bundlogo

Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland
Landesverband Mecklenburg-Vorpommern


BUNDregional
Geschäftsstellen und Gruppen
BUNDthemen
Inhalte unserer Arbeit
BUNDpresse
Veröffentlichungen
BUNDhelfen
Unterstützen Sie uns!
BUNDjugend
Jugendorganisation des BUND
BUNDlinks
Verweise zu wichtigen Umweltseiten
 
Kontakt:
Landesgeschäftsstelle
bund.mv@bund.net
Tel.: 0385/565470
Fax: 0385/563661
Impressum

15.2.2008/11-08

Gen-Kartoffeln noch immer auf dem Acker!

BUND und Bürgerinitiative sammeln Gen-Kartoffeln auf Gen-Kartoffel-Acker
BUND fordern Sozialminister Sellering zum sofortigen Handeln auf

Aus Anlaß der heute, Montag, 18.2.2008 in Brüssel zu erwartenden Entscheidung zur Zulassung der Gen-Kartoffel „Amflora“ als Futtermittel trafen sich Vertreter der Bürgerinitiative „Demminer Land-gentechnikfrei“ gemeinsam mit dem Gentechnikexperten des BUND, Dr. Burkhard Roloff auf dem ehemaligen Kartoffelacker in Hohenmockern-Sternfeld, auf dem im Jahre 2007 Genkartoffeln der Sorte „Amflora“ angebaut wurden.

Dr.Roloff empört: „Nachdem wir hier schon im November 10kg Gen-Kartoffeln gesammelt und dem Sozialministerium symbolisch überreicht hatten, hofften wir, daß die frei umherliegenden Gen-Kartoffeln beseitigt würden. Heute haben wir wieder Gen-Kartoffeln gefunden und zahlreiche Spuren von Rehen und Wildschweinen. Das ist ein Skandal!.“

Stefan Rabe, Sprecher der Bürgerinitiative „Demminer Land-gentechnikfrei" kritisiert: "Während der Vegetationsperiode wurden die Versuchsfelder mit 24-Stunden-Wachdienst, Bauzaun, Elektrodraht, Videoüberwachung und Bewegungsmeldern gesichert, mit der Ernte verschwanden alle Schutzvorkehrungen für Mensch, Flora und Fauna. Zentnerweise blieben die Kartoffeln im Boden, bis jetzt". Gentechnikexperte Dr. Roloff: „Die versprochene Sicherheit der Freisetzungsversuche im Land wird nicht garantiert und die einfachsten Regeln der guten fachlichen Praxis werden hier nicht eingehalten, wie das mehrfache Grubbern der abgeernteten Fläche mit mehrmaligem Nachsammeln der Gen-Kartoffeln. Unsere Befürchtungen, die wir in unseren Einwendungen formuliert haben, sind leider eingetroffen: die Gen-Kartoffeln werden von Rehen und Wildschweinen aufgenommen und gefressen, die genetische Information kann durch die Tiere verbreitet werden und somit in unsere Nahrungskette gelangen.“

Gemeinsam mit der Bürgerinitiative will der BUND Landesverband MV eine Dienstaufsichtsbeschwerde an das Sozialministerium stellen, weil auch nach der Aufforderung zum sofortigen behördlichen Einschreiten im November, die Sicherheit der Versuchsfelder nicht gewährleistet ist. Das Sozialministerium wird aufgefordert,die offen zugänglichen Erntereste- Kartoffeln und Kartoffelkraut - zu beseitigen. Aufgrund der mangelnden Sicherheit, steht die Zuverlässigkeit des Betreibers, BASF Plant Science GmbH in Frage.

Hintergrund:

Das Sozialministerium ist für die Sicherheit der Freisetzungsversuche mit gentechnisch verändertenPflanzen in Mecklenburg-Vorpommern zuständig. Die gentechnisch veränderten Kartoffeln der Sorte "Amflora" enthalten ein Antibiotikaresistenzgen und wurden deshalb vom Umweltbundesamt als bedenklich eingestuft und der Anbau nicht empfohlen.

Rückfragen:

BUND, Dr. Burkhard Roloff, Tel: 0385 565470 bzw. 0176 25190600
und BI "Demminer Land - gentechnikfrei", Stephan Raabe