Regionalverband Neckar-AlbBioenergie im BiosphärengebietBUND befürwortet den Bau umwelt- und regionalverträglicher BiogasanlagenDer Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Regionalverband Neckar-Alb begrüßt die Planüberlegungen von Fairenergie in enger Kooperation mit Landwirten aus der Region eine Biomethan-Anlage bei Münsingen zu errichten. Bio-gasanlagen können die regionale Wert-schöpfung stützen, einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten und sie verringern die Abhängigkeit von endlichen, fossilen Energieträgern. „Die Biomethan-Anlage bei Münsingen könnte zu einem Vorzeigeprojekt für die vom BUND entwickelte Idee des Bioenergiegebiets bzw. Klimaschutz-gebietes Schwäbische Alb sein.“ so BUND-Regionalgeschäftsführerin Barbara Lupp. Aus Sicht des BUND muss Biomasse jedoch stets effizient eingesetzt werden, da ihre Potentiale begrenzt sind. Das bedeutet, dass wie von Fairenergie angedacht, neben der Stromproduktion eine sinnvolle Wärmenutzung stattfindet. Die Einspeisung von aufbereitetem Biogas ins Erdgasnetz ist eine zukunftsfähige Vorgehensweise, da sie Biomassequelle und Wärmeverbraucher zusammenbringt. Die Landwirte sind die wesentlichen Akteure aber gegebenenfalls auch die Betroffenen bei Biogasanlagen auf der Alb, in deren Folge es zum Anstieg der Pachtpreise für landwirtschaftliche Flächen kommen kann. Zudem steht der Anbau nachwachsender Rohstoffe für die "stählerne Kuh" Biogasanlage in Konkurrenz zum Futtermittelanbau und zum Rapsanbau für Ölmühlen. Aber: Die Biogasanlage bietet auch ein weiteres Standbein für Landwirte, die Grasschnitt, Materialen aus der Landschaftspflege oder nachwachsende Rohstoffe zur Verfügung stellen können. Bodenschondender Mischfruchtanbau - wie in der Biolandwirtschaft seit langem praktiziert - liefert das geeignete Hauptfutter. Eine Anlage, die aufgrund ihrer Größe und Leistung allerdings eine deutliche Einschränkung der Fruchtfolge auf intensiv gedüngte und gespritzte Energiepflanzen (Mais folgt auf Mais folgt auf Raps folgt auf Mais...) und eine Ausdehnung dieser Flächen erfordern würde, ist dagegen, so Rainer Blum, Energiefachmann des BUND Regionalverbandes, mit den Zielen des Biosphärengebietes nicht vereinbar. Humuszehrung und Erosion, Grundwasser-verschmutzung, Gefährdung seltener und typischer Tiere und Pflanzen sowie die Ver-ödung des Landschaftsbildes müssen vermieden werden. Ebenso lehnt der BUND den Anbau gentechnisch veränderter Biomassepflanzen ab - im Biosphärengebiet, das zudem noch zum großen Teil in der "gentechnikfreien Anbauregion Neckar-Alb" liegt, sollte dies eine Selbstverständlichkeit sein! Die Größe und die "Fütterung" der Anlage müssen also, so der BUND, umwelt- und sozialverträglich sein. Diese Kriterien gelten übrigens für alle Nutzungen des Biosphärengebietes Schwäbische Alb: Für Tourismus, Verkehr, Landwirtschaft und für die Energieerzeugung -nicht zuletzt, weil davon die internationale Anerkennung durch die UNESCO abhängt! Aus Sicht des BUND sollte bei den weiteren Planungen auch beachtet werden, dass biogene Reststoffe („Biomüll“), die bisher bestenfalls in der Kompostieranlage landen, ebenso wie Gülle bzw. Mist als Substrat für die Biogasanlage dienen können. Dieses Projekt stellt eine große Heraus-forderung für Fachleute aus Landwirtschaft und Energiewirtschaft, Naturschutz und Politik dar: Sie müssen unter anderem zum Standort, zur Substraterzeugung und Beschaffung, Ausbringung und Energiebilanz klare Positionen und Werte ermitteln. Auch der Faktor Mensch darf nicht vergessen werden, so der BUND Regionalverband: Um das Biospährengebiet zu einer Klimaschutzregion zu machen und die umweltverträgliche, regionale Wertschöpfung zu fördern, ist es wichtig, die Menschen in der Region früh-zeitig in Planungen zu einzubeziehen. |
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