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Schwerin, 4.April
2008/19-08
Für eine Landwirtschaft und Lebensmittel ohne
Gentechnik!
Aktionstag für eine gentechnikfreie
Landwirtschaft in Rostock
BUND macht mit riesigen Maiskolben auf die Risiken der Agrogentechnik
aufmerksam
BUND-Garten-Schild „Wir gärtnern ohne Gentechnik!“ erstmals für Gärtner
Am morgigen Samstag, 5.4.2008 findet auf dem
Universitätsplatz in Rostock von 10.00 bis 16.00 Uhr ein Aktionstag für
eine gentechnikfreie Landwirtschaft statt. Auf einem Markt der
Möglichkeiten gibt es zahlreiche Mitmachaktionen, Informationen zur
Agrogentechnik und zu den gentechnikfreien Regionen von Initiativen und
Vereinen sowie den ganzen Tag Unterhaltung mit Musik, Kleinkunst und
Spiele für Kinder.
Der BUND Landesverband weist mit einem 8m hohen Maiskolben auf die
Risiken der Agrogentechnik hin. Dr. Burkhard Roloff, Gentechnikexperte
des BUND zur aktuellen Situation in Mecklenburg-Vorpommern: „Die
angemeldeten Freisetzungsversuche sind wissenschaftlich nicht sinnvoll
und wirtschaftlich nicht erfolgreich. Die Freisetzungsversuche
konzentrierten sich dieses Jahr auf Kartoffeln, deren
Stärkezusammensetzung genetisch verändert wurden bzw. die gegen den
Erreger der Kraut- und Knollenfäule resistent sind. Weitere
Freisetzungen sind im Land geplant mit einer herbizidresistenten
Zuckerrübe und einem gegen Flugbrand resistenten Sommerweizen. Der
Freisetzungsversuch mit "Amflora" auf insgesamt 150ha im Jahre 2007 hat
gezeigt, dass genetisch veränderte Kartoffeln im Freiland nicht
kontrollierbar sind. Es kam zum Durchwuchs genetisch veränderter
Kartoffeln, zum Aufnehmen und Verschleppen von Knollen durch
Wildschweine oder Menschen nach der ernte und während des Winters. BASF
hat immer behauptet, „Amflora“ auf Anfrage der Stärkeindustrie zu
entwickeln und einen Gewinn von 20 bis 30 Mio €/Jahr mit der
zugelassenen Sorte vorhergesagt. Auf Anfrage des BUND bei den 3 großen
Stärkefabriken - Emsland Stärke, AVEBA Prignitz und Südstärke - wurde
signalisiert, dass sie „Amflora“ nicht verarbeiten wollen. Eine neue
Kartoffelsorte, die gegen Krautfäule widerstandsfähig ist, wurde im
Februar 2008 in Groß Lüsewitz durch konventionelle Züchtung entwickelt,
d.h. wir brauchen dazu keine Gentechnik. Es ist ein Skandal, dass in
Thulendorf bei Rostock diese Freisetzungsversuche genehmigt wurden in
unmittelbarer Nähe zur Gen-Bank für Kartoffeln und der Kartoffelzüchtung
in Groß Lüsewitz. Diese Freisetzungsversuche sind eine Provokation für
die Kartoffelzüchter in einer bundesweit anerkannten Gesundlage für die
Vermehrung zahlreicher Kartoffelsorten.“
Der BUND bietet erstmals das BUND-Garten-Schild
für Klein-, Hobby- und Erwerbsgärtner an mit der Aufschrift:

Das wetterfeste Schild ist 40x30cm groß und kann
für 3€ am BUND-Stand erworben werden. Dr. Burkhard Roloff zum Ziel der
BUND-Aktion: „Zahlreiche Klein-, Hobby- aber auch Erwerbsgärtner
gärtnern seit Jahren ökologisch mit ökologisch erzeugtem Saat- und
Pflanzgut, düngen nur organisch und setzen keine synthetischen
Pflanzenschutzmittel ein. Mit dem BUND-Garten-Schild können sie an ihrem
Gartenzaun demonstrieren, dass sie bisher keine Agrogentechnik
angewendet haben und es in Zukunft auch nicht vor haben“.
Rückfragen: BUND-Landesgeschäftsstelle, Dr.
Burkhard Roloff, Tel.: 0385/565470 bzw. 0176 25190600. |
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