Position des BUND MV zu Schweinehaltung

  1. Laßt die Sau raus!!
  2. Schweinereien in Mecklenburg-Vorpommern
  3. Bedeutung für die Wirtschaft?!
  4. Publikationen des BUND

Laßt die Sau raus!!

Der BUND fordert Qualität statt Quantität, eine örtlich angepaßte, sinnvolle ökologische Entwicklung der Landwirtschaft mit entsprechenden Fruchtfolgen und darauf ausgerichteter Tierhaltung.

Das heißt im Klartext:

Der aufgeklärte Konsument ist bereit für mehr Qualität zu zahlen, wie sich in Österreich und Dänemark seit Jahren zeigt.
 
Zum Seitenanfang

Schweinereien in Mecklenburg- Vorpommern

Das Schwein - nur ein Fleischproduzent?

Weit gefehlt - Schweine sind nicht nur hochintelligente, sensible und saubere Tiere, sondern auch gesellschaftsliebend und gemütlich. In der freien Natur leben Schweine in Gruppen mit einer festgelegten Rangordnung und beschäftigen sich zwei Drittel des Tages mit Ruhen - sie vergraben sich gemeinsam in ihrem weichen Lager, das sie niemals mit Kot beschmutzen.
Den Rest des Tages gehen sie auf Futtersuche und genießen es zu wühlen, zu graben und zu knabbern. Schweine können besser riechen als Hunde und besitzen doppelt so viele Tastrezeptoren auf dem Rüssel, als Menschen auf der ganzen Hand. Auf Streß reagieren Schweine sehr empfindlich mit ähnlichen Folgen wie für Menschen (Adrenalinausschüttung, Kreislaufkollaps, etc).
In einer Industriemastanlage hat ein Schwein einen "Lebensraum" von 0,65 m², muß auf Betonspalten stehen, in seinem eigenen Kot liegen und bekommt natürliches Tageslicht erst beim Abtransport zum Schlachthaus zu sehen.

Was für Sauereien passieren gerade in M-V?

Das Ministerium für Landwirtschaft und Naturschutz möchte die Schweinebestände in Mecklenburg-Vorpommern von derzeit rund 550.000 (Stand April 1998) auf nahezu 1 Million erhöhen. Offiziell wurden 18 Anlagen mit bis zu 15.000 Tierplätzen je Anlage geplant. Davon sind bis zum Juni 2001 neun Anlagen in ein Genehmigungsverfahren gegangen. Liste der Anlagen
Die Investoren kommen in der Regel aus den Niederlanden, wo wegen der massiven Gülleprobleme und der enormen volkswirtschaftlichen Schäden der letzten Schweinepest-epidemie (umgerechnet ca. 6,4 Milliarden DM!) die Schweinebestände per Gesetz um 20% reduziert werden müssen.

Was für Probleme bringt das mit sich?

Schweinepest: Seit 1992 gab es in Mecklenburg-Vorpommern 65 Fälle von Schweinepest, bei denen fast 240 000 Tiere getötet werden mußten. Der Schaden wird auf etwa 115 Millionen DM beziffert (So zahlte z.B. der Landkreis NWM für die Entsorgung der gekeulten Loster Schweinekadaver nahezu 1Mio. DM!!). Der europaweit praktizierte Ferkeltourismus sorgt weiterhin für die nahezu unkontrollierbare Verbreitung des gefährlichen Virus, der auch von Hochsicherheitstrakten nicht abgehalten werden kann.

Umwelt- und Gesundheitsschäden: Eine Anlage mit 15.000 Schweinen produziert jährlich einen "Gülle-Ozean" von 29.000 m³. Das entspricht 18 gefüllten Badewannen pro Stunde!! Bei der Ausbringung der Gülle auf die erforderlichen Felder (1.460 ha Ackerland) wird der Boden und das Grundwasser übermäßig mit Nitrat belastet. Schon jetzt sind 45% aller Brunnen nitratbelastet und 80% der Sölle überdüngt. Das in die Atmosphäre entweichende Ammoniak ist einer der Verursacher des Waldsterbens.
Schimmelpilze und Staubpartikel in der Abluft von Schweine-Mastanlagen können Allergien begünstigen und so die Bewohner der direkten Umgebung schädigen. Das Fleisch aus derart industrieller Produktion hat eine schlechte Qualität (blaß, wäßrig, schrumpft in der Pfanne). Antibiotika-Rückstände darin rufen Resistenzen gegen Krankheitserreger hervor, welche die Gesundheit des Konsumenten akut gefährden können..
 
Zum Seitenanfang

Wirtschaft:

Ein beliebtes Argument von Befürwortern solcher Großmastanlagen ("Hier entstehen Arbeitsplätze") ist schlichtweg falsch, denn in einer Anlage von 10.000 Tieren mit modernster Technologie werden nur 2 Vollerwerbs-Arbeitsplätze geschaffen. Die intensive Schweineproduktion hat Dörfer und ganze Landschaften negativ verändert. Mecklenburg-Vorpommerns Chance zum deutschen Urlaubsland Nr. 1 zu werden, ist durch den Bau solcher Anlagen massiv gefährdet.
 
Zum Seitenanfang

Publikationen

Folgende BUND-Publikationen sind zu diesem Thema erschienen und bei Interesse über die BUND-Bundesgeschäftstelle zu beziehen:

 
Zum Seitenanfang Zurück zur Kampagnenseite Schweinemastanlagen

Autor dieser Seiten: BUND Mecklenburg-Vorpommern e.V.
Zuletzt geändert: Mon Jul 9 15:42:03 CEST 2001