Nr. 3/2007
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| Riesentomate macht auf gefährliche Agrogentechnik aufmerksam Artikel dann in einem Kästchen |
Wieder gibt es einen Erfolg zu verbuchen: 6800 ha landwirtschaftliche Nutzfläche um Schwerin herum wurde Ende Juni auf dem Hoffest des Biohofes Medewege zur Gentechnikfreien Region erklärt. Damit erhöhte sich die Gentechnikfreie Fläche in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt auf 84100 ha, verteilt auf 9 Regionen. Um „fünf vor zwölf“ wurde die „Gentechnikfreie Region Schweriner Land“ ausgerufen und die Gründungsurkunde an die Stadt Schwerin übergeben. Sie setzt sich aus den Agrarflächen der Agrargenossenschaften Lübstorf, Strahlendorf und Brüsewitz sowie des Bio-Hofes Medewege zusammen. Der BUND machte an diesem Tag mit einem Informationsstand und der 5m hohen „Killer-Tomate“ auf das brisante Thema Agrogentechnik in der Landwirtschaft und Gen-food in unseren Lebensmitteln aufmerksam. Außerdem wurde der aktuelle Dokumentar-Film „Die Grenze des Erlaubten“ über grüne Gentechnik in Mecklenburg gezeigt und eine Unterschriftenaktion für ein gentechnikfreies Bundesland MV durchgeführt.
Im Frühjahr 2006 wurde in Mecklenburg-Vorpommern auf 227ha gentechnisch veränderter Mais kommerziell angebaut. Anlass für die Gegner der Agrogentechnik lautstark zu protestieren und Herausforderung an die Anwender diesen neuen Schritt zu verteidigen. Der aktuelle Dokumentarfilm von Sabine Hellmann gibt in Beobachtungen und Gesprächen zwischen Mais-Aussaat und –Ernte den Argumenten beider Seiten Raum und trägt die Kontroverse in die Öffentlichkeit.
Am Anfang des 40 minütigen Filmes wird die Gentechnik bei Pflanzen anhand einfach-verständlicher Animationen erläutert. Eine Professorin der Uni Rostock stellt sich und ihren Forschungsbereich vor. Vom Labor geht es hinaus aufs Feld.
Verschiedene Meinungen zur Kennzeichnung von GVO-Pflanzen sowie der Gen-Soja-Anbau in Südamerika werden von Agrarwirt Runald Bohl, Dr. Heinrich Graf von Bassewitz, dem Imker Michael Grolm und der Biogärtnerin Anna Adolphi diskutiert. Im Folgenden wird auf einen Freisetzungsversuch mit gentechnisch verändertem Raps der Universität Rostock aufmerksam gemacht.
Zwei Wissenschaftlerinnen diskutieren auf der Versuchsfläche über die Gefahr der Auskreuzung und die mögliche Koexistenz. Dr. Graf von Bassewitz -Gründer der ersten gentechnikfreien Region in Deutschland, ergänzt die recht sorglosen Ausführungen um kritische Aspekte und stellt den Versuch in Frage.
Abschließend gibt es Einblicke in die Gen-Maisernte und das Landeserntedankfest, dessen traditionelle Prozedur angesichts der neuen Gen-Pflanzen überholt scheint.
Der BUND Landesverband Mecklenburg-Vorpommern empfiehlt diesen Film besonders. Die DVD ist erhältlich über die Regisseurin Sabine Hellmann - sbeenie@gmail.com bzw.: www.sbeen.di.hs-wismar.de und kostet 10.00€ (Ohne Aufführungsrechte).
Dr. Burkhard Roloff
Seit seiner Gründung im Jahr 1993 setzt sich
der BUND Arbeitskreis Fischotterschutz für den Schutz des vom Aussterben
bedrohten Fischotters ein. Dank der Initiative seiner bisher 360 Mitstreiter ist
der Arbeitskreis Fischotterschutz nicht nur in Mecklenburg – Vorpommern sondern
bundesweit aktiv. Zahlreiche kleine und größere Projekte wurden gestartet.
Neben Gebietsuntersuchungen und Monitoringprojekten ist die Vernetzung von Lebensräumen durch die richtige Gestaltung von Brücken und Straßenquerungen eines der Hauptaufgaben des BUND Arbeitskreises Fischotterschutz. So wurde im Jahr 1994 das Projekt „Brücken für den Fischotter“ gestartet. Flächenmäßige Gebietsuntersuchungen und langfristige Monitoringprojekte geben Aufschlüsse auf das Wanderverhalten und vor allen Dingen über das Vorkommen des Wassermarders. Die Naturschutzarbeit des Arbeitskreises Fischotterschutz ist sehr vielfältig. Neben den Untersuchungen zum Otter werden Bestandserfassungen zur Flora und Fauna ausgewählter Gebiete durchgeführt. Eines der größten Projekte zu diesem Thema ist das Projekt „Datze – ein Biotopvernetzungsprogramm“.
Dass der Arbeitskreis Fischotterschutz den richtigen Weg in seiner Umwelt- und Naturschutzpolitik eingeschlagen hat ist am Wachsen seiner Mitstreiterzahl ersichtlich. Waren es im Jahre 1993 nur 5 Mitstreiter, so zählt der Arbeitskreis heute weit über 360 Naturfreunde. Nun sind die 360 Mitstreiter nicht alle Mitglieder beim BUND sondern auch beim NABU, anderen Naturschutzvereinen und Behörden, oder aber ohne Vereinszugehörigkeit, denn das Ziel des Arbeitskreises ist die Vernetzung der Naturschutzmitarbeiter miteinander für eine gemeinsame Sache. Im Februar 2002 wurde durch die Initiative des Arbeitskreises Fischotterschutz die Arbeitsgruppe „Semiaquatische Säugetiere“ des Landes Mecklenburg – Vorpommerns ins Leben gerufen.
Wenn Sie an einer
verbandsübergreifenden Naturschutzarbeit, insbesondere im Otterschutz
interessiert sein sollten dann melden Sie sich beim:
BUND Arbeitskreis Fischotterschutz
Kurze Straße 8
17034 Neubrandenburg
Tel.: 0395 / 7774877
E – Mail:
AK.Fischotterschutz@arcor.de
nachdem auch unsere Tagung 2006 in Plöwen
ein Erlebnis war, laden wir Sie nun zu unserer nächsten Tagung Otter und
Naturschutz in den Müritz-Nationalpark ein.
In einer einzigartigen Landschaft, umgeben von Wäldern, Mooren und Seen befindet
sich in der ehemalige Landeslehrstätte für Naturschutz die Pension „Zur
Fledermaus“. Hier wird unsere Tagungsstätte und Unterkunft sein.
Wie in jedem Jahr haben wir ein vielfältiges Programm vorbereitet. Der Freitag
soll wieder als Anreisetag dienen und sorgt für Entspannung und Erholung an
diesem idyllischen Ort. Der Samstag- und Sonntagvormittag ist gefüllt mit
zahlreichen Vorträgen über Naturschutz und Forschung. Traditionell werden wir
den Samstagnachmittag für eine Exkursion nutzen. An dieser Tagung werden wir
zwei Exkursionen durchführen, die die Schönheit und Einzigartigkeit dieses
Gebietes darstellen. Näheres entnehmen Sie bitte dem Tagungsprogramm.
Da die Anzahl der Übernachtungen begrenzt
ist, möchten wir Sie bitten sich rechtzeitig anzumelden. Anmeldeschluss ist der
1. September 2007. Die Anmeldungen zur Tagung richten Sie bitte an den BUND
Arbeitskreis Fischotterschutz.
Ihre Zimmerbuchung in der Pension „Zur Fledermaus“ nehmen Sie bitte wie immer selbständig vor. Die Adresse lautet: Pension „Zur Fledermaus“, Am Teufelsbruch 1, 17192 Waren (Müritz), Tel.: (03991) 66 32 93, Fax.: (03991) 66 32 94, e-Mail: W.Oldenburg@gmx.de.
Anreisebeschreibung:
Sie erreichen die Pension „Zur Fledermaus“ in dem Sie in Waren (Müritz) von der
B 192 in Richtung Ecktannen abbiegen und dann der Ausschilderung des
Müritz-Nationalparks folgen. Von der Specker Straße biegen Sie rechts zur
Nationalparkinformationsstelle, vor der sich ein größerer Parkplatz befindet,
ab. Halten Sie sich nun auf dem Hauptweg des Waldes, so erreichen Sie auf
direktem Weg die Pension „Zur Fledermaus“, die in diesem Bereich auch
ausgeschildert ist. Wir wünschen Ihnen eine gute Anreise.
| Freitag, | 12.10.2007 Anreise | 16.30 Uhr |
Kranichbeobachtung im Müritznationalpark Hans – Jürgen Jessel; Fachgruppe Ornithologie „Karl Bartels“ Waren (Müritz) |
| 18.00 Uhr | Abendbrot | 19.30 Uhr | Abendbrot Anschließend:gemütliches Beisammensein. Diavortrag: Schönheiten der Natur im Herzen Mecklenburg Hans –Dieter Graf; Fachgruppe Ornithologie „Karl Bartels“ Waren (Müritz) |
| 19.00 Uhr |
Vortrag: Die Situation der einheimischen Fledermäuse Anschließend eine Fledermausfütterung mit Werner Oldenburg |
Sonntag, |
14.10.2007 Tagungsleitung: Volker Dienemann |
| 20.30 Uhr | Naturfotografie an
der Müritz Frank Burchett, aus Waren, zeigt Bilder aus den Jahren 2006 und 2007 |
09.00 Uhr | 70 Jahre
Naturschutzgebiet Nonnenhof Forst Ing. Horst Ruthenberg |
| Samstag, | 13.10.2007 Tagungsleitung: Dr. Volker Meitzner | 09.30 Uhr |
Untersuchungen zur Lebensweise des Waschbären im Müritznationalpark –
Teilgebiet Serrahn mit Hilfe der Telemetrie Berit Köhnemann und Frank Michler |
| 8.00 Uhr | Frühstück | 10.00 Uhr | Monitoring von
Insekten (Laufkäfer und Heuschrecken) im Müritznationalpark Dr. Volker Meitzner; Arbeitskreis Fischotterschutz |
| 09.00 Uhr | Eröffnung
der Tagung Volker Dienemann; Arbeitskreis Fischotterschutz |
10.30 Uhr |
Die Großschmetterlinge des Landkreises Uecker–Randow mit spezieller
Berücksichtigung der Tagfalter Dipl. Biol. Dietmar Schulz; FG Ornithologie und Naturschutz Pasewalk |
| 09.20 Uhr | Die Zentrale
Lehrstätte für Naturschutz in der Zeit von 1954 bis 2001 Dr. Dieter Martin, Deutsche Wildtierstiftung, Gut Klepelshagen |
11.00 Uhr | Kaffeepause |
| 09.50 Uhr |
Der Müritznationalpark – einst und jetzt Hans-Jürgen Jessel; Fachgruppe Ornithologie „Karl Bartels“ Waren (Müritz) |
11.20 Uhr |
Verwaltungsfachliches Handeln in der Umsetzung von Artenschutzmaßnahmen am
Beispiel des Fischotters im Landkreis Müritz Herr Barthel und Herr Rehm Untere Naturschutzbehörde LK Müritz |
| 10.20 Uhr | Kaffeepause | 11.50 Uhr | Tierökologische
Bedeutung und Optimierung von Gründächern Prof. Dr. Mathias Grünwald, Hochschule Neubrandenburg |
| 10.50 Uhr | „Ohne
sie hätte sich nichts bewegt“ – 100 Jahre Ehrenamt im Natur- und Umweltschutz in Mecklenburg - Vorpommern Prof. Dr. Behrens, Hochschule Neubrandenburg |
12.20 Uhr |
Praktische Erfahrungen mit Kombinationsnistkästen (nach Stapel) für
Fledermäuse und Kleinvögel Joachim Stapel, Naturschutzbund Deutschland e.V. |
| 11.20 Uhr | Leitlinien
und Praxis von staatlich getragenen Naturschutzlehrstätten und
Umweltakademien in Deutschland Tom Polte, Landeslehrstätte für Naturschutz Mecklenburg - Vorpommern |
13.00 Uhr | Resümee zur
Naturschutztagung 2007 und Ausblick Volker Dienemann; Arbeitskreis Fischotterschutz |
| 11.50 Uhr | Möglichkeiten
der Förderung des Naturschutzes nach den neuen EU - Richtlinien Heike Lange; Staatliches Amt für Umwelt und Natur Ueckermünde |
13.15 Uhr | Mittagessen und Abreise |
| 12.20 Uhr | Mittagspause | ||
| 13.30 Uhr | Exkursion
zu den Spuklochkoppeln mit Fahrrad oder Kleinbus Hans – Jürgen Jessel; Fachgruppe Ornithologie „Karl Bartels“ Waren (Müritz) |
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| 15.30 Uhr | Kaffeepause im Müritzhof |
Die gerichtliche Auseinandersetzung um die industrielle Schweinemastanlage Medow lässt sich nicht gütlich beilegen. Bürgerinitiative und BUND haben das Mediationsverfahren für gescheitert erklärt. In dem vom Verwaltungsgericht Greifwald angeregten Mediationsverfahren hatten sich die beteiligten Parteien - das StAUN Stralsund als Genehmigungsbehörde, der niederländische Investor Adrian Straathof, Vertreter der Bürgerinitiative und des BUND Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern - getroffen, um über eine gütliche Einigung zu verhandeln. Die Anwohner Medows hatten deutlich gemacht, dass für eine gütliche Einigung in erster Linie eine deutliche Reduzierung der für sie unerträglichen Geruchsbelästigung aus der Anlage erreicht werden müsse. Dies könne nur über den Einbau einer Abluftreinigungseinrichtung erfolgen.
Der Investor wollte überprüfen, ob eine
Abluftreinigungseinrichtung eingebaut werden könne und hatte nur bei einer Firma
ein Angebot für eine Abluftreinigungseinrichtung eingeholt. Das vorliegende
Angebot bezog sich mit 30.200 Tierplätzen auf nahezu die doppelte Tierplatzzahl,
die derzeit in Medow genehmigt ist. Bürgerinitiative und BUND werten das Angebot
des holländischen Investors als Erpressungsversuch.
Über den Weiterbetrieb der Anlage in Medow werden nun die Gerichte zu
entscheiden haben. Dabei sind neue Maßstäbe, die das Bundesverwaltungsgericht in
einem aktuellem Urteil für naturschutzrechtliche Prüfungen derartiger Anlagen
gesetzt hat, zu berücksichtigen. Mehr: www.peter-kremer.de ->Urteile und
Beschlüsse
Anfang August beantragten BUND und Medower Bürgerintiative die vollständige Schließung der Schweinemastanlage. Zuvor hatte das Staatliche Amt für Umwelt und Naturschutz eine Teilschließung verfügt. Auf Grund einer Anzeige, entdeckten die Mitarbeiter des Amtes bei einer Kontrolle, das statt 15.000 zugelassenen Tieren, 22.524 Tiere in den Ställen vorhanden waren. Mit diesem neuerlichen Verstoß gegen Genehmigungsauflagen hat der Investor erneut gezeigt, dass er die erforderliche Zuverlässigkeit nicht besitzt. Außerdem ist es eine nicht mehr nachzuvollziehende Rücksichtslosigkeit den betroffenen Bewohnern gegenüber, dass der Investor trotz massiver Beschwerden über Geruchsbelästigung in dem Betrieb 50 Prozent mehr Tiere hält als erlaubt.
Mitte September treffen sich erneut die Landesjugendleitung,
hauptamtliche Mitarbeiter und viele ehrenamtliche Betreuer der BUNDjugend, um in
gemütlicher Atmosphäre die Planungen für das Jahr 2008 in Angriff zu nehmen. Und
da heisst es, ein attraktives und zugleich kostengünstiges Angebot für die
Jugendlichen aus Mecklenburg-Vorpommern zu erarbeiten. Durchs Programm führt an
diesem Wochenende die Beteiligungsmoderatorin der BUNDjugend, Claudia Schwarz.
Und nach getaner Arbeit können sich die Programmgestalter zur Belohnung selber
Apfelsaft aus einer alten Apfelpresse herstellen
Im Rahmen der letzten Landesjugendleitungsbesprechung vom 22./23. Juni 2007 in Schwerin hat sich die BUNDjugend ein neues „CI“ zugelegt. So sollen alle Druckmaterialien zukünftig immer in der typischen BUNDjugend-Schrift erscheinen. Auch das Format des Jahresprogrammes wird übersichtlicher und ansprechender gestaltet. Mit Postkarten sollen Jugendliche ab 16 Jahren für Veranstaltungen der BUNDjugend besser angesprochen werden. Die Umsetzung des neuen „CI“ soll mit dem 2. Halbjahr 2007 beginnen.
Termine :
| 7.-9. September: | Theaterworkshop Schwerin |
| 15. September: | Konsumkritische Stadtführung Neubrandenburg |
| 21.-26. Oktober: | Wildniscamp (Herbstferien) bei Mirow |
| 22.-24. Oktober: | Inselwanderung (Herbstferien) Rügen |
| 2.-4. November: | Jugendleiterausbildung, Teil I Schwerin |
| 9.-11. November: | Jugendleiterausbildung, Teil II Schwerin |
| 9.-11. November: | „Bionik“-Seminar Neubrandenburg |
| 16.-18. November: | Rhetorik-Seminar Schwerin |
| 14.-16. September: | „Leben auf dem Bauernhof“ bei Neubrandenburg |
| 12.-14. Oktober: | Kranichbeobachtung Langenhagen |
| 24.-27. Oktober: | Herbstwerkstatt Neubrandenburg |
| 16.-18. November: | Weihnachtskalender-Workshop Schwerin |
Redaktionsschluß für den nächsten Rundbrief im BUNDmagazin ist der 28. September 2007
IMPRESSUM
Herausgeber:
BUND Mecklenburg-Vorpommern e.V.
Zum Bahnhof 20
19053 Schwerin
Redaktion: Corinna Cwielag , Barbara Burghardt, Rolf Scholtyseck
Tel: 0385 - 56 54 70
Fax: 0385 - 56 36 61
www.bund.net/mv
e-mail: bund.mv@bund.net
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