Winter 2008 Nr. 1/2008
Online-Lernmaterial
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| Felix Richter beim recherchieren |
Der BUND arbeitet mit Mitarbeitern der Firma „indigo medien+design“ an einem interaktiven Bildungsmaterial „Alleen und Bäume“, das online zur Verfügung stehen soll. Das Lernmaterial richtet sich an Schüler der 9. und 10. Klassen und bietet umfangreiche Informationen rund um das Thema Alleen und Bäume. Ein erster Prototyp ist bereits im Netz unter <http://www.mediapark-mv.de/indigo/> verfügbar. Maßgeblichen Anteil bei der Erarbeitung der Inhalte hat die 10. Klasse des Rostocker Christophorus-Gymnasiums, besonders die Schülerin Christa Walter und der Schüler Felix Richter und deren Biologielehrerin Frau Dr. Heike Hänsel.
Die Themen sind sehr breit gefächert. Diejenigen, die in das Programm eintauchen, bekommen erklärt, was eine Allee ist, erfahren viel über die Geschichte der Alleen, Alleen in Parks und Städten, Alleen und Recht. Natürlich werden auch biologische oder ökologische Themen nahe gebracht wie: Alleen als Biotope, Biologische Grundlagen, Schädigung von Bäumen, Baumpflege. Aber auch Themen, bei denen es um unsere Beziehung zu den Bäumen geht wie Baum und Mensch, der Baum in der Literatur, Mythos Baum, Baumgeschichten, Bäume und Sterben kommen nicht zu kurz. Wichtig ist, dass jeder Möglichkeiten gezeigt bekommt, wie man selbst etwas für den Alleenschutz tun kann, zum Beispiel eine Alleenpatenschaft übernehmen oder Bäume pflanzen.
Jedes Thema besteht aus Lehrtexten, Anschauungsgrafiken, Fotos, kurzen Videos und Aufgabenstellungen. Von Thema zu Thema führen kurze Fotofilme mit den Erlebnissen von Christa und Felix sowie Informationen und Aufgabenstellungen für die Anwender.
Katharina Brückmann, BUND Alleenreferentin
Das Agrarbündnis Mecklenburg-Vorpommern führt am 6.3.2008 in Güstrow eine landesweite Fachtagung zur Vermarktung ökologischer Erzeugnisse in Mecklenburg-Vorpommern durch. Diese 5. Wintertagung findet unter dem Titel: „Vermarktung ökologischer Erzeugnisse in Mecklenburg-Vorpommern- direkt und regional, rentabel und professionell“ statt. Es werden am Vormittag die Perspektiven des Biomarktes in Deutschland und Mecklenbug-Vorpommern dargestellt und der betriebswirtschaftliche Vergleich ausgewählter Vermarktungsformen vorgenommen sowie die Fördermöglichkeiten für die ökologische Vermarktung im Land erläutert. Am Nachmittag präsentieren sich sieben interessante und erfolgreiche Vermarktungsbetriebe aus Mecklenburg-Vorpommern: ein Hofladen, ein Naturkostladen, ein Bio-Supermarkt, ein Lieferservice für Großverbraucher, ein Abo-Kisten-Versand, eine Erzeugergemeinschaft und ein Vertreter des Lebensmittel-Einzelhandels.
Eingeladen sind interessierte Mitglieder aus den Verbänden, -Vermarkter und Bio-Bauern aus Mecklenburg-Vorpommern, Vertreter/innen aus Landwirtschafts- und Regionalverwaltungen. Das Tagungs-Programm und die -Anmeldung können hier heruntergeladen werden.
Dr. Burkhard Roloff
Offener Brief an an das Unternehmen MIBRAG mbH
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| Lübthener Teilnehmer der Klimademo in Berlin Bild:Arndt Müller |
Sehr geehrter Herr De Marcus, sehr geehrte Gesellschafter und Mitarbeiter der MIBRAG mbH, wie Sie wissen, leben wir Mecklenburger in einer wunderschönen und bisher unzerstörten Natur- und Kulturlandschaft. Unsere Bürger sind für ihre Bodenständigkeit und Heimatverbundenheit bekannt, wir lassen uns nicht von unserer Scholle vertreiben. Aus diesen und anderen Gründen wehren wir uns gegen Ihre Absichten, bei uns einen landschaftszerstörenden und klimaschädlichen Braunkohletagebau betreiben zu wollen. Die MIBRAG mbH hat bereits im Jahr 1995 öffentlich erklärt, dass ein Braunkohletagebau in Lübtheen nicht gegen den Willen der Öffentlichkeit stattfinden werde, und Sie auf weitere Schritte verzichten, wenn eine klare politische Entscheidung schon gegen die Erkundung der Lübtheener Lagerstätte fällt. Inzwischen haben sich neben der Bevölkerung auch alle politischen Parteien und alle Politiker in M-V sehr klar und eindeutig gegen Ihr Braunkohletagebauvorhaben positioniert, was in dem einstimmigen Beschluss des Landtages Mecklenburg-Vorpommern in der Plenarsitzung vom 11. Juli 2007 zum Ausdruck gekommen ist.
Zuvor haben sich bereits der Kreistag des Landkreises Ludwigslust sowie die Stadtvertretung Lübtheen ebenso klar und eindeutig gegen Ihre Braunkohletagebaupläne ausgesprochen. Sie haben zur Kenntnis zu nehmen, dass diese klaren politischen Entscheidungen, auf die Ihre Erklärungen aus dem Jahre 1995 abzielten, also getroffen worden sind, und wir erwarten nun von Ihnen, dass Sie sich an Ihre öffentlichen Versprechen von damals halten und Ihr Vorhaben, die Braunkohlelagerstätte Lübtheen aufzuschließen, aufgeben.
Stattdessen haben Sie nun beim Verwaltungsgericht Schwerin Klage gegen die Entscheidung des Bergamtes Stralsund, die Aufsuchungserlaubnis nicht zu verlängern, erhoben. Damit setzen Sie sich in Widerspruch zu Ihren oben genannten Versprechen und Ankündigungen. Wir werden Sie an dem messen, was Sie gesagt haben und was Sie tatsächlich tun, und nicht eher Ruhe geben, bis Sie das Braunkohletagebauvorhaben Lübtheen aufgegeben haben.
"Verein Braunkohle - Nein" e.V.
Umweltprobleme durch EU-Fördermitteleinsatz
Bei der offiziellen Eröffnung der neuen Programmperiode des Europäischen Fonds für regionale Eröffnung in Mecklenburg-Vorpommern (EFRE) am 13. Dezember 2007 in Schwerin war auch die zuständige EU-Kommissarin, Frau Prof. Hübner, dabei. Bei einem einstündigen Vorgespräch mit der Kommissarin konnte ein Vertreter der Umweltverbände direkt die Kritik an wesentlichen Punkten des Fördermitteleinsatzes in Mecklenburg-Vorpommern anbringen. Von den 1,25 Milliarden Euro EU-Mitteln für Regionalentwicklung sollen nämlich wieder rund ein Drittel in den Ausbau der Straßenverkehrsinfrastruktur gesteckt werden. Der BUND fordert hier eine deutliche Verringerung der Eingriffe, besonders beim Ausbau von Alleestraßen. Durch die rapide sinkenden Einwohnerzahlen ist auch in vielen Regionen die maximale Standardstraßenbreite von 6,5 m nicht mehr nötig. Vielmehr müssten jetzt Investitionen in den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) erfolgen, damit diese Strukturen fit für die nächsten Jahrzehnte werden.
Die Umweltverbände wiesen ebenfalls darauf hin, dass im Umfeld des geplanten 1600 MW-Steinkohlekraftwerks in Lubmin mit EU-Förderung bereits begleitende Infrastruktur im Wert von mehr als 30 Millionen Euro errichtet wurde. Es steht zu befürchten, dass dieses unsinnige, klimaschädliche Vorhaben auch künftig mittelbar von den Förderungen des EU-Regionalfonds profitiert. Mit einer derartigen Förderpolitik werden die verbindlichen Klimaschutzziele der EU nicht erreicht und die EU-Klimaschutzpolitik verliert an Glaubwürdigkeit.
Positiv wurde seitens der Umweltverbände hervorgehoben, dass in der neuen Förderperiode von 2007-2013 insgesamt der Anteil an Investitionen für Forschung und Entwicklung deutlich steigen soll. Eine umweltfreundlichere Entwicklung braucht weniger Beton und Großindustrien sondern mehr Innovation, dezentrale Kreisläufe und Investitionen in die Köpfe.
Georg Nikelski
Bei Bergfeld - zwischen Güstrow und Teterow - plant ein Landwirt eine Hähnchenmastanlage mit 83. 600 Mastplätzen. Diese industrielle Mastanlage soll mitten in den Naturpark „Mecklenburger Schweiz-Kummerower See“ gebaut werden. Dagegen gründete sich die Bürgerinitiative „Hähnchenmastanlage Bergfeld- Nein Danke!“.
Vertreter der BI übergaben Anfang Dezember gemeinsam mit dem BUND die letzten 40 von insgesamt über 120 Einwendungen zur geplanten Hähnchenmastanlage sowie 1000 Unterschriften dem StAUN Rostock, das für die Genehmigung zuständig ist.
Die Sprecherin der BI Ulrike Beseler fasst die wichtigsten Einwendungen der
BI gegen den Bau der Hähnchenmastanlage zusammen: „Wir fürchten durch den Bau
der Mastanlage um den Lebensraum geschützter Tierarten, wie Rotbauchunke,
Fischotter oder Juchtenkäfer“.

Margret Jablonski, erläuterte die unmittelbare Existenzbedrohung durch die geplante Mastanlage für die Region: „Ich betreibe das Seminarhotel am Schillersee und es gibt hier viele private Ferienwohnungen in Mamerow, Bergfeld und Umgebung. Viele Urlauber ließen uns wissen, sie würden nach Bau der Anlage hier keinen Urlaub mehr machen. Im meinem Seminarhotel sind schon 5 Gruppenstornierungen eingetroffen, obwohl die Anlage noch gar nicht steht. Ich sehe meine Existenz und die meiner 4 Mitarbeiterinnen durch die geplante Anlage bedroht.“ Dr. Burkhard Roloff, Agrarexperte des BUND, zu den Natur- und Tierschutzgründen in den Einwendungen gegen die geplante industrielle Mastanlage: „Die in Bergfeld geplante industrielle Hähnchenmastanlage ist im Sinne des Tierschutzes nicht artgerecht und kann die Natur und die Umwelt sowie die Lebensqualität der betroffenen Anwohner negativ beeinflussen“.
Die industrielle Hähnchenmastanlage soll in die schöne unverbaute Landschaft bei Bergfeld, in der Mecklenburger Schweiz gebaut werden. Jeweils 83. 600 Masthähnchen sollen innerhalb von nur 35 Tagen gemästet werden - in fensterlosen Hallen, gehalten auf 22.86 cm mal 22.86 cm je Tier. Da die Anlage ohne Abluftwäscher geplant ist, kann es zur Geruchsbelästigung sowie zu Feinstaub- und Keimemissionen kommen. Der sehr nährstoffreiche Hühnerkot gefährdet zahlreiche geschützte Tier- und Pflanzenarten im Naturpark.
Nach der Übergabe der Einwendungen und Unterschriften überreichte Ulrike Beseler an Dr. Roloff die Eintrittserklärungen von 7 Mitgliedern der BI in eine Ortsgruppe Bergfeld des BUND.
Weitere Informationen der Bürgerinitiative unter: http://www.haehnchenmast-bergfeld-nein-danke.de/
Dr. Burkhard Roloff
Besorgniserregend sind in jüngster Zeit die Funde toter Schweinswale an der Ostseeküste: ihre Zahl hat sich gegenüber den Werten der letzten 10 Jahre verdreifacht! Fast 60 tote Tiere wurden im Laufe des Jahre 2007 registriert. Wenn es sich hier um Tiere aus der nur 200-600 Individuen umfassenden Unterart der zentralen Ostsee handelt, sind diese Zahlen erschreckend! Die Tiere dieser Unterart haben keinen genetischen Austausch mit dem noch stabilen Bestand der Nordsee-Schweinswale.
Die Ursachen sind vielfältig:
für die Meeressäuger lebensgefährliche Fischerei-Methoden
Giftstoffe aus den großen Mengen Munitionsaltlasten der Ostsee schwächen das Immunsystem der Schweinswale und können ihren Tod verursacht haben
Auch der Unterwasserlärm spielt bei den sich akustisch orientierenden Walen eine extrem belastende Rolle.
Der Ostsee-Schweinswal braucht unsere Hilfe.
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| Strandung |
Bild: Sven_Koschinski |
Der BUND wird sich auf allen politischen Ebenen dafür einsetzen, dass
die einzige heimische Walart in unseren Gewässern eine Zukunft hat.
Einen hoffnungsträchtigen Anfang hat das Thema bereits durch die erste
öffentliche Diskussion der technischen Alternativen zur Sprengung der
Munitionsaltlasten in der Ostsee (19.Oktober 2007 in Kiel; siehe
www.nabu-Meeresschutz.de) erfahren. So hat sich im Zusammenhang mit der Kieler
Tagung ein Arbeitskreis aus Meeresbiologen, Naturschützern, Wissenschaftlern und
Experten des Munitionsbergungsdienstes Mecklenburg-Vorpommern gegründet. Dieser
Arbeitskreis will für Mecklenburg-Vorpommern neue Lösungen beim Umgang mit den
Munitionsaltlasten der Ostsee finden, sodass eine Gefährdung der Meeres-Bewohner
(z.B. durch die Freisetzung von giftigen Abbauprodukten des Sprengstoffes TNT)
verhindert wird.
BUND Schweinswalprojekt
Die Koordinierung des Arbeitskreises übernimmt der BUND MV im Rahmen eines Schweinswal- Projektes. So sollen Eingriffe in den Lebensraum der Ostseeschweinswale fachlich begleitet werden um zusätzliche Belastungen zu verhindern. Besonders wichtig wird jedoch auch die Lobbyarbeit zur Beeinflussung von Fischerei und Schiffsverkehr sein. Geplant ist neben der Internetpräsens auch die Herausgabe eines Faltblattes zur Darstellung der Situation der Schweinswale vor der Küste von Mecklenburg-Vorpommern.
Ursula Karlowski, BUND MV Vorstand
Neues BUND Regionalbüro und Büro Schweinswalprojekt:
BUND Rostock
Hermannstraße 36
18055 Rostock
Nach Abschluss des bundesweiten Projektes „Naturschatzkiste“ startet die BUNDjugend M.-V. im Jahr 2008 mit neuen Projekten durch.
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| Klimademo in Berlin |
Das bundesweite BUNDjugend Projekt „Konsum Global“ findet auch in Mecklenburg-Vorpommern ein Zuhause. So wird es bereits im ersten Quartal 2008 in Neubrandenburg und Schwerin eine eigene Stadtführung von Jugendlichen für Jugendliche geben.
An zwei Tagen entwickeln die Teilnehmer unter Mithilfe eines Fachreferenten ein speziell auf ihre Städte zugeschnittenes Konzept , in dem Schulklassen zukünftig durch den Konsum-Dschungel geführt werden. Die Führungen beschäftigen sich ebenso mit dem Thema: „Wie gehe ich richtig mit Werbung um? Wie wirkt sie auf mich?“ Es soll den Jugendlichen veranschaulicht werden, welche Macht sie als Konsumenten haben und wie sie richtig eingesetzt werden kann.
Dabei werden konkrete Beispiele geliefert, wie sich unser Konsum auf die Welt auswirkt und noch wichtiger: Es werden Alternativen aufgezeigt, die für den Alltag umsetzbar sind.
Global Warning – Der Klimawandel kommt an die Schulen Mecklenburg-Vorpommerns
Das Klima ändet sich – das Wetter wird extremer und das trifft nicht nur andere Länder in Form von Dürren oder Stürmen und Überschwemmungen, sondern auch uns. Noch können wir dafür sorgen, dass die Folgen so gering wie möglich bleiben.
Mit einer Klima-Dia-Show tourt die BUNDjugend M.-V. im Jahre 2008 durch zehn Städte, um mit den Schülern über den Klimawandel zu diskutieren und vor allem zu zeigen, was jeder einzelne dagegen tun kann.
Veranstaltungen:
Neben den oben erwähnten Umweltprojekten hat die BUNDjugend M.-V. 2008 auch eine große Anzahl von Veranstaltungen für Kinder und Jugendlichen im Programm. Hier eine Auswahl:
| 29.02-2.3.08 | Kreativseminar | Schwerin |
| 7.-9.03.08 | Yogaseminar | Neubrandenburg |
| 7.-9.03.08 | Umwelttheater für Jugendl. | bei Schwerin |
| 14.-16.03.08 | Erlebter Frühling | Neubrandenburg |
| 14.-16.03.08 | Keramikworkshop Hermannshagen | Hermannshagen. |
| 29.03.2008 | Zootag Schwerin | Schwerin |
| 4.-6. 04.08 | Heimische Tiere | Dargelütz |
| 4.-6.04.08 | Lajulei mit Hochseilgarten | Neukloster |
| 5.-6.04.08 | Bionik-Workshop | Schwerin |
| 08.-12.05.08 | Frühlingserwachen | Karnin |
| 16. -18.05.08 | Botanikseminar | Neubrandenburg |
| 23.05.-25.05.08 | Theaterworkshop für Kinder | Salow |
Informationen über alle Veranstaltungen und Projekte gibt´s über die:
BUNDjugend Mecklenburg-Vorpommern
Zum Bahnhof 20
19053 Schwerin
Tel.: 0385/500 7818
Fax: 0385/56 36 61
E-Mail: bundjugend.mv@gmx.de
Internet: www.bundjugend-mv.de
Redaktionsschluß für den nächsten Rundbrief im BUNDmagazin ist der 11. März 2008
IMPRESSUM
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19053 Schwerin
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