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Schwerin, den
05.06.08 / 36-08
NPD muss
Antrag zum ökologischen Landbau zurückzuziehen!
BUND wehrt sich gegen dreistes Vorgehen der NPD-Fraktion
im Landtag / Unterlassungserklärung gefordert
Heute, am 5.6.2008 um 18.25 Uhr
wird die NPD-Fraktion auf der Landtagssitzung einen
Entschließungs-antrag zur „Förderung des ökologischen Landbaus in MV“
(Drucksache 5/1481 vom 20.05.2008) einbringen. In den
Entschließungsantrag hat die NPD, ohne Rücksprache mit den Verfassern,
Arbeitsergebnisse des Argrabündnisses Mecklenburg-Vorpommern eingefügt.
Das Agrarbündnis Mecklenburg-Vorpommern ist ein Zusammenschluss von
Anbauverbänden des ökologischen Landbaus, der Arbeitsgemeinschaft
bäuerlicher Landwirtschaft (konventionell und ökologisch wirtschaftende
Bauern), des BUND und der Organisation "Pro Vieh - Verein gegen
tierquälerische Massentierhaltung e.V.". Der BUND hatte am 6.3.2008 auf
der 5.Wintertagung des Agrarbündnisses zur „Vermarktung ökologischer
Erzeugnisse in MV“ gemeinsam mit seinen Bündnispartnern ein
10
Punkte-Programm zur Förderung des ökologischen Landbaus in
Mecklenburg-Vorpommern vorgestellt. Diese Forderungen beinhalten
unterschiedliche Maßnahmen, die durch die Landesregierung ergriffen
werden sollen, um den ökologischen Landbau im Land weiter zu entwickeln.
Dieses 10 Punkte-Programm hat die NPD einfach übernommen. Zudem wurde
für die Begründung des NPD-Antrags der Redebeitrag von Dr. Burkhard
Roloff, BUND-Agrarreferent und Koordinator des Agrarbündnisses, auf der
5. Wintertagung benutzt. Dabei wurden Sätze geändert und aus dem
Zusammenhang gerissen, um so eine Übereinstimmung mit den abstrusen
Ideen der NPD konstruieren zu können.
Die NPD benutzt den Ökolandbau für ihre nationalistische Propaganda, wie
z.B. für eine „Konzeption einer raumorientierten Volkswirtschaft
nationaler Prägung“ (Zitat aus dem NPD-Antrag). Das Agrarbündnis
Mecklenburg-Vorpommern verwahrt sich entschieden gegen die Absichten der
NPD, aufgrund der eigenen Unfähigkeit die Themen etablierter
Organisationen zu besetzen und ihre Arbeitsergebnisse für ihre Zwecke
auszuschlachten.
Ihre fehlende Sachkompetenz beweist die NPD, indem sie in der Begründung
zu ihrem Antrag Ideen anderer Organisationen zum ökologischen Landbau
mit der Unterstützung für die Anwendung der Gentechnik in der
Landwirtschaft verquirlt. Zitat aus dem NPD-Antrag: „Die
Landesregierung strebt bislang die umfassende Nutzung der grünen
Gentechnik an. Das ist nötig, um den Ruf des Landes als führendes
Gesundheitsland und das Vertrauen der Bürger in gesunde Nahrungsmittel
zu erhalten bzw. wiederherzustellen." Ökologischer Landbau hat
nichts mit der Anwendung von Gentechnik zu tun und wird wegen
gesundheitlicher Gefahren und der resultierenden Abnahme biologischer
Vielfalt durch das Agrarbündnis Mecklenburg-Vorpommern abgelehnt.
Dr. Burkhard Roloff,
Agrarexperte des BUND:
„Wir fordern die NPD auf, ihren Antrag zum ökologischen Landbau
zurückzuziehen und unverzüglich eine Unterlassungserklärung abzugeben,
die feststellt, dass die 10 Forderungen des Agrarbündnisses vom 6.3.2008
zukünftig in keiner Weise genutzt werden.
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V.i.S.d.P. Dr. Burkhard Roloff, BUND-Agrarreferent, Tel. 0385-565470
Weitere Informationen über die Arbeit des Agrarbündnisses
Mecklenburg-Vorpommern
finden Sie
hier.
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