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Schwerin 16. Juli 2005/ 34-05
BUND fordert: Keine Gentechnik in Natur-Schutzgebieten
Nach Ansicht des BUND müssen ökologisch sensible Gebiete wie
Biosphären-reservate, National- und Naturparke sowie Naturschutzgebiete
dauerhaft vor dem Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen geschützt
werden. In einer gemeinsamen Erklärung mit Naturschutz- und
Landwirtschaftsverbänden wird die Bundesregierung aufgefordert,
eindeutige Regelungen zum Schutz der biologischen Vielfalt festzulegen
und sich EU-weit für entsprechende Maßnahmen einzusetzen.
Dr. Burkhard Roloff, Agrarexperte des BUND: „Zum Thema „ Gentechnik
und sensible Gebiete“ fand im Frühjahr eine bundesweite Tagung auf der
Insel Vilm statt. Unsere 11 Forderungen haben wir in der „Vilmer
Resolution“ zusammengefasst“: Schutzgebiete sollen dauerhaft und
übergreifend in Europa als Rückzugsreservate ohne Gentechnik bleiben.
Solange es dafür keine EU-weiten Regelungen gibt, muss auf nationaler
Ebene der Anbau von Genpflanzen in Nationalparks, Biosphärenreservaten,
Natura-2000-Gebieten und Naturschutzgebieten verhindert werden. Bei
einem etwaigen Gen-Anbau in Schutzgebieten müssen Behörden und Verbände
diesen begleiten und beobachten. Dies sollte im Landesrecht
gewährleistet werden.
„Auch auf Landesebene besteht akuter Handlungsbedarf“, so Roloff: „
Es gilt, durch die Umsetzung des §34 Bundesnaturschutzgesetz in
Landesrecht, die Anwendung von Gentechnik in Natura 2000-Gebieten zu
verhindern und gleichzeitig die fachlichen Kompetenzen und personellen
Kapazitäten der Landesbehörden und Schutzgebietsverwaltungen zu
erhöhen.“
Aus Sicht des BUND müssen die Risiken des Einsatzes von gentechnisch
veränderten Organismen und ihre Auswirkungen auf die biologische
Vielfalt und den Naturhaushalt stärker in die gesellschaftliche
Diskussion rücken. Weder die biologische Vielfalt insgesamt noch
ökologisch sensible Gebiete genießen nach derzeitiger nationaler und
europäischer Rechtslage einen ausreichenden Schutz. Hintergrund: Die
EU-Kommission wolle Zulassungen auch für den kommerziellen Anbau in
ökologisch sensiblen Gebieten erteilen, obwohl noch viele
Sicherheitsfragen offen seien. Darüber hinaus seien die praktischen
Regeln für den Anbau und das Nebeneinander von Genpflanzen und
gentechnikfreier Landwirtschaft noch in keinem Mitgliedstaat der EU
zufriedenstellend geregelt.
Für die Erklärung hier klicken
Rückfragen: BUND-Landesgeschäftsstelle, Dr. Burkhard Roloff, Tel.:
0385/565470
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