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Schwerin / Lubmin 18. April
2008 / 23-08
Kein Baubeginn für
Steinkohlenkraftwerk Lubmin 2008
Umweltverbände sehen sich durch
Kühlwassergutachten des Landes bestätigt und kündigen bei einer
Genehmigung Klage an / Land riskiert hohe Schadensersatzforderungen
Die Umweltverbände BUND und WWF sehen
sich durch die vom Land Mecklenburg-Vorpommern in Auftrag gegebene
Kühlwasserstudie des Warnemünder Instituts für Ostseeforschung (IOW)
bestätigt. Die Verbände hatten nach ihren eigenen Aussagen bereits im
Einwendungsverfahren darauf hingewiesen, dass die von DONG Energy
vorgelegte Berechnung die Auswirkungen der Einleitung von warmem Wasser
in den Bodden bei weitem nicht ausreichend darstellt. Vor allem der nun
auch vom IOW vermutete "Kurzschluss" zwischen dem Peenestrom und dem
Bodden würde dazu führen, dass das Ökosystem Bodden komplett umkippt.
Unter allen Fachleuten und unter
Juristen besteht Einigkeit, dass eine derart massive Gefährdung eines
europäischen Schutzgebiets mit den strengen Vorgaben des europäischen
Naturschutzrechts selbst beim Vorliegen überwiegender öffentlicher
Interessen nicht vereinbar wäre. Der Anwalt der Umweltverbände, Peter
Kremer (Berlin), kündigte daher für den Fall einer Genehmigung bereits
jetzt eine entsprechende Klage der Verbände an: "Wenn das Land die
Genehmigung erteilt und diese dann auf eine Klage der Umweltverbände vom
Gericht ausgehoben wird, kommen auf das Land Mecklenburg-Vorpommern und
damit auf den Steuerzahler millionenschwere Schadensersatz-forderungen
zu."
Die Umweltverbände fordern daher die
Landesregierung und DONG Energy auf, das Projekt grundsätzlich zu
überdenken. Die Landesgeschäftsführerin des BUND, Corinna Cwielag,
erklärt hierzu: "Es zeigt sich zunehmend, dass der Standort für ein
derartiges Kraftwerk völlig ungeeignet ist. Nicht nur die fehlende
Kraft-Wärme-Kopplung, sondern auch die massiven Auswirkungen auf den
Bodden sind mit geltendem Recht nicht vereinbar und würden zu massiven
Umweltschädigungen führen. Der Zeitpunkt ist jetzt gekommen, von diesem
unsinnigen Vorhaben endgültig Abstand zu nehmen."
"Die Aussagen des
Ministerpräsidenten, dass er 'Signale' hätte, die Auswirkungen der
geplanten Kraftwerke würden kaum mehr als durch das alte Atomkraftwerk
sein oder gar nur in halber Höhe der Planungen für das
Steinkohlenkraftwerk liegen, sind nun nicht mehr haltbar." sagt Corinna Cwielag. "Im Gegenteil, das aktuelle Gutachten des IOW berücksichtigt
noch nicht mal die 95 Millionen Kubikmeter Salzlösung, die noch
zusätzlich aus dem geplanten Erdgasspeicher Moeckow bei Greifswald in
den Bodden geleitet werden sollen. Da diese Planungen bekannt sind, sind
sie auch in die Prüfung einzubeziehen. Das alles steht noch aus. - Wir
sind sicher, dass eine Naturschutzklage gegen die Genehmigung
erfolgreich sein wird."
Für Rückfragen: Corinna Cwielag,
Landesgeschäftsführerin, Tel:0385-565470 bzw. 0178-5654700 |