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                                                                                                               Schwerin, den 23.06.08 / 39-08


Ökologische Landwirtschaft garantiert Gewässerqualität
Gewässergütebericht MV: BUND fordert verstärkte Förderung des ökologischen Landbaus


Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert aus Anlass des aktuellen Gewässergüteberichtes des Landes eine Stärkung einer umweltgerechten ökologischen Landwirtschaft. Der heute von Minister Backhaus vorgestellte Bericht über die Qualität der Seen, Flüsse, Bäche, Küstengewässer und des Grundwassers für die Jahre 2003-2006 zeigt wie schon der Vorgängerbericht, dass die intensive Landwirtschaft weiter zu den Hauptbelastungsquellen unserer Gewässer gehört. Vor allem die Nitrateinträge sind unverändert hoch und führen weiterhin zu besorgniserregenden Belastungen unseres Grundwassers.

Arndt Müller, Biologe und Naturschutzexperte des BUND:
"Nur indem Mecklenburg-Vorpommern seine Landnutzungspolitik Schritt für Schritt auf eine Ausdehnung des ökologischen Landbaus ausrichtet, kommen wir im Gewässerschutz voran. Der Rückgang von Grünland, die Ausdehnung der Massentierhaltung, die Reduzierung der Gewässerschutzstreifen, der fehlenden Anreize, auf ökologischen Landbau umzustellen, sind jedoch Zeichen für einen großen Nachholebedarf der Landesregierung, der sich letztlich in der Qualität unserer Gewässer widerspiegelt. Europäische Förderprogramme bis 2013 bieten wahrscheinlich letztmalig in größerem Umfang die Möglichkeit, eine möglichst schnelle Umgestaltung unserer Landnutzung hinzubekommen."

Trotz vereinzelter Verbesserungen ist Mecklenburg-Vorpommern noch weit vom guten ökologischen Zustand seiner Gewässer entfernt. Den fordert allerdings die Europäische Wasserrahmenrichtlinie bis zum Jahr 2015. Das Moorschutzprogramm ist eines der wenigen erfolgreichen Landesprogramme, mit dem Mecklenburg-Vorpommern deutschlandweit eine Vorbildrolle im Gewässerschutz einnimmt. Andere Zielsetzungen der Landespolitik machen diese Erfolge jedoch wieder zunichte. Die Landnutzungspolitik beschreitet in dieser Hinsicht keinen konsequenten Weg. Erst im vergangenen Herbst wurde der Gewässerrandstreifen, der eine wichtige Pufferfunktion für Nährstoffeinträge an unseren Gewässern besitzt, mit der Neufassung des Wassergesetzes praktisch beseitigt. Auch tut sich das Land schwer, so genannte Gewässerentwicklungsstreifen zu erwerben. In diesen ungenutzten Streifen könnten sich die vielen monotonen schnurgeraden Fließgewässer der Agrarlandschaft wieder zu natürlich mäandrierenden Bächen entwickeln.

Die Ausdehnung des ökologischen Landbaus ist die wirksamste Form, die Einträge durch Nährstoffe aus Mineraldünger und die Belastung der Gewässer mit Pestiziden zu reduzieren. Die EG-Verordnung "Ökologischer Landbau" verbietet den Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutz- und Düngemitteln. Darüber hinaus haben zahlreiche Erzeugerverbände des Ökolandbaus deutlich strengere Regeln. Obwohl die Zahl ökologisch wirtschaftender Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern zugenommen hat, sind die Anreize für eine Umstellung der Produktionsweise mit 135 Euro/ ha immer noch deutlich zu niedrig.

Besorgt zeigt sich der BUND angesichts der zunehmenden Umwandlung von Grünland in Ackerland. Vor allem der Boom der Bioenergieerzeugung bewirkt eine starke Ausdehnung des Maisanbaus. Mais ist im Hinblick auf Bodenfruchtbarkeit, Erosionsrisiko, Gewässerbelastung und Biodiversität eine der problematischsten Kulturen. Der BUND begrüßt den Ausbau erneuerbarer Energien fordert jedoch eine Zertifizierung umweltgerechter Biogaserzeugung.

Auch die Zunahme de Massentierhaltung -- bei Schweinen verzeichnet Mecklenburg-Vorpommern inzwischen  780.000 Tiere -- und die daraus resultierenden Probleme bei der Gülleentsorgung sind weiterhin Ursache für eine starke Belastung unserer Gewässer.

Wie es um die Qualität unserer Gewässer steht, zeigt sich eindrucksvoll an der Qualität unserer Küstengewässer. Dorthin gelangt letztlich ein Großteil der landwirtschaftlichen Einträge. 80 Prozent der Haffe, Bodden, Buchten und Nehrungen sind in keinem ökologisch guten Zustand.


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V.i.S.d.P. Arndt Müller, Referent für Naturschutz, Tel. 0385-565470

Die 10 Forderungen zum ökologischen Landbau des Agrarbündnisses Mecklenburg-Vorpommern finden Sie hier:

http://vorort.bund.net/mv/wt2008/forderungen.htm