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                                                                                                   Schwerin, den 29.05.08 / 33-08


Landespolitik in Mecklenburg-Vorpommern fehlt Konzept zum Erhalt der Biologischen Vielfalt

Landesvorsitzender Prof. Mathias Grünwald beteiligt sich am Geo-Tag der Artenvielfalt und verweist auf Defizite der Naturschutzpolitik des Landes

Der BUND Mecklenburg-Vorpommern setzt sich im Interesse des Artenschutzes für eine Ausweitung des ökologischen Landbaus, für den Schutz der Alleen und den Schutz der Gewässersysteme ein. Mit seinem Projekt "Das Grüne Band", das dem Erhalt von Naturarealen an den ehemaligen Grenzen zwischen den politischen Blöcken Europas dient, betreibt er eines der erfolgreichsten Artenschutzprojekte Deutschlands.  So wird sich der BUND zum wiederholten Mal an der renommierten Artenschutzaktion, dem "GEO-Tag der Artenvielfalt" beteiligen. Der Landesvorsitzende des BUND, der Neubrandenburger Tierökologe Prof. Mathias Grünwald, wird am 7. Juni 2008 mit Junior-Rangern im Müritz-Nationalpark die Artenvielfalt eine renaturierten Wiese unter die Lupe nehmen. Das bundesweite Schwerpunktthema des diesjährigen GEO-Tages der Artenvielfalt ist die Artenvielfalt in Schutzgebieten. Treffpunkt für die Aktion ist am 7. Juni 2008 um 9.00 Uhr der Forsthof in Blankenförde (Landkreis Mecklenburg-Strelitz) am Ortsausgang Richtung Langhagen. Pressevertreter sind herzlich eingeladen.

Hintergrund:

Aus Anlass der UN-Naturschutzkonferenz in Bonn weist der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) darauf hin, dass insbesondere Mecklenburg-Vorpommern aufgrund seiner in großen Teilen strukturreichen Kulturlandschaft, die noch zahlreichen gefährdeten Tier- und Pflanzenarten Lebensraum bietet, eine große Verantwortung  für den Schutz der Artenvielfalt hat. Die Landesregierung und die Landespolitik kommt dieser Aufgabe aus Sicht des Umweltverbandes nur unzureichend nach. Zwar hat das Land in der Vergangenheit großflächige Schutzgebiete wie Nationalparke, Biosphärenreservate und Naturparke ausgewiesen, eine flächendeckende Naturschutzstrategie ist jedoch nicht zu erkennen.

"Im Gegensatz zu den Fachministerien anderer deutscher Bundesländer hat es Minister Dr. Backhaus bisher versäumt, ein umfassendes Konzept zum Schutz der Artenvielfalt in Mecklenburg-Vorpommern vorzulegen. Dabei ist die im November 2007 im Bundeskabinett verabschiedete Nationale Strategie zur Biologischen Vielfalt eine Steilvorlage für die Bundesländer, die im Naturschutz die Hauptverantwortung tragen. Viele darin genannten Maßnahmen sollten in Mecklenburg-Vorpommern Anwendung finden." so Prof. Mathias Grünwald, Landesvorsitzender des BUND Mecklenburg-Vorpommern. "Beispielhaft seien die Erhaltung großräumiger, unzerschnittener Waldgebiete, die Erhaltung und Entwicklung der natürlichen und naturnahen Waldgesellschaften sowie ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Waldverjüngung und Wildbesatz bis 2020 genannt."

In diesem Zusammenhang kritisiert der Umweltverband den nicht nachhaltigen Umgang mit den Buchenwäldern in Mecklenburg-Vorpommern, den fehlenden Schutz der Gewässer vor Nährstoffeinträgen und den weiterhin großen Flächenverbrauch für Siedlung, Tourismus und Verkehr auch im Bereich sensibler Naturlandschaften. Beispielgebend für die defizitäre Umwelt- und Naturschutzpolitik in Mecklenburg-Vorpommern ist die Verringerung des Gewässerrandstreifens von 7 auf 3 Meter -- in Ausnahmefällen sogar auf nur einen Meter -- die im vergangenen Jahr vom Landtag beschlossen wurde. Der damit verbundene hohe Eintrag von Nährstoffen und Pflanzenschutzmitteln aus der Landwirtschaft in die Gewässer führt dort zu einem erheblichen Artenverlust. Der BUND hat gegen dieses Vorgehen Beschwerde bei der EU-Kommission eingelegt. Schließlich fließen nicht unerhebliche Mittel für die Verbesserung der Gewässergüte im Land auf der Grundlage der EU-Wasserahmenrichtlinie an das Land Mecklenburg-Vorpommern.

"Wir bedauern, dass Minister Dr. Backhaus für die Belange des Naturschutzes geringe Prioritäten setzt. Ihm sollte bewusst sein, dass sein starkes Engagement für eine fortwährend hohe Subventionierung der industriellen Landwirtschaft im Zuge der momentan anstehenden EU-Agrarverhandlungen den Artenverlust weiter verstärken wird." erklärt Prof. Grünwald.


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V.i.S.d.P: Arndt Müller (Dipl.-Biol.), BUND M-V, Referent für Naturschutz, Tel. 0385-565470