Die Jubiläumsbroschüre zu unserem 10-jährigen Bestehen !


Im November 1998 wurde von uns eine kleine Broschüre anläßlich unseres 10-jährigen Bestehens mit mehreren Beiträgen und Fotos veröffentlicht.
Hier werden nochmal alle Beiträge veröffentlicht.

Inhaltsverzeichnis

  1. Ein Anfang mit viel Schwung trägt bis heute
  2. Rat und Tat von vielen Seiten
  3. Es war einmal !
  4. Die Aktivitäten im Bereich der Feuchtbiotope
  5. Amphibienschutz
  6. Alternatives Wohnen für Eulen und Fledermäuse
  7. Kinderaktion
  8. Naturnahe Gartengestalltung
  9. Perspektiven für die zukünftige Naturschutzarbeit in Neu Wulmstorf




Ein Anfang mit viel Schwung trägt bis heute

November 1988: In den Straßen von Neu Wulmstorf hängen etliche Schilder, die zur Gründungsversammlung einer BUND-Ortsgruppe einladen. Dies war der Anfang der praktischen Natur- und Umweltschutzarbeit in Neu Wulmstorf gebündelt unter dem Dach des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland.

Zwar engagierten sich bereits seit mehreren Jahren junge Leute in der Gemeinde für Amphibien- und Feuchtbiotopschutz, für die Erhaltung von Moorflächen und in der Bürgerinitiative gegen die A26. Doch es erschien sinnvoll, sich zusammenzuschließen, um die Arbeit gemeinsam voranzubringen.

Da einige der Aktiven bereits Mitglied im BUND waren, wandte man sich an die Kreisgruppe in Buchholz, die mit viel Engagement und Sachverstand zur Gründung der Ortsgruppe beitrug. Im Vorfeld der öffentlichen Gründungsversammlung war es natürlich sehr aufregend und spannend: Wie groß würde das Interesse der Mitbürger sein, könnte man neue Mitstreiter gewinnen, würde eine richtige Ortsgruppe entstehen?

Als sich etwa 50 Neu Wulmstorfer in der Aula der Hauptschule in der Ernst-Moritz-Arndt-Straße versammelten, waren alle Beteiligten freudig überrascht. Die Erläuterungen zu den praktischen Vorhaben vor Ort wurden mit Interesse aufgenommen. Es war offensichtlich, daß etliche Menschen bereit waren, etwas Handfestes zu tun, um den Natur- und Umweltschutz in ihrer nächsten Umgebung zu unterstützen.

Die zahlreichen anwesenden Gemeindepolitiker zeigten sich zunächst sehr skeptisch, befürchteten wohl eine Art "außerparlamentarische Opposition". Nach einer klärenden Diskussion, die den praktischen Schwerpunkt der geplanten Naturschutzarbeit in der Gemeinde verdeutlichte, wurden politische Bedenken größtenteils ausgeräumt. Zum Nutzen der Gemeinde Neu Wulmstorf versprach man gegenseitiges Zusammenarbeiten und wohlwollende Unterstützung.

Nun blicken wir auf 10 Jahre kontinuierliche Umweltschutzarbeit zurück. Es wurde vieles erreicht und umgesetzt, etliches ist uns nicht gelungen oder beschäftigt uns noch heute. Die aktive Gruppe hat sich mehrfach personell verändert, aber entstandene Lücken füllten sich immer wieder.

Die Zeiten haben sich in mancher Hinsicht geändert, die Gemeinde ist enorm gewachsen, aber der praktische Umwelt- und Naturschutz hat nichts von seiner Bedeutung und Notwendigkeit für uns alle eingebüßt. Im Gegenteil, er ist heute noch wichtiger als vor 10 Jahren, denn die Erhaltung unserer natürlichen Lebensgrundlagen muß auch in Zukunft gewährleistet sein. Dafür wollen wir uns in Zukunft einsetzen.

Marianne Kutschke-Zech (Gründungsmitglied)


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Rat und Tat von vielen Seiten

Trotz einer für eine Ortsgruppe großen Zahl von derzeit 15 Aktiven, die sich bei Wind und Wetter für unsere Aktionen von A wie Ardestorfer Biotop bis Z wie Zwetschgenbäume pflanzen (alte Obstsorten!) einsetzen, sind wir doch auch immer wieder dankbar für jegliche Mithilfe durch freiwillige Helfer - Privatpersonen oder Mitglieder anderer Vereine.

Hier sind besonders zu erwähnen die Jugendgruppe des DLRG Neu Wulmstorf, die uns mehrfach beim Krötenzaunauf- und -abbau behilflich war und die Freiwillige Jugendfeuerwehr aus Rade, mit der wir im Februar 1997 bei klirrender Kälte im Rübker Moor entkusselt und in diesem Jahr den verlängerten Krötenzaun an der B 3 und der Rosengartenstraße aufgestellt haben und natürlich die vielen "Krötensammler", die mit viel Einsatz jedes Jahr dafür sorgen, daß Kröten und Frösche sicher über die stark befahrenen Straßen kommen.

Nach einem Vortrag von Heiner Baumgarten aus Stade am 24.4.96 im Neu Wulmstorfer Rathaus über naturnahe Gärten, knüpften wir engeren Kontakt zur BUND-Kreisgruppe Stade. Kurz darauf fuhren wir mit einigen Mitgliedern unserer Ortsgruppe nach Stade in das Hans-Kelm-Haus der Kreisgruppe, dessen umweltgerechter Standard und Öko-Garten uns beeindruckt hat. Kompetenter Ansprechpartner war Peter Bredehöft, der uns auch bei allen möglichen anderen Fragen und Problemen immer weitergeholfen hat. Am 18.1.97 konnten wir dann unsere Einladung an die Stader BUNDler wahrmachen und so fand ein recht gemütliches Treffen in der Wassermühle in Ovelgönne statt. Und auch weiterhin stand und steht man uns mit Rat und Tat zur Seite. Eine Ausstellung des BUND Stade über den Lebensraum Elbe ist für Juni 1999 im Neu Wulmstorfer Rathaus geplant.

Ein weiteres Projekt für das Jahr 1998 ist das Trafo-Häuschen in Ohlenbüttel. Die BUND-Ortsgruppe Regesbostel hat diesbezüglich schon Erfahrungen vorzuweisen, da sie bereits eine ausgediente Trafo-Station unterhält. Also nahmen wir Kontakt auf und erhielten viele gute Tips. Auch mit den Regesbostelern machten wir uns am 1.3.97 einen gemütlichen Nachmittag in der Ovelgönner Wassermühle. Es folgte eine Einladung nach Regesbostel, um ihr für Eulen und Fledermäuse umgebautes Trafo-Häuschen zu begutachten.

Der Verein "Bundte Natur" mit Monika Walensky als Organisationstalent und Fachfrau für praktischen Umweltschutz mit und für Kinder war uns bei den Vorbereitungen für die Kinderaktion von großer Hilfe.

Auch die im Rat vertretenen politischen Parteien wurden eingeladen, an verschiedenen Aktionen teilzunehmen. Einige nahmen sich an manchem Wochenende Zeit, um wie etwa in Ardestorf Teiche abzugraben, zu bepflanzen und einen Steinhügel zu errichten.

Mit soviel Hilfe und Unterstützung ist es uns als Ortsgruppe mit ausschließlich ehrenamtlich arbeitenden Mitgliedern bisher immer gelungen, auch größere Aktionen erfolgreich durchzuführen. Allen Umweltfreunden, die uns in den vergangenen 10 Jahren mit soviel Engagement begleitet haben, sei an dieser Stelle herzlich gedankt.

Andrea Diesing


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Es war einmal !

Mit dem schönen Volkslied "Im schönsten Wiesengrunde", das ich so gerne in meiner Ovelgönner Schule unter meinem Lehrer Heinrich Meyer gesungen habe, verbindet mich ein Stück heiler Natur, welche unwiederbringlich verloren ist. Nicht einmal 500 Meter von unserem Haus war solch ein schönes Tal, durch welches noch ein kleines Bächlein oder vielmehr Rinnsal floß. Endmoränen der Eiszeit mit schönem Baumbestand - bis die Bagger kamen und daraus eine riesige Kiesabbaukuhle machten. Es tat mir, der ich noch Schüler war, im Herzen weh. Hatte ich doch hier immer schön spielen können!

Zwei Nachbarhäuser weiter, bei Herrn Paul Pietsch, verbrachten meine Zwillingsschwester Inge und ich unsere gesamte Kindheit. Hier war es schön. Ein riesiger Garten mit alten Obstbäumen, Johannisbeer- und Stachelbeerbüschen, Himbeeren, Spargel, eine sehr alte Kartoffelfläche und alle Gemüsesorten; dazu noch ein beachtliches Waldstück. Alles in allem über 6000 qm. Darauf etliche alte Schuppen, dazu noch ein Hühnerstall und eine riesige Schwengelpumpe auf dem Hof unter schattenspendenden großen Bäumen. Ja - da war noch die große Veranda, vollkommen von wildem Wein zugewachsen, genauso wie die gesamte Hauswand zur B73 hin. In den alten Schuppen brüteten die Bachstelzen, Gartenrotschwänzchen und Hausrotschwänzchen. Meisennester fand ich meistens in Rohren, die es überall gab. Im wilden Wein gab es unzählige Nester, die meisten sah man erst im Herbst.

Im Alter von 9 Jahren nagelte ich meinen ersten Nistkasten zusammen. Er wurde gleich vom Gartenrotschwanz angenommen. Die Jungvögel verrieten das Nest in der viel zu tief hängenden Halbhöhle, und unsere Katze hat alles geräubert. Sehr interessant war es auch bei dem Nachbarn Gustav Stenzel. In seinem Schweinestall befanden sich sehr viele aus Lehm gebaute halboffene Nester an den Deckenbalken, in denen die Rauchschwalben brüteten. An einem Strommast, in einem leeren Schaltkasten, nisteten ebenfalls viele Jahre die Gartenrotschwänzchen. Dies alles hat mich sehr gefreut. Ich baute weitere Nistkästen zusammen und hängte sie auf dem großen Grundstück auf.

Nach meiner Berufsausbildung gesellte ich mich zu dem bekannten Harburger Lehrer und Ornithologen Friedrich Bosselmann. Lange Zeit beringten wir hier in Neu Wulmstorf - im ´Eulenwald´- junge Waldohreulen für die Vogelwarte Helgoland. Einige Jahre später kam ich durch Zufall mit dem sympathischen Naturfreund Manfred Mittelstädt zusammen, der als erster selbstgebaute Nistkästen in den Bauernwäldern aufhängte. So haben wir unser gemeinsames Hobby gefunden und waren knapp 20 Jahre lang jeden Sonntag auf Nistkastenkontrollgang. Überall, wo es nur möglich war, hängten wir Nistkästen auf, die wir mühsam in den Wintermonaten gebaut hatten. Da es viele Menschen gab, die unsere Arbeit mutwillig zerstörten oder einfach entwendeten, verloren wir die Freude, und die Aktionen wurden immer weniger.

Als aufmerksame Beobachter der Natur entdeckten wir eines Tages hoch oben in den Bäumen Nistkästen, fast unerreichbar zum kontrollieren. Zwei Freunde verbargen sich dahinter als Nistkastenbauer: Volker Schumacher und Peter Bredehöft. Deren aktive Zeit war kurz, weil beide Forstwirtschaft studierten. Es gründete sich die Naturschutzgruppe Neu Wulmstorf, die unter Ulrich Sippel und später mit zunächst 15 Jugendlichen sehr gute Naturschutzarbeit leistete: Feuchtbiotopanlage, Nistkästen, Fledermauskästen, Baumtaschen und Schutznester für Waldameisen. In der dann 1988 gegründeten BUND-Gruppe sind sehr aktive junge Erwachsene, die mir Mut machten, das Thema Nistkastenbau auf einer Ortsgruppensitzung einmal anzusprechen.

Andrea Volkmann war es dann, die den Stein wieder ins Rollen brachte. Mit entsprechender Formulierung schaffte sie es, daß einstimmig beschlossen wurde, zunächst einmal 10 Nistkästen von einer Behindertenwerkstatt bauen zu lassen. Diese wurden wieder in der freien Natur aufgehängt und betreut. Im darauffolgenden Jahr kauften wir die nächsten Neubauten, wieder von einer Behindertenwerkstatt angefertigt.

Als unglaublich aktive Naturfreundin hat sich zur Betreuung der Nistkästen neben mehreren jungen Frauen insbesondere Sigrid Selk hervorgetan. Bei Wind und Regen ist sie mit großer Freude in der Natur, hat in ihrem Rucksack praktisches Werkzeug und repariert alte, übriggebliebene Nistkästen, die zum Teil über 20 Jahre alt sind. Außerdem führt Sigrid vorbildlich die Kontrollkartei: In den letzten zwei Jahren wurden unsere Nistkästen am häufigsten von Kohl- und Blaumeise sowie vom Trauerfliegenschnäpper besucht. In diesem Jahr hat auch der Kleiber drei Gelege. Früher brütete der Gartenrotschwanz häufig in den Halbhöhlen. Auch die Haubenmeise war oft anzutreffen, heute finden wir kein einziges ihrer Nester mehr vor. Auch der Wendehals ist nicht mehr anzutreffen. Sogar die Eule, nach der viele den Wald südlich der B73 als `Eulenwald` bezeichnet hatten, ist dort nicht mehr zu finden. Doch bieten einige morsche Bäume dem Specht noch ein Zuhause. Darüber hinaus gibt es auch einen schönen Habichtshorst, in dem wieder Junge aufgezogen wurden.

Die Planungen lassen für die Natur, mit allem, was da kreucht und fleucht, in unserem Gemeindegebiet und den Nachbargemeinden nichts Gutes ahnen. Pro Jahr werden mehrere Hektar für Gewerbe- und Wohngebiete benötigt. Straßenbaumaßnahmen im großen Stil mit Querverbindungen engen die Lebensräume vieler Arten ein. Damit es für unsere Enkel und Urenkel nicht nur noch gepflegte Vorgärten gibt, wollen wir mit unserer Arbeit dazu beitragen, daß noch einige wertvolle Biotope erhalten bleiben.

Karl-Heinz Möller


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Die Aktivitäten im Bereich der Feuchtbiotope

Das Gemeindegebiet von Neu Wulmstorf läßt sich in unterschiedliche Naturräume aufteilen: Im Norden zwischen der Ortschaft Rübke und Neu Wulmstorf befinden sich ausgedehnte Moorflächen. Diese Zone der ursprünglichen Geestrandmoorsenke wurde im Laufe der Zeit durch den Menschen kultiviert. Heute befinden sich hier nur noch kleine Bereiche, in denen man die typische Moorvegetation antreffen kann. Der Großteil dieses Geestrandmoores wurde zwischenzeitlich trockengelegt und wird gegenwärtig als zum Teil intensiv bewirtschaftete Grünlandfläche genutzt.

Die Geestrandmoorsenke verläuft etwa im Bereich der B 73 durch das Gemeindegebiet. Diese Zone ist praktisch vollständig anthropogen überprägt, lediglich im Gebiet des Riethbachtales findet sich ein noch vergleichsweise ungestörter Lebensraum mit entsprechender Flora und Fauna.

Den flächenmäßig größten Anteil am Gemeindegebiet nimmt die Geestzone ein. Sie erstreckt sich vom südlichen Ortsrand Neu Wulmstorfs bis nach Mienenbüttel. Den westlichen Abschluß der Geest bildet das unter Landschaftsschutz stehende Waldgebiet "Rosengarten". Eine ökologisch äußerst bedeutende kleine Moorinsel befindet sich im Zentrum der Geestfläche: das "Elstorfer Fliegenmoor". Über Jahrhunderte hinweg entstand hier in einer natürlichen Senke ein mehrere Meter starker Moorkörper, der bis zum heutigen Zeitpunkt nur geringfügig abgetorft worden ist.

Besonders auf der Neu Wulmstorfer Geest befinden sich noch einige wertvolle Kleingewässer. Die Auswertung von historischem Karten- und Luftbildmaterial ergibt, daß im Gebiet der Geest zur Jahrhundertwende noch über 150 Kleingewässer bestanden. Hiervon sind heute weniger als 50 Gewässer erhalten geblieben. Die Gründe für diesen rapiden Rückgang sind in der Intensivierung der Landwirtschaft zu suchen. Umfangreiche Drainagemaßnahmen sowie die Verschüttung vieler Kleingewässer im Zuge großangelegter Flurbereinigungsverfahren, bedingen den heutigen Zustand der außerörtlichen Feldmark. - So weist der neueste Landschaftsplan für Neu Wulmstorf in weiten Teilen der Gemeinde nur noch "ausgeräumte Landschaften" aus.

Das Engagement der BUND-Ortsgruppe Neu Wulmstorf richtet sich darauf, zumindest die ökologisch wertvollsten Kleingewässer zu erhalten und ökologisch aufzuwerten. In enger Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung konnte in den vergangenen zehn Jahren ein weiterer Rückgang dieser Biotope verhindert werden. Der BUND organisierte entsprechende Flächenanpachtungen, um anschließend mit Hilfe vieler Neu Wulmstorfer Bürger umfangreiche Vertiefungs- und Anpflanzungsaktionen vor Ort durchzuführen. Erste Erfolge dieser Bestrebungen lassen sich bereits jetzt feststellen. Die alljährlich von der BUND-Ortsgruppe im Gemeindegebiet durchgeführte Amphibienkartierung stellte in diesem Frühjahr erstmalig eine Stagnation des Rückgangs stark gefährdeter Froschlurcharten fest. Besonders der äußerst seltene nordeuropäische Laubfrosch hat danach seinen Bestand deutlich erhöhen können.

Die BUND-Ortsgruppe Neu Wulmstorf wird auch zukünftig ihre Aktivitäten im Bereich des Feuchtbiotopschutzes fortsetzen und freut sich weiterhin über eine rege und aktive Teilnahme aus der Bevölkerung.

Götz Goldammer


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Amphibienschutz

Alle Jahre wieder werden die Tage länger, die Nachtfröste schwächer und man nimmt in der Luft schon ab und zu einen Hauch von Frühling wahr. Dann ist es Zeit für “unseren" Krötenzaun. Alle verfügbaren Kräfte werden mobilisiert, um 1000 m Straße für Kröten und Frösche unpassierbar zu machen. Um dies zu erreichen, werden 120 Eimer in die Erde gebuddelt, 400 Halterungen am Zaun befestigt und 3000 Heringe in den Boden geschlagen.

Die BUND-Ortsgruppe dachte sich, viele Hände schaffen, mehr und fragte bei der örtlichen DLRG-Gruppe um Hilfe nach. Diese sagte spontan zu und stellt nun schon seit mehreren Jahren eine enorme Hilfe dar, auf die wir in keinem Fall mehr verzichten möchten.

Sofern der Frost nicht allzu tief im Boden steckt, wird der Zaun Mitte Februar an zwei Standorten aufgestellt. An der Rosengartenstraße zwischen Karlsteinschänke und Kreuzung B3 wird ein etwa 600 m langer Zaun plaziert. An der B3 zwischen o.g. Kreuzung und Elstorf hat er eine Länge von 400 m. Der letztgenannte, kürzere Zaun wurde erstmals im Jahr 1995 an dieser Stelle aufgestellt, da in der Vergangenheit auffiel, daß auch hier viele Kröten und Frösche die Bundesstraße queren.

Für den Unkundigen stellt sich nun die Frage nach dem Sinn dieser Aktion. Nun, Kröten haben die Eigenschaft sich nach ihrem Aufenthalt im Winterquartier zwischen Februar und April auf den Weg zu ihrem Paarungs- und Sommerquartier zu machen. Immer öfter verlaufen Straßen und Wege zwischen den beiden Quartieren. Der Krötenzaun soll verhindern, daß Kröten und Frösche die Straße selbständig überqueren und dabei von Fahrzeugen überfahren werden.

Gelangt nun eine Kröte auf ihrer Wanderung an den Zaun, wandert sie links oder rechts am Zaun entlang. Nun kommen die Eimer ins Spiel, die im Abstand von 8 - 10 m in die Erde eingegraben sind und ebenerdig abschließen. Die Kröte, träge wie sie in dieser Jahreszeit ist, fällt hinein und “wartet" ungeduldig auf Hilfe.

Rettung kommt jeden morgen in Form von fleißigen menschlichen Helfern, die “unsere" Kröte über die Straße bringen. Nur ein Teil der Helfer sind Mitglieder der BUND-Ortsgruppe. Durch Zeitungsartikel, die in den letzten Jahren über den Krötenzaun zu lesen waren, hat sich eine Reihe von Naturfreunden gemeldet und ihre Bereitschaft erklärt, beim Leeren der Eimer mitzuhelfen.

Den Amphibienschutzzaun gibt es jetzt seit zehn Jahren. Insgesamt wurden rund 8000 Frösche und Kröten heil über die Straße transportiert. Spitzenreiter ist das Jahr 1991 mit 1800 Amphibien. Ein absoluter Minusrekord mußte im Jahr 1994 mit lediglich 240 Fröschen und Kröten hingenommen werden. Auch die Jahre 1995 und 1996 waren mit 380 bzw. 450 Tieren eher mäßig.

Grund für diese enormen Schwankungen ist die Niederschlagsmenge im Frühjahr und der damit verbundene Wasserstand der Tümpel. Zwei sehr trockene Frühjahre, bei denen die Tümpel sogar trocken fielen, haben dem Nachwuchs sehr geschadet. Da es drei Jahre dauert bis eine Kröte geschlechtsreif ist, konnte der Durchbruch erst im Jahr 1997 mit 760 Amphibien festgestellt werden. Das drittbeste Ergebnis wurde 1998 mit 1170 Tieren erzielt.

Der Abbau des Krötenzaunes findet regelmäßig Ende April statt. Es stellt sich nun die berechtigte Frage, wie die Kröten heil zu ihrem Winterquartier zurückkommen. Hierzu noch einmal ein Blick zurück in den Februar. Herrscht optimales Krötenwetter, d.h. Regen und mindestens 8°C, macht sich ein Großteil der Kröten auf den Weg. An wanderstarken Tagen konnten bis zu 200 Kröten und Frösche pro Tag gezählt werden. Die Wanderungen sind also auf wenige Tage beschränkt. Die Kröten sind in dieser Jahreszeit sehr träge und kommen nur sehr langsam voran.

Auf dem Rückweg im Sommer treten Konzentrationen an bestimmten Tagen nicht so massiv auf. Der Zeitraum, in dem sich die einzelnen Kröten auf den “Heimweg" machen ist sehr lang. Vor allen Dingen sind die Amphibien wesentlich agiler und überqueren die Straßen auch schneller als auf ihrem Hinweg. Die “Verunglückungsgefahr" ist deutlich geringer.

Für ihre Aktivitäten im Amphibienschutz wurde die BUND-Ortsgruppe Neu Wulmstorf 1996 mit dem Umweltschutzpreis des Landkreises Harburg ausgezeichnet.

Zum Abschluß sei allen Helferinnen und Helfern gedankt, die mit ihrem Einsatz den Krötenzaun in Elstorf und Umgebung schon ein bißchen berühmt gemacht haben. Ferner sei der DLRG-Ortsgruppe, der freiwilligen Jugendfeuerwehr Rade und der Gemeinde Neu Wulmstorf - hier insbesondere dem Bauhof - für ihre Hilfe und Unterstützung gedankt.

Michael Mardt


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Alternatives Wohnen für Eulen und Fledermäuse

Mitten in Ohlenbüttel befindet sich eine ausgediente Transformationsstation, idyllisch gelegen an den beiden Dorfteichen und umgeben von altem Baumbestand. Hier sollen Eulen und Fledermäuse ein neues Zuhause erhalten. Früher hatten diese Tiere in der ländlichen Umgebung viele Möglichkeiten Unterschlupf zu finden. Heute, wo fast jedes Haus bis in den Spitzboden ausgebaut und nahezu jede der noch übrig gebliebenen Scheunen hermetisch abgeriegelt ist, haben sie nur noch wenig Nist- und Überwinterungsraum.

So ist etwa der Bestand der Schleiereule sehr gefährdet. Ihre Hauptnahrungsquelle - die Feldmaus - ist durch moderne Landwirtschaft und Flurbereinigung in ihrem Vorkommen stark dezimiert. Durch das Abdichten von Scheunen wurden den Eulen, die früher als Mäusevertilger gern gesehen waren, nicht nur Jagdreviere sondern auch natürlich abgedunkelte Rückzugsgebiete genommen. Die Lebenserwartung der Schleiereule liegt heute bei etwa drei Jahren, obwohl diese Vögel bis zu zwanzig Jahre alt werden können.

Auch Fledermäuse sind durch Eingriffe des Menschen in den letzten Jahrzehnten in ihrem Bestand deutlich zurückgegangen. Sie stehen mittlerweile auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten. Fledermäuse hängen gern an Decken von Dachböden und unterirdischen Bauwerken oder in Hohlräumen alter Bäume. Durch Renovierung oder Abriß von Gebäuden sowie durch das Fällen alter Bäume wird auch ihnen zunehmend die Lebensgrundlage entzogen. Fledermäuse können bis zu dreißig Jahre alt werden, ihre durchschnittliche Lebenserwartung liegt heute nur noch bei zwei bis fünf Jahren.

Durch den artgerechten Ausbau der Ohlenbütteler Trafostation wollen wir vorhandene und von anderer Seite nicht mehr genutzte Ressourcen den Tierarten anbieten, die am besten von diesen Lebensräumen profitieren können.

Der Energieversorger EWE (vormals ÜNH) als Eigentümer des Trafohäuschens hat dieses inzwischen an die Gemeinde Neu Wulmstorf übereignet. Die Gemeinde überläßt das Gebäude der Neu Wulmstorfer BUND-Ortsgruppe für Naturschutzzwecke. Beiden wird an dieser Stelle herzlich gedankt.

Im Winter kommt nun viel Arbeit auf uns zu: Zwischenböden und Trennwände sollen eingezogen werden, so daß Eulen und Fledermäuse voneinander getrennt und ungestört leben können. Es werden Einfluglöcher in den entsprechenden Größen geschaffen und zusätzliche Nisthilfen angebracht. Das hohe Wärmebedürfnis der Fledermäuse wird durch eine zusätzliche Wärmezufuhr mittels sonnenaufheizbarer Bleche gewährleistet.

Am Fuße der Trafostation werden Steine entfernt, um Mäusen und anderen Kleintieren das Hineinschlüpfen zu ermöglichen. Diese können wiederum den Bewohnern der oberen Stockwerke als Nahrung dienen. Mit dem Ausbau des Trafohäuschens wird sowohl den Eulen als auch den Fledermäusen eine Kombination aus ungestörter Rückzugs- und Aufzuchtmöglichkeit sowie Jagdgelegenheit auch bei schlechten Außenbedingungen geboten.

Zur optischen und ökologischen Bereicherung des Gebäudes ist eine Begrünung der Fassade vorgesehen, womit zugleich eine Nische für Insekten und andere Kleintiere geöffnet wird. An den Gebäudeaußenwänden werden darüberhinaus Nisthilfen für andere Vögel geschaffen.

Wenn auch viel Arbeit und Geduld für dieses anspruchsvolle Projekt gefordert ist, freut sich die BUND-Ortsgruppe darauf, die ausgediente Trafostation im Ohlenbütteler Idyll einer neuen Bestimmung zuzuführen und den Neu Wulmstorfer Bürgern auf diese Weise ein Stück Natur zu erhalten.

Susanne Vollmer


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Kinderaktion

Im Herbst 1997 kam uns die Idee, auch Kinder stärker in unsere Arbeit einzubeziehen und entsprechende Aktionen in Neu Wulmstorf anzubieten. Damit wollen wir Kinder für den Naturschutz begeistern und ihnen zeigen, was man in und mit der Natur alles machen kann.

Also schlossen sich aus der Ortsgruppe heraus 5 Mitglieder (Susanne Vollmer, Sigrid Selk, Elisabeth Arends, Heino Krüger und Andrea Diesing) zusammen, die nun begannen, sich mit viel Einsatz regelmäßig zu treffen, um Ideen zusammenzutragen und konkrete Programme für Kinderaktionen aufzustellen.

Ideen gab es inzwischen genug, aber wie diese am besten umsetzen? Was ist mit dem pädagogischen und ökologischen Anspruch? Fragen nach einem Raum, notwendigen Materialien und dadurch entstehende Kosten kamen auf.

Wir haben Material von verschiedenen Umweltverbänden zusammengetragen, durchgearbeitet und dann Kontakt zu Monika Walensky vom Verein "Bundte Natur" (BUND Hamburg, Verein für Kinder und Jugendliche mit regelmäßig stattfindenden Kindergruppen in verschiedenen Altersstufen) aufgenommen. Nach einem ausgiebigen und geduldigen Gespräch haben wir viele Anregungen mitgenommen und erfahren, daß "Bundte Natur" Jugendgruppenleiterschulungen anbietet - die einzigen, die Umweltpädagogik miteinbeziehen.

Deshalb haben an einer solchen Schulung vorerst 3 Mitglieder unserer Gruppe (Sigrid, Elisabeth, Andrea) teilgenommen. Der Kurs fand in Hamburg im Haus der "Bundten Natur", einem Reetdachhaus in einem Park an der U-Bahn-Station Kellinghusenstraße, statt. Hier wurde an zwei Wochenenden im März/April 1998 über Gruppentheorien, Führungsstile und Rechtsfragen "gebrütet". Aber auch viele Spiele für Groß und Klein, für drinnen und draußen wurden ausprobiert und leckere Sachen gekocht und mitgebracht.

Nun wurde die Planung immer konkreter. Wir legten uns auf das Thema Bäume/Wald fest. Einen geeigneten Raum für unsere Aktion zu organisieren, war zuerst ein Problem. Aber als Heino sich direkt an den Sportplatzwart vom Sportzentrum Bassental, Herrn Ebeling, wandte, zeigte dieser sich sehr kooperativ, und wir bekamen glücklicherweise unseren Raum im Sportzentrum in Waldnähe. Material wurde besorgt - von uns selbst zusammengetragen und von verschiedenen Geschäften gespendet (Budnikowski Neu Wulmstorf und Neugraben, Bastelcenter Harburg). Jetzt mußten wir nur noch die Strecke für unseren Waldspaziergang festlegen, und dann konnte es losgehen.

Am 4.7.98 von 14°° bis 17°° Uhr fand dann unsere erste Kinderaktion mit 15 Kindern im Alter von 6 bis 10 Jahren aus Neu Wulmstorf und Umgebung statt. Nach einem Kennenlernspiel veranstalteten wir eine Baumrallye, und die Kinder sammelten Material zum Basteln. Bevor die Kinder anfangen konnten, Taschen zu bedrucken und Bilder zu malen oder zu kleben, gab es einen kleinen Imbiß aus Saft, Keksen und Joghurt. So waren die 3 Stunden schnell vorbei und es hat offensichtlich allen Spaß gemacht. Unsere nächste Aktion soll dann auch schon im Herbst stattfinden, die Vorbereitungen dafür sind bereits im vollen Gange.

Andrea Diesing


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In der Enge unseres heimatlichen Gartens kann es mehr
Verborgenes geben als hinter der Chinesischen Mauer.
Antoine de Saint-Exupéry

Naturnahe Gartengestaltung

Einen Garten naturnah gestalten zu wollen, bedeutet ersteinmal die Wechselwirkungen der einzelnen Komponenten in der Natur zu verstehen. Es muß nicht gleich der gesamte Garten neu geplant werden, die Schaffung kleiner unterschiedlicher Lebensräume und die Umstellung von Teilbereichen des Gartens reichen für den Anfang vollkommen aus. So gilt es Abschied vom ordentlichen Garten zu nehmen. Wildkräuter bilden die Nahrungsgrundlage für Schmetterlingsraupen und andere Insekten. Angehäufeltes Laub bietet dem Igel als Schneckenverzehrer im Winter einen geeigneten Unterschlupf. Gehäckseltes Laub und angewelkter Rasenschnitt eignen sich als Mulchdecke für die Beete, in denen eine Ausbreitung von Wildkräutern nicht erwünscht ist. Solche Maßnahmen helfen ihrem 'Naturgarten' in einigen Bereichen schon auf die Sprünge.

Pflanzen formen den Garten, verleihen ihm einen Rahmen und sind wichtig für das ökologische Gleichgewicht. Um dieses Gleichgewicht zu erzielen ist eine Artenvielfalt nötig. So werden viele Kleinstlebewesen im Garten gefördert, und der Artenschutz wird im kleinen Bereich praktiziert. Sinnvoll ist eine Anpflanzung heimischer Arten, die von Natur aus in der Umgebung vorkommen. Sie sind den Standortbedingungen bestmöglich angepaßt und bieten vielen Tieren Nahrung und Lebensraum. Die Pflanzengemeinschaft gliedert sich in Gehölze, Sträucher, Stauden, ein- und zweijährige, Schlinger und Kletterpflanzen. Fremdländische Gehölze sind nicht grundsätzlich aus den Gärten zu entfernen, solange sie standortgerecht verwendet werden. Auch sie können ökologisch von Bedeutung sein, wie etwa die Buddleja (Schmetterlingsstrauch). Falls sie jedoch nur mit großem Pflegeaufwand zu erhalten sind, sollte eine Pflanzung heimischer Gehölze (Vogelbeere, Silberweide, Schwarzerle, Schlehe, Holunder) bevorzugt werden.

Wildkräuter nehmen im Garten eine wichtige Funktion ein. Nur wo sie optimale Lebensbedingungen finden, breiten sie sich aus. Gemischte "Unkräuter" ergeben einen hervorragenden Kompost. Viele Kräuter und ihre Gesellschaften zeigen dem Gärtner die Bodenbeschaffenheit an, es handelt sich dabei um Zeigerpflanzen. Bei Verdichtungen und Staunässe breiten sich Hahnenfuß, Sauerampfer und Breitwegerich aus. In solchen Bereichen sollte die Humusschicht verbessert werden. Vogelmiere weist auf einen humusreichen lockeren Boden hin. Franzosenkraut und Brennessel zeigen einen nährstoffreichen Boden an. Wildkräuter dienen auch als Nahrung für Schmetterlingsraupen und Vollinsekten. Einige Ecken im Garten können Sie also getrost dem "Unkraut" überlassen, dabei werden Sie feststellen können, daß sich nach und nach verschiedene Insekten wieder ansiedeln. In anderen Bereichen beobachten Sie, welche Arten sich ausbreiten und ziehen Ihre Schlußfolgerungen über die Bodenbeschaffenheit und die daraus resultierenden Maßnahmen.

Auftretende Schädlinge sind häufig ein Hinweis auf einen ungünstigen Standort oder unausgewogene Ernährung der Gartenpflanzen. In einem naturnahen Garten sollte man versuchen, naturähnliche Zustände zu erhalten, das bedeutet, ein Gleichgewicht zu erstellen. Die natürlichen Feinde der Blattläuse sind Marienkäfer, Ohrwürmer, Schlupfwespen, Schwebfliegen. Die Larven der Schwebfliege ernähren sich von Blattläusen, eine Larve benötigt während ihrer zweiwöchigen Entwicklung etwa 700 Blattläuse. Angelockt werden diese Insekten etwa durch Schafgarbe, Kornblume und Tagetes. Ohrwürmer finden eine geeignete Behausung in einem umgedrehten Blumentopf, der mit Holzwolle oder Stroh ausgefüllt ist. In diesem Gefäß können diese Nützlinge auch direkt an die Schadinsekten gebracht werden. Laufkäfer vertilgen Schneckeneier und kleinere Schnecken und verringern zusammen mit Igel und Kröten die Schneckenpopulationen. In kleinen Bereichen genügt es auch die Schadinsekten abzusammeln oder Blattläuse mit einem Wasserstrahl abzuspülen.

In der Natur gibt es keine "Abfälle". Pflanzen und Tiere, Humus und Boden bilden einen Kreislauf. Bei der Kompostierung, der Zersetzung von pflanzlichem und tierischem Material durch Bodenlebewesen (Mikroorganismen) entsteht Humus. Zur Erhaltung und Steigerung der Bodenfruchtbarkeit ist es notwendig die Nährstoffe aus der organischen Substanz in den Boden einzubringen und somit den Kreislauf zu schließen. Kompostierbar sind fast alle Garten- und Küchenabfälle aus organischem Material.

Eine dichte Hecke aus heimischen Sträuchern und Gehölzen, wie etwa Weißdorn, Feldahorn oder Schlehe, bietet den verschiedensten Vögeln einen Schlaf- und Futterplatz. Zusätzlich können Nistkästen aufgehängt werden. Das Flugloch sollte eine südöstliche Ausrichtung haben.

Sie sehen , es gilt sich mit der Unordnung anzufreunden. In der Natur finden sich keine aufgeräumten Biotope. Die Natur macht es uns vor. Stauden und Sträucher bleiben nach dem Verblühen stehen und dienen den Vögeln als Nahrung. Ein Haufen aus Zweigen und Laub in einer Ecke bietet nicht nur dem Igel sondern auch Kröten und Eidechsen Schutz.

Wagen Sie es, experimentieren Sie ein wenig. Sie werden staunen, wieviele Aspekte Ihres Gartens bisher im Verborgenen lagen.

Elisabeth Arends


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Perspektiven für die zukünftige Naturschutzarbeit in Neu Wulmstorf

Im ersten Jahrzehnt ihres Bestehens war die Tätigkeit der BUND-Ortsgruppe durch eine erfolgreiche Arbeit auf einer ganzen Reihe von Handlungsfeldern geprägt. Das Spektrum reichte von Arten- und Biotopschutzmaßnahmen (Amphibienschutzzaun, Hecken- und Gehölzpflanzungen, Kleingewässerschutz, Entkusselungen im Moor) über Öffentlichkeits-, Informations- und Lobbyarbeit für den Natur- und Umweltschutz bis hin zur Beratung der auf kommunaler Ebene für die ökologischen Belange Verantwortlichen oder die Erarbeitung von Stellungnahmen zu geplanten Vorhaben in Natur und Landschaft.

Auch in den kommenden Jahren sollen diese bewährten Aufgaben fortgeführt werden. Dies gilt umso mehr, als daß es sich dabei zum Teil, wie etwa bei Amphibien- und Vogelschutzmaßnahmen oder der allgemeinen bzw. auch thematisch spezialisierten Öffentlichkeitsarbeit, um Daueraufgaben handelt, die einer kontinuierlichen und langfristigen Durchführung bedürfen.

Dagegen sind verstärkte Anstrengungen und eine zielgerichtete Kooperation mit der Gemeinde Neu Wulmstorf erforderlich, um solche Projekte, die in den letzten Jahren entwickelt, aber nur teilweise umgesetzt wurden, zu einem erfolgreichen Abschluß zu bringen. So wurden die umfassenden Konzepte zum Schutz der Kleingewässer mit ihren bemerkenswerten Amphibienvorkommen, zur Sicherung und Entwicklung der Lebensräume im Riethtal, zur Regeneration des Fliegenmoores bei Elstorf oder des Daerstorfer Moores bei Rübke sowie zur umfassenden Neuanlage von Hecken entlang von Feldwegen aus verschiedenen Gründen bislang nur in einzelnen Aspekten auch tatsächlich realisiert. Dabei reichen aber diese punktuell durchgeführten Maßnahmen zu einem ganzheitlichen und dauerhaften Schutz nicht aus: So wird am Beispiel der Kleingewässer deutlich, daß sie der Erhaltung eines ganzen Systems aus intakten und untereinander in räumlicher Verbindung stehenden Einzelgewässern bedürfen, da ein auf einzelne Kleingewässer beschränkter Schutz langfristig unzureichend bleibt.

Darüber hinaus sind weitere Konzepte zum Arten- und Biotopschutz - etwa die Sicherung und Entwicklung von Feuchtgrünland oder auch von Trocken- und Magerbiotopen wie Heiden oder alten Kiesgruben - sehr lohnenswert. Sie können wohl erst dann in Angriff genommen werden, wenn die alten Projekte weitgehend abgeschlossen sind.

Des weiteren wird es in Zukunft aber erforderlich sein, als BUND-Ortsgruppe mehr auf die Siedlungs- und Infrastrukturplanungen im Sinne einer nachhaltigen und zukunftsbeständigen Entwicklung der Gemeinde Neu Wulmstorf Einfluß zu nehmen. So stehen in den nächsten Jahren neben dem vorgesehenen Bau der A 26 beispielsweise im Rahmen der Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes Entscheidungen über die Planung von neuen Siedlungsflächen und Gewerbegebieten an oder könnten neue Straßenbauvorhaben geplant werden. Hier gilt es, als Ortsgruppe bei den kommunalen Gremien und zuständigen Genehmigungsbehörden verstärkt auf die zu erwartenden Auswirkungen für Natur und Landschaft in der Gemeinde Neu Wulmstorf hinzuweisen und konstruktive Alternativen aufzuzeigen.

Möglichkeiten, gestaltend auf die Situation des Naturschutzes einzuwirken, bietet auch der demnächst parallel zum Flächennutzungsplan aufgestellte Landschaftsplan für die Gemeinde Neu Wulmstorf. Darin werden die Ziele und Grundsätze des Naturschutzes in Neu Wulmstorf und erforderliche Handlungen und Maßnahmen zur Sicherung und auch Verbesserung der gegenwärtigen Situation dargelegt. Hier kann der BUND konsequent auf die Umsetzung der Vorschläge aus dem Landschaftsplan hinwirken und diese immer wieder ins Bewußtsein rücken, zumal die Inhalte des Landschafsplanes zwar bei allen behördlichen Planungen und Maßnahmen zu berücksichtigen sind, nicht aber automatisch verbindlich wirken.

Es zeigt sich, daß in Zukunft noch mehr Aufgaben und auch Herausforderungen auf die BUND-Ortsgruppe Neu Wulmstorf zukommen werden, aber auch, daß auf einer soliden Basis der bisher geleisteten Arbeit aufgebaut werden kann.

Gleichwohl wird es entscheidend sein, in einer Zeit, in der der Natur- und Umweltschutz nicht zu den wichtigsten gesellschaftlichen Themen gezählt, sondern eher in eine Rolle als Verhinderer und Blockierer gedrängt wird, die Bedeutung der Natur und Landschaft für die Gemeinde Neu Wulmstorf und für jeden einzelnen Bürger fortwährend ins Bewußtsein zu rücken und somit vielleicht eine Identifikation mit der Aufgabe des Naturschutzes oder sogar eine aktive Mitwirkung dabei zu erreichen. Denn schließlich stellt das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einer Ortsgruppe das unabdingbare Fundament für eine zukunftsweisende Arbeit im ehrenamtlichen Naturschutz dar. Die personelle Entwicklung der BUND-Ortsgruppe in den vergangenen Jahren, aber auch der nunmehr fortschreitende Aufbau einer Kindergruppe, zeigen dahingehend schon hoffnungsvoll stimmende Perspektiven auf.

Ulrich Sippel


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Info-Blatt zum 20-jährigen Bestehen (im PDF-Format; 3.437 KB)





Datum der letzten Änderung: 24.03.2009

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