Ortsgruppe Oberursel/Steinbach

Stellungnahme des BUND Ov Oberursel/Steinbach zum Entwurf des Regionalen Flächennutzungsplans

Stellungnahme zu Oberursel

Grundsätzliche Betrachtung
Wir begrüßen den ordnenden Ansatz des Regionalen Flächennutzungsplans. Oberursel gehört zwar zu den durch öffentliche Verkehrsmittel gut angebundenen Wachstumsgemeinden im unmittelbaren Umfeld von Frankfurt. Vorrangig bleibt jedoch das Ziel einer nachhaltigen Flächennutzung, d. h. Erschließung von Reserveflächen im Innenbereich, möglichst geringer zusätzlicher Landschaftsverbrauch und die Sicherung von Freiflächen, wie es Oberursel bereits vor Jahren vorgesehen hatte.

Die Wohnbauflächen und gewerblichen Bauflächen wurden im Vergleich zum Vorentwurf reduziert. Jedoch verletzt auch die im vorgelegten Entwurf angegebene Flächenplanung immer noch massiv das Gebot eines sparsamen Umgangs mit freier Landschaft.

Oberursel als „Stadt im Grünen“ wird sich wachsender Uniformität nicht entziehen können, wenn sie an ihren „Eingängen“ statt auf prägende Landschaftselemente verstärkt auf gemischte und gewerbliche Bauflächen setzt.
Die Freiräume zwischen bebauter und unbebauter Fläche schrumpfen, die Übergänge zwischen den Städten, z.B. zwischen Oberursel und Steinbach verringern sich auf ein Minimum, die Abstände zwischen den einzelnen Stadtteilen verlieren sich, wenn sich z.B. zwischen die Stadtteile Bommersheim und Weißkirchen ein Riegel Mischgebietsbebauung schiebt.

Im Einzelnen:
Siedlungsgebiet Bommersheim Süd
Um für weiteren Bevölkerungszuwachs gerüstet zu sein, stimmen wir der Entwicklung des Siedlungsgebietes Bommersheim-Süd zu. Eine gute Verkehrsanbindung an den ÖPNV ist mit der U-Bahn gegeben und die U-Bahn wird gleichzeitig besser ausgelastet. Großflächige und wertvolle Biotope sind nicht betroffen. Das Baugebiet ist mit einem neuen Zentrum mit guter Infrastruktur und sozialen Einrichtungen in Abstimmung mit den Angeboten des bestehenden Ortsteils Bommersheim zu entwickeln. Hier bieten sich die Chancen einer energetisch optimierten Planung. Wünschenswert ist eine Entwicklung, die den Wohnbedarf aller Bevölkerungsgruppen berücksichtigt.
Wir begrüßen, dass das Gebiet mit Grünachsen strukturiert wird. Die verbleibenden Streuobstbestände sollten aufgewertet und zusammen mit der geplanten Grünanlage und der hier vorbeiführenden Regionalparkachse zu einer attraktiven Erholungslandschaft entwickelt werden. Der Grünzug von Frankfurt-Niederursel bis Bommersheim entlang der U-Bahn-Strecke sollte unbedingt erhalten bleiben, er ist im Landschaftsplan vorgesehen und stellt das „grüne Entree“ in die Stadt dar.

Die Planung des Siedlungsgebiets sollte langfristig angelegt werden und den Zuwachs der nächsten Jahrzehnte aufnehmen.


Stierstadt
Das Baugebiet Holzhöhlchen westlich der S-Bahn lehnen wir weiterhin ab. Dem Baugebiet Kammerpfad östlich der S-Bahn könnten wir unter der Bedingung, einen weiträumigen grünen Korridor zum S-Bahnhalt Weißkirchen/Steinbach zu erhalten, zustimmen.

Der Landesentwicklungsplan Hessen sieht in diesem Bereich eine landschaftliche Vernetzung zwischen Taunus, Taunusvorland und den Ackerflächen um Frankfurt sowie dem Grüngürtel einschließlich der Nidda vor.

Die auf lange Sicht wenig rentable Fahrzeughandelsfläche an der Kurmainzer Straße am Weißkirchener S-Bahnhof und das ehemalige Baulager Riepl nordwestlich des Weißkirchener S-Bahnhofs sollten für diesen Grünzug im Außenbereich rückentwickelt werden. Auch die in langen Geraden verlaufende Regionalparkachse zwischen „dem Schornstein des Müllheizkraftwerks Nordweststadt und dem Altkönig“ bedarf in diesem Abschnitt besserer planerischer Würdigung und eher der Rück- als der Zunahme von Bauflächen.


Arrondierungen
Die vorgesehenen Arrondierungen an den Stadträndern und an den innerstädtischen Freiflächen lehnen wir ab. Hier werden stückchenweise wertvolle Landschaftsbestandteile im Stadtgebiet geopfert.

Beispiele:
Die Baugebiete in Oberstedten liegen weitab von den Achsen des ÖPNV und werden unnötige Verkehrsbelastungen im Ortsteil zur Folge haben. Östlich der Dornholzhäuser Straße wird der Regionale Grünzug zwischen Bad Homburg und Oberursel um eine wichtige Teilfläche verkleinert. Im Bereich Hainmüller gehen wertvolle Biotop- und Grünstrukturen verloren.

Auch die kleinen Bauflächen zwischen Zimmersmühlenweg und Wiesenmühle und am Südrand von Weißkirchen in der Nähe des Friedhofs verschlechtern deutlich das Netz grüner Erholungsflächen und Grünflächen¬verbindungen in Oberursel. Das von der Stadt geplante neue Baugebiet Borngrund am Rand von Stierstadt greift in landwirtschaftliche Flächen ein.


Gewerbegebiete
Wir begrüßen die Reduzierung der gewerblichen Bauflächen, können sie jedoch im Plan nicht erkennen.
Der Gewerbegebietserweiterung „Drei Hasen“ stimmen wir als langfristige Perspektive zu. Hier ist die Anbindung an die nahe Autobahn optimal. Überlieferte Landschaftselemente sind kaum noch vorhanden. Um so mehr ist auf die gestalterische Qualität der Stadteinfahrt und allgemein des Gewerbegebiets zu achten. Gelöst werden muss allerdings die Querung der Regionalparkachse, die auch in diesem Abschnitt Oberursel keinen „Gewerbehinterhofcharme“ attestieren sollte! Es wäre außerdem erfreulich, wenn Oberursel auf diese Weise angenehmer mit dem Fahrrad oder zu Fuß umrundet werden könnte.

Bei der Entwicklung des Bereichs der Neumühle ist ein Abstand von 10 m vom Urselbach einzuhalten.

Wie oben erwähnt, sehen wir die Gestaltung der zunehmenden Gewerbeansiedlungen entlang der Straßeneinfahrten nach Oberursel, wie an der Homburger Landstraße und Frankfurter Landstraße und ähnliche Tendenzen in Oberstedten mit großer Sorge. Die Stadt sollte auch hier landschaftliche Übergänge zu den Nachbarstädten bzw. Stadtteilen erhalten bzw. entwickeln.



Windkraftnutzung
Wir bedauern, dass die im Bommersheimer Feld vorgesehenen Vorranggebiete für Windkraftanlagen weggefallen sind.



Stellungnahme für STEINBACH

Da Steinbach auch zum Gebiet unseres Ov gehört, geben wir folgende Stellungnahme ab:

Wegen der hohen Einwohnerdichte lehnen wir weitere geplante Siedlungsflächen ab. Die Stadt kann auf ihrem eigenen Gebiet weder genügend Erholungsflächen noch ausreichende Ausgleichsflächen zur Verfügung stellen.

Abgelehnt wird auch die Gewerbegebietsplanung am S-Bahnhof Weißkirchen/Steinbach wegen schlechter Verkehrsanbindung und des Eingriffs in den Grünzug zwischen Oberursel-Weißkirchen und Steinbach.


Oberursel, 7. Oktober 2009





Positionen
Konzept Oberer Maasgrund
Stellungnahme zum Entwurf des Regionalen Flächennutzungsplans
Stellungnahme zum Maßnahmenprogramm der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie
Das neue Gentechnikgesetz
Bebauung Borngrund
Golfplatz in Oberursel
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