Das Vertrauen vieler Menschen in die Landwirtschaft ist erschüttert. Kranke Tiere und kranke Menschen sind die Folge einer falschen Agrarpolitik. Die meisten Bauern sind heute von Wirtschaftsmultis und Subventionen abhängig. Wenige internationale Agrarkonzerne diktieren ihnen die Arbeit und uns den Speiseplan. Die Folgekosten zahlen wir mit unseren Steuergeldern: das Lagern und Vernichten von Überschüssen, die Reparatur von Umweltschäden und das Entfernen von Dünger- und Pestizidrückständen aus dem Trinkwasser.
Klasse statt Masse - nach diesem Kriterium könnten die Bauern künftig honoriert werden. Dazu bedarf es der Hilfe aus Berlin und Brüssel. Nicht nur für eine bessere Förderung des ökologischen Landbaus und der Vermarktung von Produkten aus der Region. Auch für die konventionelle Landwirtschaft müssen die staatlichen Fördergelder an die Ansprüche des Verbraucher-, Umwelt- und Tierschutzes gekoppelt werden. Wir wollen keine Agrarfabriken, sondern ökologisch wirtschaftende Genossenschaften und bäuerliche Betriebe, die sich rentieren und bei denen Arbeitsplätze gefördert werden. Zum Nutzen von Mensch, Tier und Natur. Deshalb brauchen wir eine Agrarwende. Jetzt! In Deutschland und Europa.
Forderungen an Politik und Handel
- Staatliche Förderungen dürfen nur noch Landwirte erhalten, die nach Vorgaben des Verbraucher-, Umwelt- und Tierschutzes wirtschaften.
- Nutztiere sind artgerecht und in naturverträglicher Anzahl pro Betrieb zu halten.
- Käfigbatterien für Legehennen müssen sofort verboten werden - europaweit.
- Leistungsförderer und Antibiotika dürfen nicht mehr ins Tierfutter.
- Die Verwendung von Pestiziden, Fäkalien und synthetischem Stickstoff auf den Feldern muss beendet werden.
- Nutztiere und Nutzpflanzen dürfen nicht gentechnisch manipuliert werden.
- Irreführende Werbung muss gestoppt werden.
- Der Öko-Landbau und die regionale Vermarktung sollen gefördert werden.
- Jede Handelskette soll sich verpflichten, für Grundnahrungsmittel wie Milchprodukte, Obst, Fleisch und Gemüse Erzeugnisse aus ökologischem Anbau anzubieten.
Der BUND empfiehlt folgende Gütesiegel für ökologischen Anbau und artgerechte Tierhaltung:
Autor dieser Seiten: BUND Mecklenburg-Vorpommern e.V.