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15.2.2008/11-08
Gen-Kartoffeln noch immer auf dem
Acker!
BUND und Bürgerinitiative sammeln Gen-Kartoffeln
auf Gen-Kartoffel-Acker
BUND fordern Sozialminister Sellering zum sofortigen Handeln auf
Aus Anlaß der heute, Montag, 18.2.2008 in Brüssel
zu erwartenden Entscheidung zur Zulassung der Gen-Kartoffel „Amflora“
als Futtermittel trafen sich Vertreter der Bürgerinitiative „Demminer
Land-gentechnikfrei“ gemeinsam mit dem Gentechnikexperten des BUND, Dr.
Burkhard Roloff auf dem ehemaligen Kartoffelacker in
Hohenmockern-Sternfeld, auf dem im Jahre 2007 Genkartoffeln der Sorte „Amflora“
angebaut wurden.
Dr.Roloff empört: „Nachdem wir hier schon im
November 10kg Gen-Kartoffeln gesammelt und dem Sozialministerium
symbolisch überreicht hatten, hofften wir, daß die frei umherliegenden
Gen-Kartoffeln beseitigt würden. Heute haben wir wieder Gen-Kartoffeln
gefunden und zahlreiche Spuren von Rehen und Wildschweinen. Das ist ein
Skandal!.“
Stefan Rabe, Sprecher der Bürgerinitiative
„Demminer Land-gentechnikfrei" kritisiert: "Während der
Vegetationsperiode wurden die Versuchsfelder mit 24-Stunden-Wachdienst,
Bauzaun, Elektrodraht, Videoüberwachung und Bewegungsmeldern gesichert,
mit der Ernte verschwanden alle Schutzvorkehrungen für Mensch, Flora und
Fauna. Zentnerweise blieben die Kartoffeln im Boden, bis jetzt".
Gentechnikexperte Dr. Roloff: „Die versprochene Sicherheit der
Freisetzungsversuche im Land wird nicht garantiert und die einfachsten
Regeln der guten fachlichen Praxis werden hier nicht eingehalten, wie
das mehrfache Grubbern der abgeernteten Fläche mit mehrmaligem
Nachsammeln der Gen-Kartoffeln. Unsere Befürchtungen, die wir in unseren
Einwendungen formuliert haben, sind leider eingetroffen: die
Gen-Kartoffeln werden von Rehen und Wildschweinen aufgenommen und
gefressen, die genetische Information kann durch die Tiere verbreitet
werden und somit in unsere Nahrungskette gelangen.“
Gemeinsam
mit der Bürgerinitiative will der BUND Landesverband MV eine
Dienstaufsichtsbeschwerde an das Sozialministerium stellen, weil auch
nach der Aufforderung zum sofortigen behördlichen Einschreiten im
November, die Sicherheit der Versuchsfelder nicht gewährleistet ist. Das
Sozialministerium wird aufgefordert,die offen zugänglichen Erntereste-
Kartoffeln und Kartoffelkraut - zu beseitigen. Aufgrund der mangelnden
Sicherheit, steht die Zuverlässigkeit des Betreibers, BASF Plant Science
GmbH in Frage.
Hintergrund:
Das
Sozialministerium ist für die Sicherheit der Freisetzungsversuche mit
gentechnisch verändertenPflanzen in Mecklenburg-Vorpommern zuständig.
Die gentechnisch veränderten Kartoffeln der Sorte "Amflora" enthalten
ein Antibiotikaresistenzgen und wurden deshalb vom Umweltbundesamt als
bedenklich eingestuft und der Anbau nicht empfohlen.
Rückfragen:
BUND, Dr. Burkhard Roloff,
Tel: 0385 565470 bzw. 0176 25190600
und BI "Demminer Land - gentechnikfrei", Stephan Raabe |
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