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Zwei Jahre
Alleenentwicklungsprogramm Mecklenburg-Vorpommern
Gespräche
sowohl mit Behörden als auch mit unseren Alleenpaten zeigen immer wieder,
wie schwierig es ist, die Alleen in Mecklenburg-Vorpommern zu erhalten und
welche Probleme es bei der Umsetzung des Alleenentwicklungsprogrammes an
Bundes- und Landesstraßen und der Erarbeitung von Konzepten für Kreis- und
untergeordnete Straßen gibt.
Das
Alleenentwicklungsprogramm für Bundes-und Landesstraßen in
Mecklenburg-Vorpommern wurde vor zwei Jahren von dem damaligen
Wirtschaftsminister und heutigen Minister für Verkehr, Bau und
Landesentwicklung, Herr Dr. Ebnet vorgestellt. Der BUND hat das Programm
sehr begrüßt und damit die Hoffnung auf eine langfristige und nachhaltige
Alleenentwicklung in unserem Bundesland verbunden. Leider wurde versäumt,
wichtige Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Umsetzung des Programms zu
schaffen.
Dazu gehören
zum Beispiel rechtliche Grundlagen für den notwendigen Landerwerb und die
Frage der Kosten für die Baumpflege nach Ablauf der Garantie- und
Pflegezeit.
Besonders beschäftigt uns auch das Problem des ackerseitigen Schutzes der
Alleebäume.
Neben den vielen Funktionen, die Alleen als Biotop und Landschaftselement
erfüllen, muss ganz besonders hervorgehoben werden, dass Alleen für uns
Menschen Heimatgefühl und Ortsgebundenheit vermitteln und sie somit für uns
auch ein besonders schützenswertes Kulturgut sind. Während früher in ganz
Deutschland Alleen zum Landschaftsbild gehörten, sind heute nur noch in
Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern größere Alleenlandschaften zu
bewundern. Somit haben wir für die Menschen der gesamten Bundesrepublik die
Verpflichtung, diesen Schatz zu bewahren. der Praxis wird aber allzu oft und
viel zu schnell der Alleenschutz gegen das wirtschaftliche Interesse
abgewogen. Andererseits werden viele Alleebäume neu gepflanzt, laut
Landesregierung zwischen 1990 und 2005 etwa 1500km Alleen und einseitige
Baumreihen. Trotzdem überwiegt der Verlust. Wie wird auf den Schwund des
Alleenbestandes an Bundesstraßen reagiert? Es ergibt sich also die Frage,
wie unser Natur- und Kulturgut besser geschützt werden kann.
Da der Straßenbau häufig mit EU-Mitteln gefördert wird ist es wichtig zu
wissen, ob und wie der Alleenschutz in den Förderprogrammen der neuen
Förderperiode von 2007-2013 berücksichtigt ist.
Mit unserer Tagung wollen wir sowohl Behörden als auch Politikern eine
Plattform geben, die Probleme, die es offensichtlich bei der Umsetzung des
vor zwei Jahren veröffentlichten Alleenentwicklungsprogramms und bei der
Entwicklung von Konzepten für die Kreise gibt, zu benennen und Wege für die
Lösung zu diskutieren.
Wir wollen verhindern, dass das Alleenentwicklungsprogramm, das mit Hilfe
vieler Fachleute und unter Einsatz finanzieller Mittel aus dem Alleenfond
und aus Steuergeldern erstellt wurde, in Vergessenheit gerät. Vielmehr ist
es unser Ziel, alle Verantwortlichen dafür zu gewinnen, die fehlenden
gesetzliche Grundlagen für den Landerwerb, die Pflege der Bäume und den
ackerseitigen Schutz zu schaffen.
Alleenschutz darf nicht nur ein Lippenbekenntnis sein.
Katharina Brückmann, Referentin für Alleenschutz, BUND
Mecklenburg-Vorpommern
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