stammdurchmesser 1,8 Meter. Sie bilden eine breite gerundete und dicht geschlossene Krone. Vom Wachstum der Linde wird gesagt, dass sie 300 Jahre komme, 300 Jahre stehe und 300 Jahre vergehe. Die junge Rinde ist glatt, graugrün und mit hellgrauen und senkrecht gewellten Streifen durchzogen. Dazwischen liegen dunkelbraune Spalten.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung erfolgt meistens generativ. Die Linden werden so hauptsächlich von Insekten bestäubt, aber auch durch den Wind. Die Samen werden durch den Wind verbreitet. Im Mai oder Juni beginnen die Linden zu blühen. Aus dem grünen Fruchtknoten entwickelt sich eine kugelige, 4–5rippige, harte, verholzte und samtig behaarte Nuß. Sie fällt im Herbst und Winter ab und bildet für kleine Nagetiere eine willkommene Zwischenverpflegung. Vegetative Vermehrung: Die Lindenarten vermehren sich stark vegetativ durch Stockausschlag und Wurzelbrut.

Vorkommen, Verbreitung

Winter- und Sommerlinden kommen im größten Teil von West-, Mittel- und Osteuropa vor.

Krankheiten und Schädlinge

Vor allem Linden, die in Städten als Straßenbäume wachsen, werden häufiger von der Lindenspinnmilbe befallen. Bei starkem Befall durch die Lindenspinnmilbe können die Bäume schon im Juli völlig entlaubt sein. Bei Straßenbäumen tritt auch öfter ein Schaden durch die Kleine Lindenblattwespe auf.

Geschichte

In der Linde verehrten die Germanen Freya, die Göttin der Liebe und des Glücks. Viele Orte in Mitteleuropa hatten früher ihre Dorflinde, die das Zentrum des Ortes bildete und Treffpunkt für den Nachrichtenaustausch und die Brautschau war. Anfang Mai wurden meist Tanzfeste unter diesem Baum gefeiert. Ein literarisches Denkmal hat dem Baum Wilhelm Müller in seinem Gedicht Der Lindenbaum gesetzt.

Allerdings wurde hier auch meist das Dorfgericht abgehalten, eine Tradition, die auf die germanische Gerichtsversammlung, das Thing, zurückgeht. Die Linde ist deshalb auch als „Gerichtsbaum“ oder „Gerichtslinde“ bekannt. Anders als die Stiel-Eiche gilt sie als weibliches Wesen, daher fiel das Urteil unter der Linde meist „lind“, also milde aus. Bei den Germanen und den Slaven galt die Linde als heiliger Baum. In Kroatien wird in Linden als Untereinheit der nationalen Währung gezahlt (kroat. lipa = Linde).

Auch eine Stadt verdankt der Linde ihren Namen: Das sächsische Leipzig, ursprünglich eine slawische Siedlung, wurde seinerzeit „Lipsk“ genannt, was auf einen Sprachwandel in der Form Lipsk - Lipa - Leipzig schließen lässt. Und noch heute existieren innerhalb von Leipzig aussagekräftige Stadtteilbezeichnungen wie „Lindenau“ und „Lindenthal“.

Nutzung

Das Holz der Linden ist sehr weich und nicht sehr witterungsbeständig. Das Holz wird gern zum Schnitzen genutzt z.B. für Altäre und Heiligenfiguren in der Sakralkunst oder bei der Maskenschnitzerei im alemannischen Bereich verwendet. Es fand aber auch für Besteck, Teller, Schüsseln und andere Haushaltsartikel Verwendung. Von Imkern sind die Linden während der Blüte als Honigquellen besonders geschätzt. Lindenblüten werden als Heilpflanzen eingesetzt. Getrocknete Lindenblüten ergeben einen Heiltee, der beruhigend auf die Nerven und lindernd bei Erkältungen mit Husten wirkt. Lindenholzkohle ist eine gute Zeichenkohle und soll Heilwirkungen bei Darmerkrankungen haben.

Quellen: Alfred Dengler „Waldbau auf ökologischer Grundlage“. 6. Auflage, in 2 Bänden vollständig neubearbeitet von E. Röhrig u. H. A. Gussone. I. Band: „Der Wald als Vegetationstyp und seine Bedeutung für den Menschen.“ 1992. Hamburg und Berlin. Jean-Denis Godet „Bäume und Sträucher“, 1996. Arboris-Verlag, Hinterkappelen, Bern. http://de.wikipedia.org/wiki/Tilia


Aktiv tätig werden in Sachen Alleenschutz

Alleenausstellung zum Tag des offenen Denkmals in der Marienkirche in Pasewalk

Am 10.September 2006, zum Tag des offenen Denkmals, wurde in der Marienkirche in Pasewalk die Alleenausstellung des BUND M-V feierlich mit einer ilmvorführung eröffnet. Die Ausstellung fand reges Interesse.

Tour d'Alleé am 21.10.2006

Schon zur Tradition ist die Tour d'Alleé im Oktober jeden Jahres auf Rügen geworden, an der der BUND gemeinsam mit den Alleenpaten vom CJD Garz teilnimmt. Auch in diesem Jahr war die Tour am 21.10.2006 ein großer Erfolg und fand Begeisterung bei allen Teilnehmern.

Alleenpatenschaft Brüsewitz

Im Zusammenhang mit der Gestaltung eines BUGA Außenstandortes im Amt Lützow-Lübstorf hat sich der BUND um eine Alleenpatenschaft über eine Birnbaumallee zwischen Lützow und Rosenow mit der Schule in Brüsewitz bemüht. Die Fördergelder an das Amt wurden im November übergeben.


Dammchaussee in Bad Doberan

Ein Straßenbauprojekt in der Allee der Dammchaussee in Bad Doberan, das eine starke Schädigung der Alleebäume zur Folge gehabt hätte, konnte durch eine Klage des BUND M-V positiv verändert werden.


Tagung "Alleenfreundlicher Winterdienst" Güstrow, 7.11.2006

Mehr Informationen zu unsere Tagung findet ihr hier


Negatives in Sachen Alleenschutz

Weil die Gemeinden Breesen und Tangrim bei Bad Sülze die Verbindungsstraße erneuert haben möchten, haben sie dafür Fördermittel beantragt. Laut Auskunft des Straßenbauamtes Stralsund können diese Mittel aber nur gewährt werden, wenn die Straße von derzeit 4,00m auf 4,75m verbreitert wird. Dann stehen aber die Alleebäume einer geschlossenen gemischten Allee zu dicht am Straßenrand. Wurzelschäden durch den Straßenausbau und die verschlechterten Standortbedingungen würden zwangsläufig zu einer viel kürzeren Reststandzeit der Bäume führen. Die Gemeinden wären mit einem Ausbau in der jetziger Breite sehr zufrieden, würden dann aber keine Fördermittel bekommen. Statt dessen ist geplant, eine Seite der Allee, 46 Bäume, vollständig abzuholzen und neu anzupflanzen. Die sehr viel höheren Kosten scheinen dabei keine Rolle zu spielen. Außerdem widerspricht dieses Vorgehen dem gesetzlichen Schutzstatus für Alleen in Mecklenburg-Vorpommern. Hier sollte die Richtlinie für Fördermittelvergabe für den Erhalt der gesetzlich geschützten Allee flexibler gehandhabt werden.


Gemeinsam aktiv für den Schutz unserer Alleen -
Alleenpaten gesucht!

Können Eltern, Freunde oder Verwandte nicht selbst aktive Alleenpaten werden, können sie trotzdem als Alleenpaten dazu beitragen, dass Mecklenburg-Vorpommern sein wichtigstes Markenzeichen behält.

Bitte verteilt dafür die beigelegten Postkarten " RETTE MICH"

3 EURO im Monat helfen !!

Alle Alleenpaten erhalten eine persönliche Urkunde über eine Alleenpatenschaft und vierteljährlich einen Alleenrundbrief.

Tip: Eine Alleenpatenschaft ist eine Tat für die Zukunft. Sie eignet sich auch gut als Geschenk.


Mehr Informationen findet ihr hier
und unter http://www.bund.net/alleen________________________________________________________________
Spendenkonto: 370 033 37
Sparkasse Schwerin BLZ: 14051462

zurück


Links

Tour d' Allée Rügen e. V.

ADFC MV e.V.

BUND-Reisen

Alleenschutzgemeinschaft


Autor dieser Seiten: BUND Mecklenburg-Vorpommern e.V.