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Schwerin,
den 14.03.2008 / 15-08
BUND MV: Es darf nicht weiter gefällt werden!
Gerichtlicher Vergleich stoppt BUGA-Fällaktion in
Schwerin
Die groß angelegte Fällaktion der
Bundesgartenschau (BUGA) Schwerin 2009 GmbH im Gebiet der Karausche,
einem wertvollen Moorgebiet, ist durch eine Klage des BUND,
Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. gestoppt.
Die Stadt Schwerin hatte zuvor der BUGA GmbH die
Fällung von rund 40 Bäumen in geschützten Biotopen genehmigt.
Begründung: Die Bäume sind akut bruchgefährdet und es besteht die so
genannte Verkehrssicherungspflicht.
In einem Vororttermin am vergangenen Mittwoch war
hingegen selbst dem verhandelnden Richter aufgefallen, dass zahlreiche
von den BUGA-Plänen betroffenen Bäume weder einen Pflegeeingriff
benötigen, noch gefällt werden müssen.
"Die Liste der zu fällenden Bäume enthält
zahlreiche Exemplare, denen die Gutachter keine Verkehrsgefährdung
attestiert haben. Sie stehen teilweise mitten im Bestand der geschützten
Erlenbruchwälder. Eine Fällung ist also überhaupt nicht notwendig."
kritisiert Arndt Müller, Naturschutzexperte des BUND. "Die BUGA GmbH hat
mit Hilfe der Stadtverwaltung in der Karausche ihr baumfeindliches
Konzept fortgesetzt. Diesem Treiben haben wir mit dem Gerichtsbeschluss
einen Riegel vorgeschoben. Alle weiteren rund 20 geplanten Fällungen,
die mit der Verkehrssicherungspflicht begründet werden, müssen
unterbleiben."
In diesen Tagen werden die Sägen am Franzosenweg
jedoch weiter zu hören sein. Um angeblich einige wenige Flächen des
BUGA-Projektes "Naturgarten" trocken zu bekommen, plant der Wasser- und
Bodenverband Schweriner See / Obere Sude, über eine Verbreiterung und
Vertiefung der Gräben das gesamte Moorgebiet der Karausche zu
entwässern. Für die Freimachung des Baufeldes genehmigte die
Stadtverwaltung umfangreiche Baumfällungen in wertvollen
Erlenbruchwäldern und auf Feuchtwiesen. Auch
gegen dieses Projekt legte der BUND Klage beim Verwaltungsgericht ein,
ist doch zu befürchten, dass eines der wertvollsten Naturareale der
Landeshauptstadt unwiederbringlich zerstört wird.
"Während die Brutaktivitäten der Vögel haben
aufgrund des milden Winters bereits begonnen haben, zerstören BUGA-Pläne
mit Kettensägen einmal mehr, die wertvollen natürlichen Lebensräume, an
denen sich Generationen an Schwerinern bisher erfreut haben. Wir nennen
dies weiterhin "öffentlich geförderte Naturzerstörung" und werden
unseren Widerstand gegen dieses Gebaren verstärken.",betont Arndt Müller
vom BUND.
V.i.S.d.P. Arndt Müller, Referent für Naturschutz
des BUND M-V, Tel. 0385-565470 |