Kreisgruppe NordfrieslandBrief an MdB Ingbert LiebingDie Antwort (13.10.2010) von Herrn Liebing in Kurzform:Mit dem Appell für eine Energiewende zugunsten erneuerbarer Energien laufen wir bei ihm offene Türen ein. Sein Einsatz galt schon immer guten Rahmenbedingungen für die erneuerbaren Energien. Nie zuvor gab es ein so langfristiges, so umfassendes und ein so ambitioniertes Konzept für den Umbau des Energiesystems hin zum regenergativen Zeitalter. Die moderaten Laufzeitverlängerungen für Kernkraftwerke sind sinnvoll und vertretbar. Zugleich wird der finanzielle Spielraum geschaffen, um staatliche Investitionen in die Neuausrichtung der Energiepolitik zu finanzieren, indem ein weit überwiegender Anteil der Zusatzgewinne aus der Laufzeitverlängerung genau für diesen Zweck abgeschöpft wird. Sein entscheidendes Argument für die Laufzeitverlängerung ist die Unterstützung der erneuerbaren Energien. Laut dena-Studie entsteht ansonsten in den nächsten 10 Jahren eine Stromlücke. Es ist sinnvoller, die Laufzeiten zu verlängern, als neue Kohlekraftwerke zu bauen. Längere Laufzeiten müssen die Stromnetze nicht verstopfen - wir benötigen intelligente Netze. Der Einspeisevorrang für die erneuerbaren Energien bleibt bestehen. Die Sicherheit der Kernkraftwerke hat oberste Priorität. Wäre die Sicherheit nicht gegeben, müssten sie von heute auf morgen sofort abgeschaltet werden. Dies hat aber auch eine rot-grüne Bundesregierung nicht vorgenommen. Die Endlagerfrage muss auch ohne Laufzeitverlängerung gelöst werden.
Unser Brief an Herrn Liebing: MdB Ingbert Liebing Platz der Republik 1 11011 Berlin 20.09.2010 Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke Sehr geehrter Herr Liebing, Ihre Unterstützung des Plans der Bundesregierung, die Laufzeiten der Atomkraftwerke um durchschnittlich zwölf Jahre zu verlängern, trifft bei uns auf völliges Unverständnis. Die Bundesregierung verkauft Atomkraft als "Brückentechnologie" in das Zeitalter der Erneuer-baren Energien: Die Erneuerbaren Energien benötigen diese Brücke nicht, denn die Weiterentwicklung und der Ausbau der Erneuerbaren Energien erfolgt entsprechend der durch die Politik gegebenen Rahmenbedingungen und Zielvorgaben. Eine Versorgung Deutschlands mit Strom aus erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2050 ist auch ohne Laufzeitverlängerung möglich. Zahlreiche Studien belegen dies. Wer heute AKW-Laufzeiten verlängert, wird morgen den Vorrang der Erneuerbaren Energien in Frage stellen: Ab einem bestimmten Ausbaugrad der Erneuerbaren Energien blockieren sich fluktuierend eingespeister Strom aus Sonne und Wind einerseits und Strom aus Atomkraft mit begrenzter Regelbarkeit andererseits. Die großen Energiekonzerne werden versuchen, den gesetzlichen Vorrang der erneuerbaren Energien zu kippen und ihren Ausbau zu begrenzen. In Großbritannien fordern die Stromkonzerne bereits eine Deckelung der Erneuerbaren Energien auf 20 (EDF) bzw. 33 Prozent (E.ON). Als Abgeordneter des Wahlkreises „Nordfriesland/Dithmarschen Nord“ sind Sie aufgefordert, die Interessen Ihres Wahlkreises gegenüber der Bundesregierung und des Bundestages zu vertre-ten. In Ihrem Wahlkreis haben die Erneuerbaren Energien einen außerordentlich hohen Stellenwert in Bezug auf Herstellung von Anlagen, Produktion von Strom, Arbeitsplätze und Wertschöpfung für die Region. Durch die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke wird dieser Stellenwert aus den oben genannten Gründen massiv gefährdet. Wir fordern Sie auf, sich gegen die geplante Verlängerung der AKW-Laufzeiten auszusprechen und sich uneingeschränkt für den Ausbau der Erneuerbaren Energien einzusetzen! Mit freundlichen Grüßen der BUND Kreisvorstand |
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