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Schwerin, 04. März 2008/14-08

Anwohner setzten sich für den Erhalt der Dammchaussee ein

Jetzt werden sie offizielle Alleen-Paten
Gleichzeitig wird die Alleenausstellung des BUND feierlich eröffnet

Am 4. März 2008 um 15.00Uhr wird der Bund für Umwelt und Naturschutz Mecklenburg-Vorpommern die Alleenausstellung im Gebäude der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Bad Doberan, August-Bebel-Str. 3, feierlich eröffnen. Sie wird dort voraussichtlich bis zum 10. April 2008 zu sehen sein.

Anlass für die Eröffnung der Ausstellung ist die feierliche Übergabe einer Alleenpatenschaft an Alleenfreunde der Stadt Bad Doberan. „Sie haben sich insbesondere um den Erhalt der überregional bedeutsamen Lindenallee in der Dammchaussee, die auch im Verzeichnis der Naturdenkmäler des Kreises Bad Doberan gelistet ist, sehr bemüht“, sagt Katharina Brückmann, Alleenreferentin des BUND Mecklenburg-Vorpommern.

Mecklenburgs Landesherr Großherzog Paul Friedrich legte die Allee zwischen Bad Doberan und dem 1793 gegründeten Seeheilbad Heiligendamm an. Es ist eine der prächtigsten Alleen unseres Bundeslandes. Mächtige Linden säumen beidseitig die um 1837 ausgebaute Chaussee zu dem 1793 angelegten großherzoglichen Seebad. Die hoch aufstrebenden Äste formen ein Gewölbe aus Blättern und Geäst, vermitteln den Eindruck von Erhabenheit und gebieten Erfurcht.Die erste Bepflanzung mit Pappeln blieb erfolglos, als diese in einem Sommersturm 1849 oder 1847 komplett umgeworfen wurden.

Für die zweite Bepflanzung 1856 oder 1859 wurde die Holländische Linde verwendet, ein Bastard aus den beiden heimischen Arten Sommer- und Winterlinde. Dem Habitus nach zu urteilen ist die Allee mindestens einmal vollständig in 4-5 m Höhe gekappt worden, die Stärken der Stämmlinge sprechen für ein spätestens in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts erfolgtes wahrscheinlich letztmaliges Zurücksetzen. Schon 1940 wurde die Allee als Naturdenkmal erfasst und mit dem Beschluß des Kreistages von 1984 dieser Schutzstatus bestätigt.

„Dass diese Allee auch den meisten Anwohnern ans Herz gewachsen ist, ist nur zu verständlich“, sagt Brückmann. Deshalb haben sich die Alleenfreeunde schon zu Baubeginn im Frühjahr 2005 mit dem Vorhaben vertraut gemacht. Geplant waren Fahrbahnverschwenkung, Parktaschen und Radwegebau. Die Anwohner haben festgestellt, dass bei den Bäumen, wird so gebaut wie geplant, große Schädigungen vor allem im Wurzelbereich nicht zu vermeiden sein werden und haben den BUND um Hilfe gebeten. Nach eigener Prüfung des Vorhabens hat der BUND in einer Stellungnahme an die untere Naturschutzbehörde im Februar 2006 eindringlich von einer naturschutzrechtlichen Ausnahmegenehmigung abgeraten und dieses auch fachlich detailliert begründet. Da die Genehmigung trotzdem erteilt wurde, hatte der BUND im März 2006 Klage gegen das Bauvorhaben eingereicht. Im Mai 2006 gab das Straßenbauamt Güstrow das Bauvorhaben in der beantragten Form auf. Die Erneuerung der Straße erfolgte nun in der ursprünglichen Breite und die Leitungen sollte in einer Bauweise verlegt werden, die die Alleebäume schont. Die Alleenfreunde haben während der gesamten Baumaßnahme die Arbeiten sehr kritisch verfolgt und gaben sofort Alarm, wenn die Maßnahmen zum Schutz der Bäume nicht so eingehalten wurden, wie sie sollten. So wurde zum Beispiel Wasser abgesenkt, ohne gleichzeitig die Wurzeln ausreichend zu bewässern.

Für Einheimische und Touristen sind die "grünen Tunnel", die seit Jahrhunderten die Straßen und Wege Mecklenburg-Vorpommerns markieren, ein unverwechselbares Markenzeichen unseres Bundeslandes, das es unbedingt zu erhalten gilt.
„Der BUND bemüht sich seit Jahren, viele Bürger für den Alleenschutz zu begeistern. Wir sind der Überzeugung, dass nur durch eine breite Akzeptanz für die Alleen die Bemühungen um deren Erhalt Erfolg haben werden. Die Praxis zeigt uns immer wieder, wie wichtig das Engagement der Bürger vor Ort für den Schutz und Erhalt der Alleen ist“, so Katharina Brückmann.

Die Ausstellung vermittelt auf acht Tafeln dem Betrachter Interessantes zur Geschichte, zum aktuellen Zustand und zur Erhaltung der Alleebäume in Mecklenburg-Vorpommern. Eindrucksvolle Fotos dokumentieren die Schönheit, Bedeutung, Vielfalt und Gefährdung unserer Alleen. Außerdem werden die Bemühungen um den Erhalt der Dammchaussee in Bad Doberan mit Bildern und Texten dokumentiert.

Rückfragen: Katharina Brückmann, Telefon:0385 565470; 0172 3848542
v.i.S.d.P. Katharina Brückmann